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Chemnitzer Forscher bearbeiten Metall mit Salz

Auf dem "Symposium on ElectroChemical Machining Technology - INSECT" am 25. und 26. Oktober 2007 wird ein neues Verfahren zur elektrochemischen Bearbeitung hochfester Werkstoffe vorgestellt

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Matthias Hackert, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Mikrofertigungstechnik, bei der Arbeit an der Laboranlage zur elektrochemischen Bearbeitung. Foto: Gunnar Meichsner

Das elektrochemische Abtragen von Metallen mit Elektrolytlösungen und Strom ermöglicht die Herstellung von Bauteilen aus hochfesten Werkstoffen ohne wirkende Bearbeitungskräfte. Mit dieser elektrochemischen Bearbeitung (Electrochemical Machining) können filigrane Bauteile und Mikrostrukturen erzeugt werden. Auch für die Herstellung von Turbinenteilen im Flugzeugbau und Einspritzdüsen im Auto wird das Verfahren angewendet. Die neueste Entwicklung an der Professur Mikrofertigungstechnik der TU Chemnitz ermöglicht eine besonders schnelle Mikrostrukturierung von Oberflächen. "Mit so bearbeiteten Oberflächen wird in Zukunft beispielsweise die Veränderung von tribologischen Eigenschaften von Maschinenbaugruppen und Motoren möglich sein", sagt Prof. Andreas Schubert, Leiter der Professur für Mikrofertigungstechnik an der Fakultät für Maschinenbau. Er ist sich sicher, dass mit zunehmenden Anforderungen an Energieeinsparung und Leichtbau auch die Bedeutung der elektrochemischen Bearbeitung von hochfesten Werkstoffen im industriellen Einsatz weiter zunimmt. Schon jetzt wird das Verfahren zur Mikrostrukturierung von hochfesten Werkzeugwerkstoffen eingesetzt. Mit einem elektrisch aufgeladenen Elektrolytstrahl mit einem Durchmesser von 100 Mikrometern, der über der Oberfläche des zu bearbeitenden Bauteils entlang geführt wird, ist eine gezielte Auflösung des harten Werkstoffs möglich. Mit diesem Verfahren lassen sich unterschiedliche Geometrien durch die Steuerung der Strahlführung und der elektrischen und chemischen Parameter im Bearbeitungsprozess erzeugen. Dazu werden gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik Chemnitz Verfahren und Maschinen entwickelt, die in Verbundforschungsprojekten in die Industrie überführt werden. Partner dafür sind beispielsweise die Sitec Industrietechnologie in Chemnitz und die Sächsische Walzengravur in Frankenberg.

Erstmals vorgestellt wird das neue Verfahren am 25. und 26. Oktober 2007 auf dem Internationalen "Symposium on ElectroChemical Machining Technology - INSECT" in Chemnitz. Dabei treffen sich 84 Wissenschaftler aus 14 Ländern, unter anderem aus den USA, Japan und Indien, um über neueste Ergebnisse zu berichten. Bei der diesjährigen Tagung werden zahlreiche anwendungsbezogene Ergebnisse zu Verfahrens- und Anlagenentwicklungen vorgestellt. Weitere Schwerpunkte der Tagung sind Verfahrensgrundlagen zur Elektrochemischen Bearbeitung sowie Modellierung und Simulation. Organisatoren der Konferenz sind das Fraunhofer IWU und die Professur Mikrofertigungstechnik.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Andreas Schubert, Telefon 0371 531-34580 oder 0371 5397-1922

Mario Steinebach
24.10.2007

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