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Unter diesem Begriff werden religiöse Frauengemeinschaften zusammengefaßt, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts im südlichen Brabant entstanden und sich besonders in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland verbreiteten. Der Begriff "Begine" bedeutet "Laienschwester". Er ist wahrscheinlich eine sprachliche Verstümmelung des Wortes "Albigenses", eines anderen Begriffs für die Katharer, welche von der Kirche als Häretiker verfolgt wurden. Das deutet an, daß die Kirche dem Beginentum nicht von Beginn an positiv gegenüberstand.
Die Beginen lebten in Häusern ähnlich wie in Klöstern zusammen, legten jedoch keine Gelübde ab und auch nicht in strenger Klausur. Sie erhielten geistliche Betreuung durch Priester in der Nähe liegender Ordenshäuser, oftmals durch Dominikaner, und widmeten sich besonders der Krankenpflege und der Erziehung von Mädchen. Sie gerieten aber auch des öfteren mit den Zünften ihrer Stadt in Auseinandersetzungen, da sie häufig für ihren Lebensunterhalt arbeiteten und damit zur Konkurrenz für manche Gewerbezweige, besonders die Weberei, werden konnten.
Die frühen Beginen gehörten meist dem Adel oder städtischen Mittelstand an, es waren Frauen, die sich bewußt für ein religiöses Leben der Kontemplation, des Gebets und der geistlichen Übungen in Armut entschieden hatten. Sie mußten beim Eintritt einen Art Mitgift mitbringen; anders wäre das wirtschaftliche Überleben der Beginenkonvente kaum denkbar.
Die Strukturen eines Konvents waren demokratischer als die der Orden, z.B. wurde die Vorsteherin meist auf ein Jahr gewählt und war absetzbar.
Aber auch einzeln, zu Hause oder in einer Einsiedlerbehausung, konnte eine Frau diese Lebensweise wählen, was aber vom Klerus nicht gern gesehen wurde, da diese Frauen religiös schwer kontrollierbar waren. Außerdem gab es noch "schweifende", wandernde Beginen.
In der Hoch-Zeit der Bewegung bildete das Beginentum einen Mittelpunkt der Frauenmystik, Namen wie Mechthild von Magdeburg sind ihm zuzuordnen.
Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gab es zunehmend Stiftungen wohlhabender Angehöriger der Bürgerschicht, die auch armen Frauen die Möglichkeit boten, dort zu leben und zu arbeiten. So wurden die Beginenhäuser mehr und mehr zu Institutionen, in denen die Städter verarmte Frauen unterbringen konnten. Beginen waren eine auch zahlenmäßig starke Gruppe.
Beginenhäuser bestanden in einigen Ländern bis ins 20. Jahrhundert hinein, aber die überwiegende Mehrheit wurde im Zuge der Reformation aufgelöst oder in evangelische Damenstifte o.ä. umgewandelt.
Begriffsklärung von "Beginen"
Geschichte der Beginenbewegung
Einführende Literatur:
Johanna Lanczkowski: Kleines Lexikon des Mönchtums, Stuttgart 1993.
Eva Schirmer: Mystik und Minne. Frauen im Mittelalter, Wiesbaden o.J
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