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Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Aktuelles Semester

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2017/2018

Das komplette Vorlesungsverzeichnis (mit ausführlicheren Kommentaren und Literaturhinweisen)
(pdf-Datei, 210 KB)

Richtlinien des Instituts für Europäische Geschichte für Hausarbeiten und Referate
(pdf-Datei, 300 KB).

 

Die Anmeldung für die Haupt- und Proseminare von Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll erfolgt jeweils in der ersten Sitzung. Die Anmeldung für die Haupt- und Proseminare von Dr. Hendrik Thoß erfolgt vorab per Email an den Dozenten.

Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
Vorlesung: Europa im Zeitalter der Nationalstaaten 1850-1890
B_EG PM 1, PM 2, PM 3, PM 4, PM 5, B_EU, B_PW


Zeit: Montag, 15.30-17.00 Uhr
Beginn: 09.10.2017
Raum: 4/203

Die Geschichte der europäischen Staatenwelt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war wesentlich geprägt von Problemen der Nationbildung und Nationalstaatswerdung. Dies gilt nicht nur für die Entwicklung in Deutschland und Italien, sondern auch und gerade mit Blick auf Südost- und Ostmitteleuropa. Ausgehend von der nachrevolutionären Situation der frühen 1850er Jahre, wird die Vorlesung die großen politischen Weichenstellungen des Zeitalters – den Krimkrieg, die Einigung Italiens, die Reichsgründung von 1871 – ebenso in Betracht zie-hen wie geistes- und kultur-, verfassungs- und gesellschaftsgeschichtliche Strukturprobleme der Epoche. Dabei ist der Blickwinkel ausdrücklich nicht auf die deutsche Staatenwelt be-schränkt. Französische, britische und russische Perspektiven werden eingehend berücksich-tigt, aber ebenso Probleme der politischen Struktur Süd-, Südost- und Ostmitteleuropas.

Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
Hauptseminar „Monarchische Herrschaft in Preußen-Deutschland und Russland“ (mit Exkursion nach St. Petersburg)
B_EG PM 6, PM 7, SM 3, SM 5, B_EU, B_PW


Zeit/Raum: Vorbesprechung am Dienstag 24.10.2017 11.00–12.00 Uhr, Raum 2/Rh.39/333. Vorbereitung Dienstag 31.10.2017, 7.11.2017, 14.11.2017 von 11.00–13.00 ebenfalls im Raum 2/Rh.39/333.

Das Hauptseminar richtet sich an interessierte und engagierte Studierende fortgeschrittener Semester und behandelt nicht nur staatlich-politische Aspekte der beiden bis 1917/18 in Preu-ßen bzw. Russland regierenden Dynastien der Romanovs und der Hohenzollern. Im Mittel-punkt stehen darüber hinaus Fragen der künstlerischen, kulturellen und mäzenatischen Aktivitäten beider Herrscherhäuser.
Das Seminar wird als Blockveranstaltung jeweils in Chemnitz und Berlin an zwei Wochenen-den im Dezember 2017 und im Januar 2018 stattfinden. Seminarpartner ist Prof. Dr. Jörg Baberowski, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Eine Exkursion nach Berlin und nach St. Petersburg, voraussichtlich im April 2018, ist mit dem Besuch der Veranstaltung ursächlich verbunden.

Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Studierende begrenzt. Teilnahme erfolgt nur nach persönlicher Voranmeldung.

Literaturempfehlungen:
- Kroll, Frank-Lothar: Preußens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II. 4.Aufl. München 2014.
- Kroll, Frank-Lothar: Die Hohenzollern. München 2008.
- Stadelmann, Matthias: Die Romanovs. Stuttgart 2007.

Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
Proseminar: Russland und Europa
B_EG PM 1, PM 2, PM 3, PM 5, EM 2, B_EU,


Zeit: Dienstag, 7.30-9.00 Uhr
Beginn: 10.10.2017
Raum: 4/201

Ob der Zustand Westeuropas für das jeweilige aktuelle und künftige Schicksal Russlands von vorbildhafter Bedeutung zu sein vermochte, oder ob er eher von abschreckender Wirkung war – diese Frage bildet das Zentralproblem des russischen Selbstbewusstseins in Vergangenheit und Gegenwart. Das Seminar geht diesem Problem auf den Grund. Es behandelt zunächst die altrussische Periode, also das Kiever Reich und den Moskauer Staat; dann das Petersburger Imperium bis 1917, mit Schwerpunkten in der ersten Hälfte des 18. und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Danach tritt die bolschewistische Ära in den Blick, d.h. die Ära der kommunistischen Sowjetmacht. Schließlich werden aktuelle Trends und Tendenzen zum Be-stimmungsverhältnis „Russland – Europa“ im politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Leben des postsowjetischen Russlands erörtert.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Teilnahme nur möglich nach Anmeldung per E-Mail.

Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
Übung: Chemnitzer Stadtgeschichte
B_EG PM 3, PM 4, B_EU, M_RezKult, B_GE


Zeit: Montag, 17.15-18.45 Uhr
Beginn: 09.10.2017
Raum: 4/201

Die Übung dient der Vorbereitung einer Buchveröffentlichung zum Chemnitzer Stadtjubilä-um (875 Jahre Chemnitz), die im Herbst 2018 erscheinen soll. Fortgeschrittene Studierende des Faches „Master Europäische Geschichte“ und „Master Europa-Studien“ sollen an dieser Publikation durch namentlich gezeichnete Kurzbeiträge zu ausgewählten Bereichen der Stadt-geschichte mitwirken.

Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll
Oberseminar/Kolloquium für Masteranden, Doktoranden und Habilitanden:
Neue Forschungen zur europäischen Geschichte in interdisziplinärer Perspektive


Zeit: siehe Aushang
Beginn: N.N.
Raum: N.N.

Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an alle Studierenden des Masterstudienganges „Europäische Geschichte“ sowie an die Doktoranden und Habilitanden des Instituts für Euro-päische Geschichte. Es werden neue Forschungsergebnisse präsentiert und die Validität ent-sprechender Darbietungen diskutiert.

Eine Teilnahme ist nur nach persönlicher Einladung bzw. Anmeldung möglich.

Dr. Hendrik Thoß
Proseminar: Das Osmanische Reich und Europa
B_EG PM 5, B_PW


Zeit: montags 09.15-10.45 Uhr
Beginn: 16.10.2017
Raum: 4/102

Der im 15. Jahrhundert beginnende Vorstoß des Osmanischen Reiches nach Nordwesten fand im 16. und 17. Jahrhundert mit der Einverleibung großer Teile Südosteuropas seinen Höhe-punkt. Erst mit der Niederlage vor Wien im Jahre 1683 zeichnete sich ein Wendepunkt ab. Schritt für Schritt wurde das Osmanische Reich zum Gegenstand der “orientalischen Frage”. Die europäischen Mächte England, Frankreich, das Habsburgerreich, Russland und, seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch Preußen, meldeten in der Auseinandersetzung um das Erbe der Sul-tane ihre Ansprüche an. Dem wachsenden äußeren Druck und der inneren Schwäche trachte-ten die Herrscher am Bosporus seit dem 19. Jahrhundert mit vielfältigen Reformen zu begeg-nen, die eng mit der Hoffnung auf die abermalige Stärkung des Reiches verbunden waren.
Als Begründer der modernen türkischen Republik gilt unumstritten Mustafa Kemal Atatürk (“Vater der Türken”), die trotz Militärdiktatur, starkem Einfluss islamistischer Parteien und Gruppierungen und der permanenten Krise des Parteiensystems heute an die Tür der Europäi-schen Union klopft und sich anschickt, als erster islamisch geprägter Staat seinen festen Platz in Europa einzunehmen. In dem Proseminar soll ein Bogen von der Zeit des Osmanischen Reiches bis zur heutigen Türkei geschlagen werden. Besonderes Augenmerk wird dabei eben-so den Beziehungen zu den europäischen Mächten wie den vielfältigen Einflüssen gelten, die die Türkei in den südosteuropäischen Staaten hinterlassen hat, die einstmals Teil dieser frühe-ren Weltmacht gewesen sind.

