Navigation

Springe zum Hauptinhalt
Seniorenkolleg an der TU Chemnitz
Seniorenkolleg

Exkursionen des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz

Teilnehmer berichten:

Der Ausbildungskernreaktor der TU Dresden war Exkursionsziel von Hörern des Seniorenkollegs der TU Chemnitz

 

Die Vorlesung Welche Zukunft hat die Atomindustrie“ im Mai 2011 im Senioren-kolleg an der TU Chemnitz mit Prof. Dr. Antonio Hurtado, TU Dresden, Professur Kernenergietechnik, steht auch im Zeichen der Atomkatastrophe im Atomkraftwerk in Fukushima in Japan und des Richtungswechsels der deutschen Energiepolitik.
Dieser äußerst interessante Vortrag zeigt auch die Möglichkeit, mehr über Forschun-gen an der TU Dresden im Bereich der Kernenergiephysik zu erfahren und den Ausbildungs-und Forschungskernreaktor zu besichtigen.
Für die Teilnehmer ist ein bevorstehender Besuch Anlass, sich wieder einmal mit Atommodellen, radioaktiven Elementen, Kernladungs- und Massezahlen, Isotopen, Ordnungszahlen der Elemente im Periodensystem sowie mit verschiedenen Typen von Kernreaktoren zu befassen.
Die Absprachen mit Prof. Dr. Wolfgang Hansen, dem Leiter dieses Bereiches, ermöglichen Besuche von interessierten Hörern des Seniorenkollegs der TU Chemnitz im Juni und Juli 2011.

Foto Prof.Dr.HansenDer Empfang durch Prof. Dr. Hansen und Dr. Wolf war überaus freundlich. Sie erklären und demonstrieren fachliche Zusammenhänge, radioaktive Zerfallsreaktionen des Uran-Isotopes U 235, Gleichungen der Kernspaltung durch Beschuss mit Neutronen und zeitliche Abläufe während des Aufbaues des Reaktors.

Der Vorgänger des Ausbildungs- und Forschungsreaktor AKR-2 ist der Ausbildungs-reaktor AKR-1, der zwischen 1978 und 2004 erfolgreich im Einsatz ist. Seit März 2005 arbeitet man mit AKR-2, der Lehrbetrieb beginnt im April 2005. Gutachten zur Genehmigung des Reaktors erteilen der TÜV Sachsen, der TÜV Süddeutschland und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Die TU Dresden ist stolz darauf, den modernsten Ausbildungsreaktor Deutschlands unter ihrem Dach zu haben.

Der AKR-2 ermögliche die kern- und reaktortechnische Grundlagenausbildung der Studenten, Durchführung von Forschungen und Experimenten auf dem Gebiet der Reaktorphysik, stehe Nutzern für die Fortbildung zur Verfügung und auch dem Reaktor-personal, das mit Strahlenschutz befasst sei. Auch Schulen mit praktischen Lehraufga-ben können den Ausbildungsreaktor nutzen. Schüler der 11. und 12. Klasse wird ein dreistündiges Informationsprogramm mit einem Demonstrations-Reaktorstart angeboten.

An einem Reaktormodell erklärt man den Aufbau und die Wirkungsweise. Das Material der Brennelemente sei ein homogenes Gemisch aus Uranoxid und Polyäthylen als Moderator. Kernbrennstoff sei niedrig angereichertes Uran, d.h. der Anteil des Isotops U 235 ist kleiner 20 %. Die Kernspaltung erfolge durch thermische Neutronen aus geeigneten Neutronenquellen. Die Reaktorleistung ist extrem niedrige, sie liegt bei 2 Watt. Große Aufmerksamkeit widme man der Sicherheitstechnik und dem Neutronenfluss durch Messinstrumente.

