| Titel des Projektes: | Erzeugung und Vorkonditionierung von Reibflächen an Bremsscheiben aus Aluminiummatrix-Verbundwerkstoffen |
| Laufzeit: | 04/2021 – 03/2023 |
| Projektträger: | Deutsche Forschungsgemeinschaft |
| Projektleiter: | Prof. Dr.-Ing. Andreas Schubert |
| Mitarbeiter: | Patrick Eiselt, M. Sc. |
| Projektpartner: |
Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik (TU Chemnitz) Daimler AG |
| Zusammenfassung: |
In den Industrieländern spielt das Verkehrswesen eine erhebliche Rolle bei der Erzeugung von Emissionen, die neben der Verbrennung des Kraftstoffs unter anderem aus dem Abrieb der Reifen sowie Bremssystemkomponenten resultieren. Ein bisher vergleichsweise wenig betrachtetes Tribosystem, was in bedeutendem Umfang an Bremsstaubemissionen in die Umwelt beteiligt ist, sind die Bremsanlagen von PKWs. Aktuell werden bei der weit überwiegenden Anzahl an PKWs Bremsscheiben aus Grauguss eingesetzt, die neben den Bremsbelägen einem signifikanten Verschleiß unterliegen. Mit der Verwendung von partikelverstärkten Aluminiummatrix-Verbundwerkstoffen (AMCs) soll insbesondere der Verschleiß von sowohl Bremsscheibe als auch -belag erheblich reduziert werden. Für eine großserienfähige Nutzung eines derartigen Bremssystems in Kraftfahrzeugen fehlen aber noch grundlegende Kenntnisse zum tribologischen Verhalten der AMC-Oberflächen sowie geeignete Endbearbeitungsverfahren für deren Erzeugung. Das primäre Ziel des Projekts ist daher ein vertieftes Verständnis der Wechselwirkungen im Tribosystem Bremsscheibe/Bremsbelag. Dabei sollen die aus der spezifischen Endbearbeitung der Bremsscheiben resultierenden Oberflächeneigenschaften Berücksichtigung finden sowie eine davon abhängige Vorkonditionierung der Bremsscheiben ganzheitlich erforscht werden. Im Fokus der tribologischen Betrachtungen stehen grundlegende Wirkmechanismen zwischen den Oberflächeneigenschaften, einer Vorkonditionierung, d. h. einer kontrollierten Erzeugung des Tribofilms, sowie dessen Einlauf- und Verschleißverhalten. Für die Vorkonditionierung werden Mikrokanten, die orthogonal zur Richtung der Bremsbewegung verlaufen, als günstig erachtet. Durch eine Überlagerung einer Ultraschallschwingung sollen direkt bei der spanenden Endbearbeitung ohne nachfolgenden Prozessschritt weitgehend schädigungsfreie Oberflächen mit entsprechenden Mikrokanten erzeugt werden. Die jeweiligen Oberflächen werden durch optische und taktile Verfahren sowie die Randschichten mittels mikrostrukturauflösender Methoden detailliert charakterisiert. Die im Labormaßstab an der TU Chemnitz erzielten Ergebnisse sollen bei dem Anwendungspartner auf die Komponente Bremsscheibe übertragen und dort entsprechend der für das Bremssystem vorgeschriebenen Prüfprozesse umfassend getestet werden. |


