Ursprünglich bezeichnete das Wort Menschen, die sich erst in höherem Alter von der Welt abwandten und Mönch wurden. Im Gegensatz zu ihnen standen die oblat, die schon als Kinder für ein Leben im Kloster bestimmt waren und die durch ihren frühen Beitritt die dortigen Bildungsmöglichkeiten besser ausschöpfen und dadurch die Möglichkeiten des Aufstiegs innerhalb der Klosterhierarchie auch besser nutzen konnten. In diesem Sinne des Wortes waren Konversen und Oblaten gleichwertig, die Konversen also normale Mönche.
Erst später setzte sich der Begriff für Laien durch, die durch einfache Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam an den Orden gebunden, aber von den Mönchen doch in vielerlei Weise, z.B. räumlich, aber auch durch die Tatsache daß sie nicht zu Priestern geweiht werden durften, getrennt waren. Sie durften nicht an Abtwahlen teilnehmen und konnten auch keine richtigen Mönche werden. Wenn sie auch meist in Zusammenhang mit dem Orden der Zisterzienser genannt werden, sind sie doch nicht von den Zisterziensern erfunden worden. Sie treten seit Mitte des 11. Jahrhunderts in Benediktinerabteien Italiens auf. Erklären kann man sich das daraus, daß sich so ein Weg bot, ein monastisches Leben zu führen, ohne allen Verpflichtungen der Kleriker zu unterliegen. Es konnten sicherlich viele Gründe eine Rolle bei der Wahl dieses Weges spielen, sowohl die tiefe Religiosität der Menschen der Zeit, als auch die wirtschaftliche Sicherheit.
Die Konversen in den Zisterzienserklöstern arbeiteten in Landwirtschaft und Handwerk, oft in verantwortungsvollen Positionen, leisteten aber auch häusliche Dienste und halfen so, die von der Benediktusregel vorgeschriebene Autarkie der Klöster zu gewährleisten. Durch den Anschluß von Konversen war man in der Lage, das Klosterland in Eigenwirtschaft zu bebauen, statt von fremder Arbeit leben zu müssen, was die Regel ablehnte. Die Arbeitserleichterung, die den Mönchen durch die Konversen zuteil wurde, erlaubte diesen außerdem, sich ohne Überlastung dem von der Regel vorgeschriebenen Chorgebet, Gottesdienst und Studium in ausreichendem Maße zu widmen. Auch Nonnenklöster hatten Laienschwestern für die Handarbeit.
Die Konversen stammten überwiegend aus ärmeren Schichten wie Bauern- und Handwerkerschaft. Diese hatten vorher wenige Möglichkeiten zu einem monastischen Leben mit seinen rechtlichen und sozialen Verbesserungen gegenüber ihrem bisherigen Leben und seiner Aussicht auf Lohn im Jenseits gehabt.
Konversen gab es, in unterschiedlicher Form (servientes, tertiarii), auch in Ritter- und Hospitalorden, bei den Regularkanonikern und den Mendikanten.


Literatur:
Toepfer, Michael: Die Konversen der Zisterzienser. Untersuchungen über ihren Beitrag zur mittelalterlichen Blüte des Ordens, Berlin 1983.
Rüther, A.: Konversen, in: Lexikon des Mittelalters Bd. V, München 1991, Sp. 1423f.