Ruine - Kloster Altzella

Gründungslegende

Als einstmals der heilige Benno durch das Land reiste, sah er an einem öden Ort viele Tauben sitzen. Da prophezeite Benno, daß in Kürze ein neuer Orden dort ein Kloster erbauen würde, dessen Gebete viele selig machen könnten. Darauf erbaute Otto, der Markgraf von Meißen, dort dem Zisterzienserorden ein Kloster namens Zelle, das er großzügig ausstattete.

Lauterbach, Werner u. Steffen Wagner (Hg.): Der gespenstige Mönch. Sagen und seltsame Begebenheiten aus Städten und Dörfern um das Kloster Altzella, Berlin 1997. Die Sage ist nach Lauterbach schon 1721 bei Knauth verzeichnet.


Der Klosterräuber von Altzella

Die Petersberger und Altzellaer Annalen nennen den Markgrafen Albrecht (1190-1195) "den Stolzen". Er war der Sohn des Markgrafen Otto "des Reichen". Es wird berichtet, daß Markgraf Otto dreitausend Mark in Silber im Kloster Altzella hinterlegt habe, damit die Mönche Messen für sein Seelenheil lesen sollten. Albrecht, der nicht daran glaubte, daß der von den Mönchen angegebene Verwendungszweck der Wahrheit entsprach, forderte das Geld vom Kloster zurück. Die Mönche erhoben zwar Einspruch, aber Albrecht bestand auf seinem Ansinnen. Deshalb legten die Klosterbrüder das Geld schließlich auf dem Altar der Mutter Gottes nieder. Das schreckte Albrecht allerdings nicht: er nahm das Geld ohne Scheu. Als Strafe für diesen Kirchenraub soll er krank geworden sein und so üblen Geruch um sich verbreitet haben, daß sich selbst seine Freunde von ihm fernhielten. Angeblich wurde er dann von einem seiner Vertrauten vergiftet.

Nach: Sächsische Schlösserverwaltung (Hg.): Sachsens schönste Schlösser, Burgen und Gärten, Leipzig 1998, S.110.


Geheime Gänge der Mönche von Altzella

Geheimgänge spielen in vielen Klostersagen eine Rolle, und so wird erzählt, daß nahe dem Kloster Altzella ein noch älteres Zisterzienserinnen-kloster gestanden haben soll. Von diesem soll ein unterirdischer Gang zum Mönchskloster geführt haben, so daß sich Mönche und Nonnen dadurch ungesehen treffen konnten. Weitere Gänge sollen vom Burgberg (bei Marbach) und von Cunners-dorf zum Kloster geführt haben. Auch unter dem sog. "Erblehn-gericht" bei Greifendorf befänden sich "Mönchsgänge", die nach Altzella führen sollten.

Nach: Lauterbach, Werner u. Steffen Wagner (Hg.): Der gespenstige Mönch. Sagen und seltsame Begebenheiten aus Städten und Dörfern um das Kloster Altzella, Berlin 1997. Vielleicht bezieht sich die Sage auf die vom Nonnenklösterchen von Tannenberg.


Das Nonnenklösterchen von Tannenberg

Nahe der Kirche von Tannenberg soll früher ein kleines Nonnen-kloster gestanden haben, das von den Altzellaer Äbten gestiftet worden war. Nach diesem sei ein Haus der Herren von Schönberg Jungfernhaus genannt worden.

Lauterbach, Werner u. Steffen Wagner (Hg.): Der gespenstige Mönch. Sagen und seltsame Begebenheiten aus Städten und Dörfern um das Kloster Altzella, Berlin 1997. Auch diese Sage ist nach Lauterbach schon 1721 bei Knauth verzeichnet.


Der Geistermönch

Im Klostergarten zu Altzella soll in der Mittagsstunde (!) oft ein Mönch mit einem langen weißen Bart promenieren und manchmal gesehen worden sein. Meistens sitze er, den Kopf in die Hand gestützt, zwischen den Ruinen, sobald sich ihm aber jemand zu nähern versuche, verflüchtige er sich in einer weißen Rauchwolke.

Nach: Lauterbach, Werner u. Steffen Wagner (Hg.): Der gespenstige Mönch. Sagen und seltsame Begebenheiten aus Städten und Dörfern um das Kloster Altzella, Berlin 1997.


Der Teufel verführt eine Magd zu Zelle

Im 17. Jahrhundert folgte im Kloster Zelle eine Magd dem abergläubischen Brauch, in der Weihnachtsnacht hinterrücks durch die Stubentür zu greifen. Sie wurde von einem höllischen Gespenst hinausgezogen und so übel behandelt, daß sie den Rest ihres Lebens dahinsiechte.

Nach: Lauterbach, Werner u. Steffen Wagner (Hg.): Der gespenstige Mönch. Sagen und seltsame Begebenheiten aus Städten und Dörfern um das Kloster Altzella, Berlin 1997.

Kellerruine