Grobe Beleidigung des Chefs nicht immer Kündigungsgrund

Frankfurt/Bonn - Bei einem rauen Umgangston im Betrieb ist selbst die grobe Beleidigung des Chefs kein Kündigungsgrund. Sogar wenn der Vorgesetze als «Arschloch» beschimpft wird, kann er seinen Mitarbeiter nicht fristlos entlassen. Das hat das Landesarbeitsgericht Hessen in Frankfurt entschieden (Az.: 11 Sa 158/02).

In dem verhandelten Fall war ein Zimmermädchen von einem Hotelunternehmen fristlos entlassen worden, nachdem es eine Vorgesetzte rüde beschimpft hatte. Wie der in Bonn erscheinende Informationsdienst «Neues Arbeitsrecht für Vorgesetzte» berichtet, glaubte das Gericht aber dem Zimmermädchen. Nach dessen Aussagen war unter den Mitarbeitern des Hotels ein rauer Umgangston üblich. Überdies sei sie von ihrer Vorgesetzten provoziert worden. Die Beleidigung müsse in einem solchen Fall zunächst einmal hingenommen werden, auch wenn bei groben Beleidigungen eine sofortige Entlassung grundsätzlich möglich sei, so das Gericht. Die Kündigung sei unwirksam.

Quelle: LVZ und dpa 29.09.2003