Verein zur Pflege der
Industrie- und Heimatgeschichte
Förderverein Esche-Museum e.V.
Limbach-Oberfrohna
Verein zur Pflege der Industrie- und Heimatgeschichte
Förderverein Esche-Museum e.V. - Limbach-Oberfrohna
Verein zur Pflege der Industrie- und Heimatgeschichte

Restaurierungen

Die Fachleute des Fördervereins Esche-Museum widmen sich der Restaurierung historischer Technik mit Fachwissen und Engage­ment. Ihr ehrgeiziges Ziel ist es, im Esche-Museum der Stadt Limbach-Oberfrohna möglichst viele Sachzeugen funktions­tüchtig zu erhalten. Angesichts des Zustandes, in dem bisweilen Maschinen und Geräte das Museum erreichen, erfordert das nicht nur umfangreiche Arbeiten, sondern auch sehr viel Optimismus.

Schwerpunkte der Restaurierungsarbeiten waren bisher vor allem Maschinen, um sie den Besuchern vorführen zu können. Inzwischen sind aber auch andere historische Objekte in die Restau­rie­rungs­ar­bei­ten einbezogen worden, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Buntglasfenster

Bild 1: Gefärbtes Garn
Bild 1: Gefärbtes Garn

Im Foyer des Esche-Museums überraschen den Besucher seit kurzer Zeit zwei Bunt­glas­fenster zum Thema "Textilveredlung". Ein Motiv (Bild 1) zeigt gefärbte Garnstränge, die zum Trocknen aufgehängt sind, auf dem anderen (Bild 2) sind zwei Arbeiter abgebildet, die Stoff im Färbebottich bearbeiten. Bleiglasfenster waren im Hochmittelalter nur für Kathedralen und Kirchen gebräuchlich, ehe sie im ausgehenden Mittelalter in Schlössern und Adelssitzen Einzug hielten.

In der Renaissance findet man die bunten Glasfenster in den Häusern reicher Kaufleute, in Gast­stät­ten und Zunfthäusern. Im 19. Jahrhundert waren sie dann schon eine beliebte De­ko­ra­tion in Bürgerhäusern, die nicht nur Schmuck waren, sonder auch unschöne Aus­sich­ten verdeckten.

Als mit dem Aufblühen der Industrie Fabrikbesitzer ihren Reichtum und damit ihren wirt­schaft­li­chen Erfolg sichtbar machen wollten, waren Uhrentürme und eben auch Blei­glas­fenster in Hallen und Treppenhäusern Zeichen dessen. Noch heute gibt es in einigen lie­be­voll restaurierten Villen derartige Fenster zu bewundern. Eine besondere Blüte erlebten Blei­glas­fenster in der Zeit des Jugendstils, den man von etwa 1896 bis 1920 datiert.

Bild 1: Arbeit am Färbebottich
Bild 1: Arbeit am Färbebottich

Auch in Limbach und in Oberfrohna treffen wir hie und da solche Schmuckstücke an.

Häufigste Motive sind religiöse Szenen, Blumen, Wasserpflanzen u. ä., aber auch geometrische Motive. Darstellungen von Arbeitsvorgängen sind recht selten. Um so mehr freuen wir uns, dass es dem Förderverein Esche-Museum gelungen ist, die beiden Fenster von einem privaten Sammler zu kaufen und von der Kunstglaserei Markus Thierfeldt, Bundespreisträger für Handwerk in der Denkmalpflege Sachsen, restaurieren zu lassen. Damit hat das Esche-Museum nicht nur wieder ein Stück der Alltagskultur hinzugewonnen, sondern auch das Thema „Textilveredlung“ bereichert, von dem im Sammlungsbestand nur wenige Stücke vorhanden sind.

Ein Wermutstropfen allerdings fällt in den Freudenbecher: Wir wissen zwar, dass die Fenster aus Limbach oder Oberfrohna stammen, wissen aber nicht genau in wessen Haus sie angebracht waren. Wir tippen auf die Färberei Rebske. Weiß es jemand genauer? Wir sind an jeder weiteren Information dazu interessiert.

Epitaph für George Anton von Schönberg

George Anton von Schön­berg

Besitzer des Ritter­gutes
Limbach von 1746 bis 1755
Epitaph
Epitaph

Am 10. Februar 2015 wurde das Epitaph nach einer auf­wen­di­gen Restaurierung an seinem neuen Platz feierlich der Öffentlichkeit übergeben, das seinerzeit im Auftrag von Helena Dorothea von Schönberg, der Witwe George Antons (Besitzer des Rittergutes Limbach von 1746 bis 1755 (1703 - 1755)) in dessen Todesjahr angefertigt wurde.

Geborgen wurde die historische Tafel seinerzeit für die Sonderausstellung „500 Jahre Stadtkirche“. Sie war in einem beklagenswerten Zustand. Es hat viel Arbeit gemacht, das Epitaph für Georg Anton von Schönberg zu retten, schon die Bergung, die vor allem der Aktivität von Wolfgang Ziemert zu danken ist, war nicht einfach, die Organisation der Dauerleihe für die Stadt aufwendig. Und schließlich musste Geld beschafft werden für die Restaurierung. Wir erbaten bei den Ver­an­stal­tun­gen im Rahmen der Vortragsreihe des Vereins Spenden für das Epitaph. Aber Stadt­kämme­rer Carsten Schmidt hatte bei der Finanzplanung 2013 schon gut vorgesorgt und eine För­der­mög­lich­keit für die Finanzierung des kostbaren Stückes gefunden.

Grabmal von Emil Fritzsche
Grabmal von Emil Fritzsche

Wir konnten den Großteil der Spen­den für einige Nacharbeiten und den Kauf eines Luft­befeuchters ein­set­zen, der für den Schutz des Holzes, der Farben und der goldenen Schrift erfor­derlich ist.

Grabmal von Emil Fritzsche

Mit der Restaurierung des Grabmals von Emil Fritzsche hat der Förderverein auf eine Gruppe von historischen Sachzeugen auf­merk­sam gemacht, deren Bedeutung für die Geschichte unserer Stadt offenbar bisher nur ungenügend gewürdigt wurde. Wie sonst wäre es möglich gewesen, dass von der Reihe opulenter Grab­denk­mäler von Firmengründern und -inhabern im Ober­froh­naer Friedhof nur noch dieses eine übrig ist.

Ideengeber für das Projekt war Ursula Ziemert. Die Realisierung über­nahm, wie schon beim Rebske-Gedenkstein im Stadtpark, ihr Mann Wolfgang. Es war eine langwierige und aufwendige Arbeit. Aber pünkt­lich zum geplanten Termin konnte das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Grabdenkmäler erzählen Geschichte und Geschichten. Wir sollten in Zukunft diesen Geschichten auf den Friedhöfen in Limbach-Oberfrohna mehr Aufmerksamkeit widmen.


https://www.förderverein-esche-museum.de - 07.12.2019, 20:15 Uhr