Wie sieht das eigentlich mit dem Versicherungsschutz auf Dienstreisen aus?

Diese Frage hat eine Leserin geschickt. Die Antwort: Üblicherweise sind Sie auf Geschäftsreisen, die Sie im Auftrag des Arbeitgebers durchführen, gesetzlich unfallversichert. Der Versicherungsschutz besteht nicht nur, wenn Sie vom Betrieb aus losfahren, sondern auch, wenn Sie die Dienstreise direkt von zu Hause aus antreten.

Versichert ist der direkte Weg - und das unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel. Auch am Zielort gilt der gesetzliche Versicherungsschutz, allerdings nur für Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit dem dienstlichen Zweck Ihrer Reise stehen.

Beispiele:

Allerdings hat der Versicherungsschutz Grenzen. Nicht versichert sind Tätigkeiten, die Sie privat verrichten, etwa der Besuch einer Kneipe nach Feierabend, das Fußballspiel mit Kollegen oder der Gang in die Hotelsauna am Ende des Tages.

Aufgepasst: Kritisch wird es außerdem immer dann, wenn Sie die Dienstreise aus privaten Gründen verlängern, unterbrechen oder dafür Umwege fahren.

Umwege: Wer den direkten Weg zum Zielort oder wieder zurück verlässt, verliert den Versicherungsschutz. Den direkten Weg zum Zielort verlassen Sie bereits, wenn Sie auf den Kundenparkplatz eines Supermarktes fahren, um noch einige private Einkäufe zu tätigen. Auf diesem Parkplatz und im Supermarkt besteht dann kein Versicherungsschutz. Dieser tritt erst wieder ein, wenn Sie auf den direkten Weg zum oder vom Zielort zurückkommen.

Unterbrechungen auf dem Heimweg: Die Unterbrechung einer Dienstfahrt darf nicht zu lange sein, sprich, nicht mehr als 2 Stunden betragen. Sonst geht der Versicherungsschutz für die weitere Fahrt komplett verloren.

Frühere An- oder Abreise: Wer aus privaten Gründen deutlich vor Beginn des dienstlichen Anlasses an- oder deutlich danach abreist, kann für den Reiseweg keinen gesetzlichen Versicherungsschutz beanspruchen. Passiert hier also ein Wegeunfall, kommt die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse weder für die Behandlungs- und Rehakosten noch für eine eventuelle Berufsunfähigkeitsrente auf.

Quelle: BWRmedia, http://www.bwr-media.de, Günter Stein, 06.05.2013