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Wofür brauche ich das denn einmal? - Wissenstransfer vom Klassenraum - 15.03.2016



Vom 7. bis zum 11. März 2016 öffnete das Institut für Chemie seine Labortüren für 22 Schüler des BSZ Oschatz. Das vierte Jahr in Folge hatten die Schüler des Leistungskurses „Ernährungslehre mit Chemie“ die Gelegenheit Experimente in den Laboren der TU Chemnitz durchzuführen und so Einblicke in chemisches Arbeiten zu erhalten.

Ermöglicht wird diese Kooperation zwischen Schule und Universität durch das Projekt „TUChemnitz4U“. Die personelle und materielle Mitwirkung der Professuren Koordinationschemie, Physikalische Chemie und Polymerchemie trugen dazu bei, die Woche interessant und lehrreich für die Schüler zu gestalten. „Wir möchten den Schülern und Schülerinnen mit unseren Versuchen aufzeigen, wie weit sie ihr Wissen aus den Schulfächern Chemie, Physik und Mathematik zur Bewältigung komplexer naturwissenschaftlicher Experimente schon trägt. Die Ermittlung einer Kalibrierfunktion aus einer Messreihe ist für viele der Schüler(-innen) das erste praktische Beispiel, bei dem sie ihre mathematischen Kenntnisse über lineare Funktionen für die Bewältigung einer praktischen Problemstellung heranziehen müssen. Wir hoffen so Brücken zwischen den Fächern schlagen zu können und den Übergang Schule/Studium zu erleichtern", erläutert Organisator Max Hofmann von der Fakultät für Naturwissenschaften (Professur Koordinationschemie) aus dem Projekt „TUChemnitz4U“.

Begonnen hat die Woche mit einem Vortrag über das Chemiestudium, danach begann die Stationsarbeit. Dabei durchliefen die Schüler innerhalb von vier Tagen 7 Stationen, wobei sie sich an unterschiedlichen Experimenten beweisen konnten. Da viele Versuche von Chemiestudierenden betreut wurden, gab es die Möglichkeit aus erster Hand zu erfahren, was es heißt Chemie zu studieren. Versuche waren zum Beispiel die Ionennachweise in alltäglichen Dingen wie Backpulver oder Kochsalz, aber auch die Bestimmung des Eisengehaltes von wässrigen Proben per Photometer, die Stickstoffbestimmung in wässrigen Proben oder das Erkennen und Identifizieren von Kunststoffen. Aber auch gänzlich neue Sachverhalte wurden angerissen, so ging es in dem Versuch „Esterverseifung“ darum, die Reaktionsgeschwindigkeit zu berechnen und die Schüler wurden in die Reaktionskinetik eingeführt. Hier waren die Schüler(-innen) dem Schulstoff voraus. Ebenfalls Neuland für die Schüler(-innen) war, dass man chemische Reaktionen auch am Computer simulieren kann. Mit dem Experiment „Computational Chemistry“ wurde gezeigt, dass man die Esterverseifung auch mit quantenmechanischen Modellen am PC berechnen kann. Der Versuch „Verbrennungskalorimetrie“ war wohl am engsten mit dem Leistungskurs „Ernährungslehre mit Chemie“ verknüpft. Hier wurden die Brennwerte von Lebensmitteln wie Gummibärchen überprüft und aufgezeigt, wie die Zahlen ermittelt werden, welche auf den Verpackung zu finden sind. Am Freitag konnten die Schüler dann noch bei der Wasserhärtebestimmung zeigen, dass sie sich in den letzten Tagen gut mit den verschiedenen Glasgeräten und chemischen Arbeitsweisen vertraut gemacht hatten.

Auch wenn Chemie nicht von jedem Schüler das Lieblingsfach war, so hat die Projektwoche doch allen Spaß gemacht und war eine willkommene Abwechslung. „Es war eine spannende und interessante Woche, aber es war auch anstrengender als gedacht jeden Tag einige Stunden im Labor zu stehen. Ich freue mich einen besseren Einblick in die Chemie und deren Anwendung bekommen zu haben.“, sagte eine Schülerin am Ende der Projektwoche.

Weitere Informationen erteilt Tom Schlenzig. E-Mail: tom.schlenzig@s2014.tu-chemnitz.de

Autor: Tom Schlenzig
Foto: Ronny Fritzsche

    

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