Verspätetes Zeugnis rechtfertigt nicht Schadenersatzforderung

Frankfurt/Main - Ein zu spät erteiltes Arbeitszeugnis rechtfertigt nicht automatisch Schadenersatzansprüche des Arbeitnehmers. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt festgestellt. Die Richter wiesen damit die Klage einer Sachbearbeiterin gegen eine Bank zurück. (AZ 2 Sa 159/03).

Die Frau hatte von ihrer früheren Arbeitgeberin Schadenersatz in Höhe eines Jahresgehalts verlangt, weil sie das von ihr gewünschte Arbeitszeugnis erst mehrere Monate nach ihrem Ausscheiden erhalten hatte. Sie habe sich ohne das Zeugnis nicht erfolgreich bei anderen Firmen bewerben könne, begründete sie dies. Vor Gericht musste die Klägerin jedoch einräumen, dass sie sich nirgendwo beworben hatte.

Dem Gericht zufolge hätte die Arbeitnehmerin nachweisen müssen, dass sie allein wegen des fehlenden Zeugnisses keinen neuen Arbeitsplatz gefunden hatte. Dafür hätte sie entsprechende Belege der Firmen vorlegen müssen, die sie abgelehnt hätten.

Quelle: LVZ und dpa 29.09.2003