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National Model United Nations
Land

                     "Unser" Land – die Republik Senegal

Das Land 

Der Senegal ist ein westafrikanisches Land, welches an den Atlantischen Ozean grenzt. Das Land ist 196.712 Quadratkilometer groß. Das Klima ist durch starke Regenfälle in den Sommermonaten und Trockenperioden von Dezember bis Mai geprägt. Dementsprechend findet man verschiedene Vegetationszonen von der Subsahara im Norden, über Trockensavannen, bis hin zu Feuchtsavannen im Süden, die eine große Artenvielfalt aufweisen. Der Senegal umschließt seinen Nachbarstaat Gambia, grenzt im Norden an Mauretanien, im Osten an Mali und im Süden an Guinea-Bissau und Guinea. Der Senegal hat gut 16,3 Millionen Einwohner. Über 60% der senegalesischen Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt. Die Hauptstadt ist Dakar und liegt auf der Cap-Vert-Halbinsel.

Die Präsidialrepublik Senegal hat eine Tradition von stabilen Regierungen und bürgerlichem Recht. Der derzeitige Präsident Macky Sall wurde im zweiten Wahlgang mit einer Mehrheit von fast zwei Dritteln der Stimmen gewählt. In mehreren Koalitionen bilden viele verschiedene Parteien die Nationalversammlung (Einkammerparlament mit 165 Sitzen und 5-jähriger Legislaturperiode). Das System  und die Verfassung orientieren sich dabei stark an Frankreich, der ehemaligen Kolonialmacht.

Die nächste Präsidentschaftswahl soll im Februar 2019 erfolgen. Während Französisch die offizielle Amtssprache ist, ist Wolof die wichtigste Verkehrssprache. Obwohl im Senegal knapp 95 Prozent der Bevölkerung Muslime sind, toleriert man Christen und feiert Feiertage aus beiden Religionen zusammen.

Wirtschaft

Trotz der im Vergleich zu Industrieländern wie Deutschland sehr niedrigen Kennziffern bezgl. des BIP (2017: 16,6 Milliarden US-Dollar), der Export/Import-Indikatoren usw. sieht die wirtschaftliche Situation für ein afrikanisches Land mit hohen Wachstumsraten und niedrigen Inflationsraten-recht gut aus. Die Regierung hat in der Vergangenheit bereits mehrere Schritte unternommen, um die wirtschaftliche Situation zu verbessern und das Wachstum zu stärken. Dennoch werden eine hohe Arbeitslosenquote (~ 48 %) und ein hohes Maß an Armut (~47 %) die politischen Entscheidungsträger des Landes weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Das Land gehört zur Gruppe der Least Developed Countries (LDCs).

Die Wirtschaft des Senegal wird von der Landwirtschaft (ca. 80%), Bauwirtschaft, Fischerei sowie Dienstleistungen geprägt.

Geschichte

Erste Siedlungen bisher unerforschter Völker im Gebiet des heutigen Senegals lassen sich bis in die Altsteinzeit (ca. 1.000.000 v.Chr.) zurückdatieren. Während des fünften Jahrhunderts n.Chr. wanderten die Stämme Wolof und Serer in die Region und gründeten im 9. Jahrhundert den Staat Takrur, der durch Handel mit den Almoravidischen Berbern bereits früh in Kontakt mit dem Islam geriet und im Verlauf des Jahrhunderts über den Djihad bekehrt wurde. Die nachfolgenden Reiche der Wolof standen bis ins 15. Jahrhundert unter Fremdherrschaft. Mit den ersten portugiesischen Handelsposten 1444 entstanden weitgehende Handelsbeziehungen; in diesen wurden Waren wie Elfenbein oder Gold, aber auch Sklaven – meist auf Feldzügen gegen andere Stämme im Hinterland verschleppt – gegen Stoffe, Pferde und Waffen getauscht. Vom 16. bis in das ausgehende 18. Jahrhundert wurde das Gebiet zwischen Senegal- und Gambia-Fluss zum Spielball der europäischen Kolonialmächte.

