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Seniorenkolleg an der TU Chemnitz
Seniorenkolleg

Exkursionen des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz

Albrechtsburg Meissen und Kelterei Schloß Wackerbarth

„300 Jahre Meissener Porzellan“

Das 300. Jubiläumsjahr der Meißener Manufaktur war Anlass dafür, diese Thematik im Seniorenkolleg der TU Chemnitz im Rahmen einer Vorlesung dem interessierten Hörer nahe zu bringen.
Der Einladung nach Chemnitz folgte Herr Lutz Richter von der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH zu Beginn des Wintersemesters 2010/2011.
Noch im Oktober gelang es, eine Exkursion mit 50 Seniorinnen und Senioren zur Wiege des „Weißen Goldes“ nach Meißen durchzuführen und die Ausstellung „Der Stein der Weis(s)en“ in der Albrechtsburg zu besichtigen.

Während der Vorlesung skizzierte Herr Lutz Richter einen historischen Abriss der Entstehung des „Weißen Goldes“ dort, wo die Erfolgsgeschichte der blauen Schwerter begann.
Vor 300 Jahren, also im Jahre 1710 erlässt August der Starke, Kurfürst von Sachsen per Dekret die Erfindung des europäischen Hartporzellans und die Gründung einer Manufaktur auf der Albrechtsburg. Sein Alchemist Johann Friedrich Böttger stellt nach gemeinsamen Experimenten mit E. W. von Tschirnhaus 1709 das erste weiße Porzellan nach geheimer Rezeptur in Europa her.
Im Lauf der Jahre entstehen spezielle Technologien zur Malerei, Unterglasurmalerei, zu dem Umgang mit Glanzgold, Chromoxidgrün und den Feuerfarben. Der Referent betonte, dass der Brenntechnik eine hohe Bedeutung  zuzuordnen ist und noch heute Risiken birgt. Die Farbrezepturen ( Kobalt als intensive Blaufarbe) entwickelt man parallel zu den Fertigungstechnologien bereits ab 1731. Vorbilder zu jeder Zeit seien Malereien und Gestaltung von Porzellanen aus China, Indien und Japan gewesen. Die blauen Schwerter als Markenzeichen stammen aus dem kurfürstlichen Wappen und sind Beweis für anspruchsvolle, hohe Qualität.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, so Herr Richter, erfolgt durch die sowjetischen Sieger die Demontage der Manufaktur, jedoch sollte auch die Rückgabe im Jahr 1951 an die Stadt Meißen erwähnt werden.
Im Abschlusswort erwähnte der Redner die Ausstellung in der Albrechtsburg, die einen Eindruck über geschichtliche Dimensionen zur Entwicklung des Meissener Porzellan und der Manufaktur vermittelt.
Herr Richter bedankte sich bei den ca. 800 Seniorinnen und Senioren des Seniorenkollegs der TU Chemnitz für ihr Interesse an dieser Vorlesung.

Noch im Oktober fand dann die bereits erwähnte Exkursion nach Meißen mit dem Ziel statt, die Ausstellung „Stein der Weis(s)en“ auf der Albrechtsburg zu besuchen und das während der Vorlesung Gehörte zu vertiefen.

AlbrechtsburgDie Teilnehmer erlebten während einer Führung durch diese beeindruckende Ausstellung eine spannende Reise von der Entdeckung des „Weißen Goldes“ bis hin zur professionellen Fertigung in der ersten Porzellan-Manufaktur Europas vor 150 Jahren.
Der Betrachter bekam einen Eindruck davon, wie aus braunen Erden, Kaolin, Feldspat, Quarz und Alabaster in aufwendiger Handarbeit einzigartige Kunstwerke entstehen. Zeitweise arbeiten 700 Menschen auf dem Burgberg am Mythos des ersten europäischen Porzellans.
Dem Herrscher August der Starke werde nachgesagt, dass er nach Fachkräften suchte, die immer neue Kreationen aus weißem Porzellan entwarfen. Das Porzellan sei für ihn Macht als wirtschaftliches Potential und Ausbau von diplomatischen Beziehungen und Kontakten gewesen. Erwähnt wurden in diesem Zusammenhang der Franzosenkönig, Ludwig XV. und die Zarin Katharina die Große. In der Ausstellung zeigte man auch Grundrisspläne der damaligen Produktionsprozesse in der Manufaktur, Organisationsstrukturen und Rezepturen.
Das reiche Erbe feiert die Manufaktur besonders auf Weltausstellungen in London, Paris, Wien und Chicago.
Zahlreiche Leihgaben der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Porzellan-Manufaktur Meißen und aus sächsischen Schlössern erhöhen den Bekanntheitsgrad der Porzellanmanufaktur Meißen in der Welt.

Ein weiteres Ziel dieser Exkursion war die Besichtigung des Sächsischen Landesgymnasiums „Sankt Afra“ ebenfalls in Meißen auf dem Burgberg. Der Besuch war ein Vorgriff auf den Vortrag am 09.11.2010 im Seniorenkolleg an der TU Chemnitz , in welchem die Direktorin des Gymnasiums, Frau Dr. Ulrike Ostermaier den Hörern diese Lehranstalt für hochbegabte Schülerinnen und Schüler vorstellte.


Während des kurzen Rundganges vermittelte neben den restaurierten Gebäuden und den Wohnstätten der Schüler die übersichtliche Bibliothek einen hervorragenden Eindruck.



Horst Clauß
Fotos: Renate Wolf

 

Schloß Wackerbarth

Auf der Rückfahrt gab es noch einen interessanten Abstecher in Radebeul, im Sächsischen Staatsweingut Gmbh, Schloß Wackerbarth. Die beeindruckende Schloß- und Gartenanlage mit ihrer hochmodernen Wein- und Sektmanufaktur ist einer der wenigen Betriebe, der den Sprung von der Plan- in die Marktwirtschaft erfolgreich überstanden hat. Das Rezept dafür waren die Konzentration auf Qualitätsprodukte, die Kompetenz der Mitarbeiter und die geografisch und klimatisch begünstigte Elbtallage im kleinsten Weinanbaugebiet Deutschland.

Zwei Fachleute des Unternehmens erläuterten uns den Anbau des Weines sowie in den Manufakturräumen die Herstellung in den einzelnen Produktionstufen und warben am Schluß bei einer Verkostung für ihre Qualitätserzeugnisse.

Für mich als vorzugsweisen Bierkonsument und Kenner der Brauereien in Wernesgrün, Einsiedel und Brausstolz Chemnitz war das ein weiteres Erlebnis und ein schöner Ausklang des Tages.

Dafür sei den Organisatoren herzlich gedankt.

Rolf Rosch

 

 

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