Rektor der TU Chemnitz resigniert – Sächsische Hochschulpolitik bietet kaum Gestaltungsspielraum!

Unter folgendem Link kann die Pressemitteilung auch als PDF-Dokument abgerufen werden: Rektor der TU Chemnitz resigniert – Sächsische Hochschulpolitik bietet kaum Gestaltungsspielraum!

Gestern wurde bekannt, dass der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Arnold van Zyl, die Hochschule schon vor Beginn des neuen Wintersemesters verlassen könnte, da er für das Amt des Präsidenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg kandidiert. Als einen Grund für seinen geplanten Fortgang von der TU Chemnitz nannte er die immer enger werdenden Gestaltungsspielräume als Rektor gegenüber der Hochschulpolitik des Freistaates Sachsen.

Die studentische Vertretung an der TU Chemnitz nimmt die Entscheidung des Rektors, seine Zukunft außerhalb der TU Chemnitz zu suchen, mit großem Bedauern zur Kenntnis. Dazu Marius Hirschfeld, Referent für Hochschulpolitik des Student_innenrates: „Die Entscheidung des Rektors ist ein äußerst schmerzlicher Schritt für die weitere Entwicklung der TU Chemnitz. Vor dem Hintergrund der hochschulpolitischen Entwicklungen im Freistaat Sachsen ist er aber nur allzu verständlich.“

Die sächsische Hochschulpolitik der vergangenen fünf Jahre war geprägt von Personal- und Mittelkürzungen sowie schwerwiegenden strukturellen Einschnitten. Auch die seit 2014 bestehende Regierungsbeteiligung der SPD hat daran fast nichts geändert: In den kommenden zehn Jahren soll die TU Chemnitz die Zahl ihrer Student_innen von derzeit 11.600 auf 9.400 reduzieren und auch die Streichung ganzer Studiengänge steht noch zur Debatte. Durch die in § 12 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes verankerte rigide Hochschulsteuerung ist es für die Regierung möglich, Zielvereinbarungen gegen den demokratisch gefassten Willen der Hochschulen festzusetzen. Bei Nichteinhaltung der vorgegebenen Ziele drohen der TU Chemnitz empfindliche Mittelkürzungen.

„Den von der Landespolitik als Profilschärfung geschönten Kürzungsanforderungen sind die Hochschulen nach der aktuellen Gesetzeslage schutzlos ausgeliefert.“, so Bernd Hahn, studentisches Mitglied im Senat der TU Chemnitz. „Nur eine Wiederansiedlung der seit 2009 gestrichenen Stellen und ein Erhalt der Fächervielfalt können einen signifikanten Qualitätsverlust des Studien- und Wissenschaftsstandortes Sachsen verhindern!“ so Hahn abschließend.

Für Rückfragen stehen Ihnen Marius Hirschfeld, Referent für Hochschulpolitik des Student_innenrates der TU Chemnitz (0171/6261949), und Bernd Hahn, Mitglied des Senates der TU Chemnitz (0174/6185254), gern zur Verfügung.


Home
Newsletter
RSS-Feed
Suche
Feedback