Literatur:
- Gazi Caglar: Die Türkei zwischen Orient und Okzident. Münster 2003.
- Klaus Kreiser: Kleine Geschichte der Türkei. Ditzingen 2003.

Anmeldung via Email an den Dozenten (hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de).

Dr. Hendrik Thoß
Übung: Deutsche Verfassungsgeschichte von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert
B_EG PM 2, PM 4, B_PW


Zeit: Mittwoch 11.30-13.00 Uhr
Beginn: 18.10.2017
Raum: 2/39/333

Die deutsche Verfassungsgeschichte von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert wurde vor allem von dem Verhältnis zwischen Reich und Territorien, zwischen Zentralismus und Partikularismus dominiert. Die einschlägige Forschung kann nicht wie die englische oder französische die allmähliche Entwicklung vom spätmittelalterlichen zum neuzeitlichen Staat mit seinen spezifischen Kennzeichen, wie beispielsweise der starken mit dem monarchischen Absolutismus verbundenen Staatsgewalt einschließlich Heer und Beamtenschaft als wichtigs-ten Werkzeugen, nachzeichnen. Vielmehr galt und gilt es, die Wechselwirkung von Zentral-staat und Territorien, das Mit-, Neben- und Gegeneinander beider Seiten darzustellen.

Literatur:
Hans Boldt: Deutsche Verfassungsgeschichte. 2 Bde., 2. Aufl., München 1993.
Reinhold Zippelius: Kleine deutsche Verfassungsgeschichte. 7., neu bearb. Aufl., München
2006.

Anmeldung via Email an den Dozenten (hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de).

Dr. Hendrik Thoß
Übung: Die Französische Revolution
B_EG PM 1, PM 2, PM 3, EM 1


Zeit: Montag, 11.30–13.00 Uhr
Beginn: 16.10.2017
Raum: 4/102

Die Revolution von 1789 hat in Frankreich eine bürgerliche Gesellschaft geschaffen, die durch alle weiteren politischen Entwicklungen hindurch in der Folgezeit erhalten geblieben ist und die dadurch für die übrigen Länder Europas im 19. Jahrhundert zum Vorbild wurde. Die in der ersten Phase der Revolution entstandene Notablen-Monarchie konstitutionell-parlamentarischer Prägung mit bürgerlicher Rechtsgleichheit, dem Durchbruch der Volkssou-veränität und der Formulierung der Menschen- und Bürgerrechte, die republikanischen Über-gangsstadien, die demokratische Republik und schließlich die militärisch-politische Diktatur, all diese Etappen verfassungspolitischer und staatsrechtlicher Entwicklung, die Vorbedingun-gen, Abläufe und herausragende Protagonisten sollen in der Übung ebenso thematisiert wer-den wie die vielfältigen Auswirkungen der Französischen Revolution auf die Geschichte Eu-ropas im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Literatur:
Wolfgang Kruse: Die französische Revolution, Paderborn u.a. 2005.
Ernst Schulin: Die Französische Revolution, München 1988.

Anmeldung via Email an den Dozenten (hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de).

Dr. Hendrik Thoß
Proseminar: Kultur und Politik in der Weimarer Republik
B_EG PM 2, PM 4, EM 1, B_GE, B_PW


Blockveranstaltung. Zeit und Raum werden separat bekanntgegeben.

Die politische Kultur Weimars, der „Republik ohne Republikaner“, des Staates „ohne Identi-tät mit sich selbst“ war von Beginn an geprägt von mannigfaltigen Spannungslagen und Kon-flikten, die zum einen aus dem im Vergleich mit Westeuropa und den USA raschen Industria-lisierungsprozess, zum anderen aus der politisch-sozialen Konstruktion des Kaiserreichs überkommen und durch den verlorenen Krieg und die Revolution entfesselt worden waren. Konflikte ließen die Weimarer Republik aber auch zu einem Ort beispielloser künstlerisch-kultureller Kreativität auf nahezu allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens werden. Den hier aufgezeigten Raum durchmessend soll in der Lehrveranstaltung das „weite Feld“ zwi-schen Kultur und Politik an einigen ausgewählten Beispielen dargestellt und der politische Werdegang Weimars von der Revolution bis zur Machtergreifung Hitlers gespiegelt werden.