 

1677 übernahmen Franzosen die Insel Goreé vor der Stadt Dakar, was den Beginn einer fast 300 Jahre andauernden Kolonialherrschaft über das heutige Senegal markierte. Während die Kolonialisten zunächst von dem transatlantischen Sklavenhandel, später von dem Export von Erdnüssen profitierten, weitete sich der französische Einfluss bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf fast das gesamte Territorium des heutigen Senegal aus. Nachdem die Bewohner der Kolonie Anfang des 20. Jahrhunderts einige Bürgerrechte, wie beispielsweise das Wahlrecht, zugestanden bekommen haben, folgten ab 1958 Verhandlungen über die Unabhängigkeit, die 1960 in der Gründung der Mali-Föderation endete. Bereits nach wenigen Monaten löste sich die Föderation auf und am 20. August 1960 gründete sich die Republik Senegal als unabhängiger Nationalstaat.

Nach seiner Unabhängigkeit entwickelte sich das Land vom Einparteienstaat unter sozialistischer Herrschaft zu einem parteienpluralistischen Land mit fortdauernden demokratischen Nachbesserungen seiner Verfassung.

Dennoch kämpft der junge Staat jeher mit verschiedenen Herausforderungen: eine Wirtschaftskrise während der 1970er und 1980er Jahre, schwierige Lebensumstände für die Bevölkerung in den 2000ern, sowie ein Konflikt über Landnutzungsrechte mit dem Nachbarland Mauretanien, welcher dazu führte, dass 50.000 Menschen nach Senegal vertrieben wurden. Zudem führen seit 35 Jahren Separatisten in der südlichen Provinz Casamançe einen bewaffneten Konflikt gegen die Regierung mit geschätzt 5.000 Todesopfer und 100.000 Binnenvertriebenen, welcher durch ein Friedensabkommen und einen kürzlich ausgerufenen Waffenstillstand langsam aber sicher zu enden scheint.

Herausforderungen

Der Senegal sieht sich dennoch als stabilisierender Akteur in Westafrika und unterstützt seine Nachbarstaaten durch seine aktive Außenpolitik sowohl in der Regionalorganisation ECOWAS als auch in der Afrikanischen Union (AU) und den Vereinten Nationen (VN). Senegal war einer der Gründerstaaten von ECOWAS und ca. 3000 Soldaten der senegalischen Armee ist in der Streitkraft ECOWAS-Überwachungsgruppe (ECOMOG). Durch Bündnisse, wie die Regionalorganisation ECOWAS und Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) setzt sich Senegal für ein starkes westafrikanisches Bündnis und den Zusammenhalt zwischen den Ländern ein. 

Das Bildungssystem des Senegal basiert auf dem französischen Vorbild und ist in zwei Hauptformen unterteilt, wobei der Schulbesuch im Alter von 6 bis 16 Jahren verpflichtend und für staatliche Schulen kostenfrei ist, trotzdem werden insbesondere in den ländlichen Bereichen Koranschulen präferiert. Die Ausgaben im Bereich von Entwicklung und Forschung sowie die netto Einschulungsrate stieg in der letzten Dekade konstant an. Trotz dieser positiven Entwicklungen zählt der Senegal nach wie vor als Entwicklungsland, was sich gerade im Bereich der Renten- und Gesundheitsversicherung spiegelt, die nur einem geringen Teil der Bevölkerung zugutekommt und, neben einer Armutsrate von über 66 %, Indikatoren für den Entwicklungsbedarf des Senegals stellen.     

Die Lage der Umwelt im Senegal ist kritisch. Das Land ist stark von den Folgen des Klimawandels betroffen und hat gleichzeitig nur ein begrenztes Anpassungsvermögen. Im nationalen Zwiespalt zwischen raschem wirtschaftlichem Wachstum und nachhaltiger Entwicklung sind internationale Entwicklungsgelder oft die einzigen Mittel im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels.

Die VN sind in Afrika und im Senegal mit verschiedenen Programmen sehr präsent. Sie dienen vor allem der Friedenssicherung, der Wahrung der Menschenrechte und internationaler Gesetze, sowie der Förderung wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung.