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Europäische Geschichte studieren in Chemnitz
Lehre

Aktuelle Lehrveranstaltungen Wintersemester 2017/2018


Das Vorlesungverzeichnis als PDF-Dokument.
 

Till S. Kronsfoth, M.A.
Proseminar: Johann Joachim Winckelmann
PM1, PM4, PM6


Zeit: 4 Blockseminare, Vorbesprechung am 18.10.2017, 13.45-15.15 Uhr
Raum: 2/RH 39/333

Johann Joachim Winckelmann gilt als Begründer der Altertumswissenschaften und als Mitbegründer
des Klassizismus. Protegiert durch Mitglieder des kurfürstlichen Hofes veröffentlichte
er 1755 in Dresden sein Buch „Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in
der Malerei und Bildhauerkunst“, das den internationalen Antikendiskurs der folgenden fünfzig
Jahre bestimmen sollte.
Das Blockseminar richtet sich an Studierende, die in besonderem Maße an der Alten Geschichte
und/oder der Neueren und Neuesten Geschichte interessiert sind. Sie erlernen die
Analyse von Quellen anhand der Briefe des bedeutenden Kunst- und Kulturwissenschaftlers
mittels zweier wissenschaftlicher Methoden – der Diskursanalyse nach Foucault und der Inhaltsanalyse
nach Mayring.

Das Blockseminar findet an insgesamt vier Terminen statt, die im Rahmen der Einführungsveranstaltung
am Mittwoch, den 18.10.2017, 13:45 Uhr bis 15:15 Uhr, vereinbart werden.

Dr. des. Christopher Degelmann
Hauptseminar: Caesarenwahn
PM 6, SM 1, M_RezKult, M_GE, M_EI

Zeit: Mittwoch, 15.30 - 17.00 Uhr
Raum: Reichenhainer Str. 39/ Raum 333
Beginn: 11.10.2017


Korrumpiert „absolute“ Macht auch absolut? Dieser Frage ging der Mediävist Ludwig Quidde in seinem 1894 erschienen Buch Caligula. Eine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn nach. Dass ein Historiker des Mittelalters sich eines Themas der Alten Geschichte annahm, fiel schon den Zeitgenossen ins Auge und veranlasste sie zu einer dichten Lektüre. Die für den sog. furor Caesaris herausdestillierten Merkmale wie der Glaube des Kaisers an seine Göttlichkeit und an ständige Verschwörungen in seinem Umfeld, seine Sucht nach Luxus, Theatralität und militärischen Erfolgen meinte man im Charakter und Handeln des Kaisers Wilhelm II. wiederzufinden. Diese Anspielungen kosteten Quidde, der später den Friedensnobelpreis erhalten sollte, die akademische Karriere. Das Hauptseminar wird sich nicht nur der politischen Affäre um Quidde widmen, sondern zudem und vor allem das wirkmächtige Konzept des Caesarenwahns hinterfragen, das auch Einzug in die Pop-Kultur hielt. Dabei werden wir methodische und historiographische Probleme ansprechen, die nicht nur für Althistoriker von Relevanz sind. Unabdingbar ist es dazu die politische Ordnung der späten römischen Republik mit der frühen Kaiserzeit zu kontrastieren, wodurch wir ein feines Gespür für die politischen To-Do’s und Tabus des Prinzipats entwickeln werden.

Literatur


Karl Holl/Hans Kloft/Gerd Fesser (Hg.), Caligula – Wilhelm II. und der Caesarenwahnsinn. Antikenrezeption        und wilhelminische Politik am Beispiel des „Caligula“ von Ludwig Quidde. Bremen 2001.

Hans Kloft, Caligula. Ludwig Quidde und der Cäsarenwahnsinn, in: Bernd Effe/Reinhold F. Glei (Hg.) Genie          und Wahnsinn. Konzepte psychischer „Normalität“ und „Abnormität“ im Altertum. Trier 2000, 179-       204.

Ludwig Quidde, Caligula. Eine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn. Erstmals Leipzig 1894 (zahlreiche         Neuauflagen).

John C.G. Röhl, Kaiser Wilhelm II. „Eine Studie über Cäsarenwahnsinn“. München 1989.

Florian Sittig,
Caesarenwahnsinn, Professorenwahnsinn, Volkswahnsinn – Gebrauchsanweisung für eine  historische Analysekategorie, in: Monika Schuol u.a. (Hg.), Exempla imitanda. Mit der Vergangenheit  die Gegenwart bewältigen. Göttingen 2016, 229-248.

Aloys Winterling, Caligula. Eine Biographie. Erstmals München 2003 (mehrere Neuauflagen).

 

Dr. des. Christopher Degelmann
Proseminar: To shave or not to shave – griechisch-römische Bartkultur
PM 1, PM 3, PM 4, B_GE, B_EU, B_PW

Zeit: Mittwoch, 11.30 - 13.00 Uhr
Raum: 2/W044
Beginn: 11.10.2017

In vormodernen Gesellschaften, deren politische Kommunikation weniger auf schriftlichen als auf symbolischen Austausch beruht, hat das (Nicht-)Tragen eines Bartes nicht nur ästhetische Funktion. Im Gegenteil: Ob Voll-, Kinn-, Schläfen-, Ober- oder Unterlippenbart, beständig gekürzt, mit Ölen eingerieben, zu Recht gestutzt oder struppig: Bart war nicht gleich Bart. Gerade Bartwuchs, Rasur und Pflege gaben in hohem Maße Auskunft über die soziale, kulturelle und historische Zugehörigkeit oder rechtliche Privilegien, über vermeintliche sexuelle Orientierung und Lebensabschnitte. Das ging einher mit Annahmen über den Charakter einer Person, die es hervorzuheben oder im Angesicht politischer Attacken anzufechten galt.

Da die „Bartmode“ historischen und kulturellen Wandlungsprozessen unterlag, werden wir im Proseminar die Bartkultur verschiedener Epochen des griechisch-römischen Altertums von der Archaik bis in die Spätantike in den Blick nehmen und neben literarischen Texten auch materielle Zeugnisse wie Vasen, Münzen oder Büsten „zu Wort“ kommen lassen.
 

Literatur

Bernadette Descharmes, Von Bürgern und Bärten. Körper, Männlichkeit und Politik im klassischen Athen, Historische Anthropologie 23 (2015), 253-73.

Peter R. Franke, Imperator barbatus. Zur Geschichte der Barttracht in der Antike, in: Pedro Barceló (Hg.), Contra quis ferat arma deos? Vier Augsburger Vorträge zur Religionsgeschichte der römischen Religionsgeschichte der römischen Kaiserzeit. München 1996, 55-77.

August Mau, s.v. Bart, RE III,1 (1897), 30-4.

Jan Meister, Der Körper des Princeps. Zur Problematik eines monarchischen Körpers ohne Monarchie. Stuttgart 2012.

Allan Peterkin, One Thousand Beards: A Cultural History of Facial Hair. Vancouver 2001.

Dr. Eske Bockelmann
Altgriechisch I (fakultativ)


Zeit: Dienstag, 15.30-17.00 Uhr
Beginn: 10.10.2017
Raum: 2/N106

Altgriechisch II (fakultativ)

Zeit: Donnerstag, 15.30-17.00 Uhr
Beginn: 12.10.2017
Raum: 2/D201

Dr. Burkhard Müller
Latein I

Parallelkurs A: Dienstag und Donnerstag, 07.30-9.00 Uhr (vierstündig)
Parallelkurs B: Dienstag, 09.15-10.45 Uhr und Donnerstag, 11.30-13.00 Uhr (vierstündig)
Beginn: 17.10.2017
Raum: N.N.

Eine Einschreibung erfolgt über das Fremdsprachenzentrum.

Dr. Burkhard Müller
Kurs „freiwillige Lateinische Lektüre“ (fakultativ)

Zeit: Dienstag, 17.15-18.45
Beginn: 17.10.2017
Raum: N.N.

Dieser Kurs richtet sich an interessierte Studierende mit einem Abschluss in Latein.

Daniel J. Naumann
Sprachkurs Altes Hebräisch I (FAKULTATIV)

Zeit: montags, 19.00-20.30 Uhr
Beginn: 16.10.2017
Raum: 2/N002
Ziel des viersemestrigen Kurses ist es, Grundkenntnisse der hebräischen Grammatik zu erwerben,
narrative althebräische Texte (Quelle: BibliaHebraica, das s.g. „Alte Testament“ der
Bibel) und Inschriften zu übersetzen und somit auch wichtige Quellen zum Alten Orient und
der frühen Antike zu erschließen. Der Kurs schließt auf Wunsch im vierten Semester mit der
Abiturergänzungsprüfung Hebraicum ab. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Lehrmaterial
gibt es zunächst vom Dozenten, weiterführende Literatur wird im Kurs vorgestellt. Dieser
Kurs ist grundsätzlich auch sehr gut für Gasthörer geeignet.

Kurzfristige Raum- und Terminänderungen finden Sie unter www.althebräisch.de
Anmeldung bitte unter: einschreibung@hebrew.institute

Presseartikel