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Forschung

Aktuelle Forschungsprojekte

Zielsetzung des Projekts: Migrations- und Integrationsforschung in Deutschland war bislang überwiegend auf Großstädte ausgerichtet. Durch die Entwicklung der Flüchtlingszahlen seit 2014 sehen sich jedoch auch Kleinstädte und Dörfer in ländlichen Räumen verstärkt mit Flüchtlingshilfe- und Integrationsaufgaben konfrontiert. Von einigen Kommunen und Landkreisen in ländlichen Regionen wird die flüchtlingsbedingte Zuwanderung nicht ausschließlich als humanitäre Aufgabe, sondern auch als Entwicklungschance im Kontext von Abwanderung, Alterung und Fachkräftemangel gesehen. Das Verbundprojekt „Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Regionen Deutschlands“ verfolgt die Zielsetzung, Voraussetzungen erfolgreicher Integration zu identifizieren, Erfolgsfaktoren zu benennen, politischen Handlungsbedarf in Bezug auf das Thema Integration von Geflüchteten in ländlichen Räumen offenzulegen und Handlungsempfehlungen zu formulieren.

Laufzeit: Januar 2018 – Dezember 2020

Finanzierung:Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE)

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Glorius

Projektbearbeitung:  Miriam Bürer, M.A.; Hanne Schneider, M.A.

Projektseite: Website

(de) Der “lange Sommer der Migration” im Jahr 2015 und die damit verbundene “Krise der Europäischen Asylpolitik” sind bestimmende Themen des öffentlichen Diskurses, mit weitreichenden Folgen für politische Meinungsbildungsprozesse auf nationaler Ebene und für den Europäischen Integrationsprozess. Während die humanitäre Verpflichtung zur Aufnahme von Flüchtlingen nicht verhandelbar ist, bestehen offene Fragen hinsichtlich einer fairen und humanen Weiterverteilung der Asylsuchenden auf die Mitgliedsstaaten, der Harmonisierung von Asylverfahren und konkreten Praktiken im Umgang mit Asylsuchenden vor, während und nach dem Asylverfahren. Das durch die Europäische Kommission im Rahmen des Horzont 2020 Programms geförderte Forschungsprojekt CEASEVAL verfolgt mehrere Ziele: Zum einen wird ein neuer theoretischer Rahmen für den Prozess der „multilevel governance” des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems entwickelt und empirisch getestet; zweitens wird eine kritische Evaluierung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems vorgenommen und dabei Diskrepanzen zwischen EU Standards der Flüchtlingsaufnahme und nationalen Gesetzgebungen und ihrer Implementierung identifiziert und analysiert. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung von Handlungsalternativen hinsichtlich konkreter Probleme des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, so dass abschließend eine valide Einschätzung vorgenommen werden kann, welcher Grad von Harmonisierung (hinsichtlich Gesetzgebung und Implementierung) und Solidarität möglich und notwendig ist.

(en) Since 2015, migration towards and within Europe has created a ‘stress’ in the EU asylum and migration systems,
challenging the adequacy of the legal design of the Common European Asylum System (CEAS). This impacted the implementation of both the CEAS and national asylum systems in practice and called its further harmonisation into question.
The notion of harmonisation is not a fixed term, but rather incorporates varied meanings and practices. While in legal terms,
harmonisation has been explained as an approximation process towards minimum standards, harmonisation in political
terms rather focuses on policy convergence, of which the harmonisation of legal regimes is only one among many mechanisms of convergence. Taking these varied meanings into account, CEASEVAL will carry out a comprehensive evaluation of the CEAS in terms of its framework and practice. It will make an analysis of harmonisation which goes beyond the formal institutional setting and takes into account the complex relations among the actors engaged from the local and the national levels, to the European level, in order to explain the success and the failure of coordinated action between these varied actors. CEASEVAL will innovatively 1) combine multiple disciplines in order to explore different perspectives of the CEAS, 2) develop a new theoretical framework of multilevel governance of the CEAS, which will be empirically tested across several EU Member States and third countries, 3) provide a critical evaluation of the CEAS by identifying and analysing discrepancies in the transposition and incorporation of European standards in the area of asylum in domestic legislation, as well as differences in their implementation, and 4) elaborate new policies by constructing different alternatives of implementing a common European asylum system. On this basis, CEASEVAL will determine which kind of harmonisation (legislative, implementation, etc.) and solidarity is possible and necessary.

Laufzeit: November 2017 – Oktober 2019

Finanzierung: Europäische Kommission

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Glorius

Projektbearbeitung:  Prof. Dr. Birgit Glorius, Dr. Melanie Kintz, Jana Beinhorn, Simone Gasch, Hanne Schneider

Projektseite: Website

Migration von Studierenden und ihre weiterführenden Entscheidungen hinsichtlich Migration oder Verbleib wurden wissenschaftlich bislang überwiegend im Kontext der Begrifflichkeiten „Brain Drain“ / „Brain Gain“ / „Brain Circulation“ betrachtet. Forschungen zur Rückwanderung von Hochqualifizierten fokussieren vor allem auf die Mechanismen des Wissenstransfers von rückwandernden Bildungsmigranten und die regionalökonomischen Effekte durch die Rückwandernden. Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit 2015 geförderte Projekt „Rückwanderung und Lebenslauf“ konzentriert sich darauf, die Entscheidungsmuster der Graduierten hinsichtlich Rückkehr oder Verbleib zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einbettung der Wanderungs- oder Bleibeentscheidung in die individuelle Biographie und die Verknüpfung mit Übergängen im Lebenszyklus. Dabei wird das übergeordnete Ziel verfolgt, Rückwanderungsentscheidungen von Graduierten theoretisch umfassend zu modellieren, wobei Theorien zur Migration und Integration verknüpft werden sollen mit Theorien des sozialen Wandels sowie handlungstheoretischen und sozialpsychologischen Ansätzen. Die empirische Umsetzung dieses Projekts erfolgt durch ein qualitatives Studiendesign, Fallstudienregion ist der bulgarisch-deutsche Migrationskontext. Vorgesehen ist eine Serie von biographischen Interviews mit bulgarischen Graduierten, die nach dem Auslandsstudium in Deutschland nach Bulgarien zurückgekehrt sind, sowie als Vergleichsgruppe Graduierte, die sich nach dem Studienabschluss in Deutschland zum Bleiben entschlossen haben. Dabei planen wir, unterschiedliche Kohorten von Migranten zu erfassen, um den Einfluss kontextueller Faktoren in Herkunfts- und Zielland auf Rückkehrentscheidungen nachzuvollziehen. Flankiert wird die Untersuchung durch Interviews mit Experten aus dem Bereich Studium, Migration und Arbeitsmarkt in Deutschland und Bulgarien, durch die wir weitere Aufschlüsse über die Kontextbedingungen von Rückwanderungs- und Bleibeentscheidungen sowie über institutionelle Unterstützungsmechanismen erhalten wollen.

Laufzeit: 2015-2017

Finanzierung: DFG Projektnr. GL683/3-1

Projektleitung: Jun. Prof. Dr. Birgit Glorius

Projektbearbeitung: Yuliana Lazova

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