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Seniorenkolleg an der TU Chemnitz
Seniorenkolleg

Das Jugend-Jazzorchester Sachsen zu Gast

im Seniorenkolleg der TU Chemnitz

 

Es war kurz nach 14 Uhr, als Herr Prof. Schöne die Türen des Hörsaals 114 in der TU Chemnitz schloss. Alle Bänke waren gefüllt, wie bei einer gut besuchten Vorlesung – mit dem Unterschied, dass es heute nicht um die Studenten ging.

Das Seniorenkolleg der TU Chemnitz bietet allen Mitgliedern und Interessierten sogenannte Sonderveranstaltungen – Events, welche den Alltag abwechslungsreich ausgestalten. Am 19.02.2011 gab es also das Jugend-Jazzorchester Sachsen unter der Leitung von Thomas Zoller live zu erleben. Um den musikalischen Horizont gleichzeitig noch etwas zu erweitern, führte Ulrike Kirchberg, die Projektleiterin des Jugend-Jazzorchesters (kurz: JJO) die vielzähligen Besucher der Bildungsveranstaltung in die Arbeit des Sächsischen Musikrates ein. Dieser betreut nämlich u.a. das JJO. In einer halbe Stunde schaffte sie es, das facettenreiche, komplexe Arbeitsgebiet präzise und verständlich an den Mann und an die Frau zu bringen. Das Publikum erfuhr viel über die einzelnen Projekte des Sächsischen Musikrates, über den Aufbau der Arbeit und über das JJO selbst. Damit erntete die Projektleiterin sehr interessierte Blicke, ein aufmerksames Publikum und einen regen Applaus. Das ausgelegte Infomaterial wurde begeistert durchstöbert und an notwendigen Stellen wurde auch das ein oder andere Detail individuell ergänzt.

Voller Vorfreude auf das musikalische Programm und außerdem um einige Hintergrundinformationen reicher leitete Herr Prof. Schöne alle Besucher in den danebenliegenden Hörsaal und überließ die Leitung allein der Bigband. Der Hörsaal war akustisch und räumlich gesehen ein nahezu optimales Podium für das Konzert. Die Bigband hatte ausreichend Platz, alle Bandmitglieder waren gut zu hören und zu sehen. Durch den treppenartigen Aufbau der Hörsäle hatte auch jeder Zuschauer einen guten Überblick.

Das Programm des aktuellen JJO-Projektes war etwas ganz anderes. Alte UFA-Schlager bekamen ein neues, ganz eigenartiges Gewand und die Eigenkompositionen von Thomas Zoller mussten auch erst einmal verstanden werden. Nach der harten Probewoche in Seifhennersdorf kreisten dann die Fragen in den Köpfen aller Musiker: Wie kommt das Programm an? Können wir die Musik gut genug rüberbringen? Wie reagieren die Zuschauer? Das Seniorenkolleg in der Uni Chemnitz hat dann alle Skepsis aufgelöst. Begeistert verfolgten alle das anspruchsvolle Programm, der eine oder andere konnte, beeindruckt durch die bewegte Musik, nicht stillhalten. Der großzügige Applaus fand sich in stetiger Motivation und lächelnden Gesichtern bei den Musikern wieder. Die Bigband hatte sichtlich Spaß an der Musik und an der ganzen Atmosphäre – genau wie das Publikum.

In der Pause stürzten sich viele gleich auf den von mir betreuten CD-Tisch des Jazzorchesters und analysierten die Tonträger des Orchesters sowie die des Workshopleiters Thomas Zoller. In konkreten Fragen und kurzen Gesprächen wurde mir schnell bewusst, dass alle Gäste des heutigen Tages einen Einblick in die musikalische Welt der Jugend gewinnen konnten und diesen auch bewusst wahrnahmen. Einige suchten das direkte Gespräch mit den Musikern, welche offen und angeregt über ihr wohl leidenschaftliches Hobby plauderten. Die Musiker waren zwischen 15 und 29 Jahren alt und kamen aus den verschiedensten musikalischen Hintergründen: aus Musikhochschulen, Technischen Universitäten, dem Berufsalltag oder der Schule. Für die Konzertbesucher war das natürlich die perfekte Chance, die Welt der Jazzmusik aus verschiedenen Perspektiven zu erleben.

Am Ende des Konzertes verabschiedeten sich die meisten leider sehr schnell, ein paar wenige, neugierige Zuschauer schlossen sich aber dennoch der angekündigten Gesprächsrunde mit den Musikern an. An den tiefgründigen Fragen hat man gemerkt, dass dieser Tag durchaus Faszination und Interesse geweckt hat. Die Musiker antworteten mal mehr und mal weniger fachlich, jedoch immer bemüht, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit den anderen verständlich zu teilen.

Die Veranstaltung war in sich abgeschlossen und sehr gut abgerundet. Neben vielen, neuen Informationen war dem Seniorenkolleg der TU Chemnitz außerdem die Nähe zur Musik und deren Ausführenden gewährleistet und der ganze Nachmittag war eine Bereicherung für alle. Vielleicht sieht man sich ja zu einem der nächsten Konzerte wieder!

 

Ricarda Erbe
Freiwillige im Sächsischen Musikrat e.V. (FSJ Kultur)
 
Fotos: Ulrike Kirchberg
 Projektleiterin des Jugend-Jazzorchesters
Sächsischer Musikrat e.V.

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