Der AKR-2 hat eine Höhe von 350 cm, einen Durchmesser von 250 cm und eine Gesamtmasse von 30 t. Die Spaltzone ist allseitig mit Graphit als Reflektor umgeben. Die Steuerung der Kettenreaktion übernehmen drei Cadmiumstäbe.
Nach dem Verlassen der Anlage und das Raumes müssen sich die Besucher als Sicherheitsmaßnahme durch ein Messgerät überprüfen lassen. Das Strahlendosimeter, welches bei Betreten des Raumes anzulegen ist, muss den Wert „0“ zeigen.

Die Teilnehmer des Seniorenkolleg der TU Chemnitz bedanken sich bei den Herren Prof. Dr. Hansen und Dr. Wolf für alle Demonstrationen und für die geduldige Beant-wortung der gestellten Fragen. Die zur Verfügung stehende Zeit war viel zu kurz. Gern hätten wir die Möglichkeit genutzt, einen Demonstrations-Reaktorstart selbst durchzu-führen und alle Abläufe und Signale an den Bildschirmen verfolgt.

Quellen:
- Broschüre Ausbildungskernreaktor AKR-2 TU Dresden
- Broschüre Ausbildungskernreaktor AKR-2 Bau und Inbetriebnahme sowie WEB-Seite der TU-Dresden
- Internetadresse: Wolfgang.Hansen@tu-dresden.de


Ein weiteres Exkursionsziel am gleichen Tag war die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB), ebenfalls auf dem Gelände der TU Dresden gelegen. In einer Informationsschrift des Bundes Deutscher Architekten (BDI) wird erklärt:
Mit der Zusammenlegung entstand 1996 die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden – eine Bibliothek von europäischer Bedeutung.

Über 8,9 Millionen Bücher und Datenträger sind hier archiviert. Der Bau repräsentiert sich durch zwei gegenüber liegende Steinquader, die unterirdisch durch den zentralen dreigeschossigen Lesesaal verbunden sind.
Eine Mitarbeiterin der Bibliothek führt durch Bestelltheken und Lesesäle und erklärt den Exkursionsteilnehmern die funktionalen Strukturen des sehenswerten Bauwerkes.
Beeindruckend für uns Besucher war das interne schienengebundene Buchtransport-system mit „Bahnhöfen“ für bestellte Literatur.
In diesem Gebäudekomplex ist auch die Besichtigung der Schatzkammer möglich. Es wurde in Vorgesprächen mit der Bibliotheksleitung vereinbart, dass den Teilnehmern die dort ausgestellten kostbaren Schriften des Mittelalters und Maya-Schriftplatten durch einen Mitarbeiter erklärt werden.
Für die Möglichkeit der Besichtigung der Bibliothek und der Schatzkammer danken die Teilnehmer des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz der Leitung des Hauses.

Den Abschluss des Exkursionstages in Dresden bildete ein Gedankenaustausch mit Senioren der Dresdner Seniorenakademie Wissenschaft und Kunst (DSA).
Die Gesprächsleitung übernahmen Prof. Dr. Andreeff, GF Programm der DSA, und Prof. Dr. Schöne, Wiss. Leiter des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz.


Horst Clauß
Fotos: Renate Wolf


 

Presseartikel

  • Auf den letzten Metern zur Entscheidung über den Kulturhauptstadt-Titel

    Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, TU-Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier, der künftige Chemnitzer OB Sven Schulze und weitere Akteurinnen und Akteure stellten sich den Fragen einer internationalen Jury zur Chemnitzer Bewerbung - Die Entscheidung um den Titel fällt am 28. Oktober 2020 …

  • Stimmen zur Kulturhauptstadt-Bewerbung "Chemnitz 2025"

    Warum sollte Chemnitz Kulturhauptstadt 2025 werden? Internationale Studierende und Forschende geben im Video Antworten …

  • „Wir sind Chemnitz“

    TU Chemnitz setzt Zeichen für Vielfalt und Weltoffenheit im Zuge der Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Chemnitz …

  • Einsichten in den US-Wahlkampf

    Die erste Folge der neuen Staffel "TUCscicast" startet zum Thema "US-Wahl" - Experten-Einordnung durch Prof. Dr. Kai Oppermann und persönliche Einordnung durch TU-Studentin und US-Bürgerin Chelsea Burris …