Literatur:
Georg Bollenbeck: Tradition, Avantgarde, Reaktion. Deutsche Kontroversen um die kulturel-le Moderne. Frankfurt/M. 1999.
Peter Hoeres: Die Kultur von Weimar. Durchbruch der Moderne. Berlin 2008.
Detlev J. K. Peukert: Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne. Frank-furt/M. 1987.

Anmeldung via Email an den Dozenten (hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de).

PD Dr. Dr. Harald Lönnecker
Hauptseminar: „Sänger, Turner Schützen sind des Reiches Stützen!“ – Vereine als Grundlagen der Nationalbewegung im 19. und frühen 20. Jahrhundert
B_EG PM7, M_EG SM 3, SM 4, M_EI


Blockseminar Termine:
Donnerstag, 15.02.2018, 09.00 - 13.00 Uhr, 14.00 - 18.00 Uhr
Freitag, 16.02.2018, 9.00 - 13.00 Uhr, 14.00 - 18.00 Uhr
Sonnabend, 17.02.2018, 10.00 - 13.00 Uhr
Raum: 333

Eine verbindliche e-postalische Anmeldung (mit Name, Semesterzahl, Fächer, Anschrift, Stand der paläographischen Kenntnisse) findet bis zum 15. Oktober 2017 statt!

Der freie, aus dem Vertragsrecht entspringende, nicht durch Geburt und Stand vorherbestimmte Zusammenschluss im auf einen Zweck gerichteten Verein war ab etwa 1815 die Organisationsform des liberalen Bürgertums schlechthin. Der Verein war die Stätte der bürgerlichen Emanzipation und der politischen Selbstfindung. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war „aus der Vereinsbereitschaft der Bürger eine Art Vereinsleidenschaft geworden“ (Thomas Nipperdey). Der Weg zur Selbstorganisation der Gesellschaft führte fast nur noch über den Verein. Der Verein war das „eigentlich positive, gestaltende Prinzip der neuen Epoche“ (Otto von Gierke).
Besonders die Vereine der Sänger, Turner und Schützen organisierten den vorpolitischen Raum und wurden die tragenden Säulen der deutschen Nationalbewegung. Untersucht werden sollen im Seminar die verschiedenen Ausprägungen der Vereinigungen, die Gründe ihres Entstehens und ihrer Entwicklung und Tätigkeit, warum und welche Bedeutung sie erlangten. Da mit Archivalien des 19. Jahrhunderts gearbeitet wird, sind paläographische Kenntnisse von Vorteil.

Literatur
Düding, Dieter: Organisierter gesellschaftlicher Nationalismus in Deutschland (1808-1847). Bedeutung und Funktion der Turner- und Sängervereine für die deutsche Nationalbewegung (Studien zur Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts, 13), München 1984.
Klenke, Dietmar: Der singende „deutsche Mann“. Gesangvereine und deutsches Nationalbewußtsein von Napoleon bis Hitler, Münster/New York/München/Berlin 1998.
Michaelis, Hans-Thorald: Unter schwarz-rot-goldenem Banner und dem Signum des Doppeladlers. Gescheiterte Volksbewaffnungs- und Vereinigungsbestrebungen in der Deutschen Nationalbewegung und im Deutschen Schützenbund 1859-1869 – Elemente einer deutschen Tragödie (Europäische Hochschulschriften, Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften, 549), Frankfurt a. M./Berlin/Bern/New York/Paris/Wien 1993.
Nickel, Sebastian: Männerchorgesang und bürgerliche Bewegung 1815-1848 in Mitteldeutschland (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe, 37), Köln 2013.
Nipperdey, Thomas: Der Verein als soziale Struktur in Deutschland im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Eine Fallstudie zur Modernisierung, in: Boockmann, Hartmut/Esch, Arnold/Heimpel, Hermann (Hg.): Geschichtswissenschaft und Vereinswesen im 19. Jahrhundert. Beiträge zur Geschichte historischer Forschung in Deutschland (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 1), Göttingen 1972, S. 1-44.

 

Presseartikel