Geschichte(n) vom Förderverein Esche-Museum e.V.
Rund- und Kettenstuhlfabrik von Wallmuth Wünschmann in Limbach
„Dieses Etablissement befindet sich in dem Dorfe Limbach bei Chemnitz und besteht aus einem Wohngebäude, einer mit ersterem zusammenhängenden Werkstelle mit eingebauter Schmiede und einem Maschinenhause. Hierzu gehört noch Garten und Feld.
Bild 1: Fabrikansicht etwa 1855
Bild 2: Das Grundstück Straße des Friedens 41 Mitte der 1990er Jahre
Bild 3: Das Grundstück Straße des Friedens 41 im Februar 2011
Bild 4: Firmenwerbung der Firma Strauch
Es beschäftigt sich ausschließlich mit der Fabrikation von Rund- und Kettenstühlen und hat in der Herstellung derselben große Vollkommenheit erreicht, so dass seine Erzeugnisse großen Ruf erlangten, welches die bedeutenden Aufträge beweisen, die nicht nur aus dem Inlande fortwährend bei der Fabrik einlaufen, sondern auch aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, namentlich aus Hanau bei Frankfurt am Main, ferner aus Böhmen, Russland und Polen, und welche in nächster Zeit bedeutende Vergrößerungen des Geschäfts nöthig machen dürften. Die Rundstühle, auf welchen in den wohl renommirten Fabriken der Herren Esche in Limbach gearbeitet wird, stammen sämmtlich aus der Werkstatt des Herrn Wünschmann.
Uebrigens sind sowohl die Rund- als Kettenstühle dieses Etablissements stets nach neuester Construction gebaut, da der Besitzer alle Fortschritte in dieser Branche fortwährend mit auf­merk­sa­mem Auge verfolgt und jede neu auftauchende Verbesserung sogleich anzuwenden sucht, so wie nur die Ueberzeugung vorhanden ist, dass es auch wirklich eine Verbesserung genannt werden kann.
Das Etablissement besitzt eine Dampfmaschine von vier Pferdekraft, aus der Fabrik von Rudolph Beck in Chemnitz. Beschäftigung finden hier fortwährend sechzehn Leute.
Besitzer des Etablissements ist Herr Wallmuth Wünschmann, welcher es im Jahre 1850 gründete.“ [1]
1850gründete Wallmuth Wünschmann sein Unternehmen vermutlich an der Frohnaer Straße 41, der heutigen Straße des Friedens 41.
 Der Vergleich des Bildes 2 mit dem historischen Bild 1 könnte der Beweis für den ur­sprüng­lichen Firmenstandort sein, eine sichere Quelle Firmenstandort konnte nicht ge­fun­den werden.
Um 1885erfolgt der Umzug der Firma in die Weststraße 27.
Im Adressbuch für Limbach in Sachsen für das Jahr 1887 [ 3 ] wird als Standort der Firma Wallmuth Wünsch­mann die Weststraße 27 genannt und die Frohnaer Straße 41 als Wohnung des Ma­schi­nen­fabri­kan­ten Louis Robert Strauch.
In den Adreßbüchern für Limbach, Oberfrohna, Mittelfrohna, Kändler, Pleißa und Rußdorf von 1908 und 1912 [ 4 ] wiederholen sich die Angaben zur Firma Wünschmann. Spätere Angaben wurden nicht mehr gefunden, aber in den genannten Adreßbüchern der Jahre 1912 und 1937 taucht der Name (Fried­rich) Paul Wünschmann als Mitinhaber der Firma Ernst Saupe, Maschinenfabrik, Karlstraße 29/31 auf.
Auf dem Gelände an der Frohnaer Straße 41 befand sich laut Eintragungen in den Adressbüchern ab 1908 die Maschinenfabrik Louis Strauch. Hinweise auf die Existenz dieser Firma finden sich bis 1926.
1997–1998Im diesem Zeitraum wurde das Wohnhaus an der Front zur Straße des Friedens ab­ge­ris­sen. Das Hintergebäude dient heute zu Wohnzwecken.
VerfasserFrank Winter
Quellen
  • [1] Oeser, L.: Album der Sächsischen Industrie oder Sachsens größte und ausgezeichnetste Fabriken, Manufakturen, Maschinen- und andere wichtige gewerbliche Etablissements in vorzüglichen naturgetreuen Abbildungen mit statistisch- topographischem, historischem und gewerblichem Texte. Erster Band, Neusalza, 1856, Seiten 148–149
  • [2] Historisches Firmenregister, Fundus Esche-Museum
  • [3] Adressbuch der Fabrik- und Handelsstadt Limbach in Sachsen mit dem Amtsgerichtsbezirk nebst Hartmannsdorf und Rußdorf für das Jahr 1887
  • [4] Adressbücher für Limbach, Oberfrohna, Mittelfrohna, Kändler, Pleißa, Rußdorf der Jahre 1908, 1912, 1926, 1929 und 1937
Bilder
  • 1: [1]
  • 2: Dietrich Donner
  • 3: Frank Winter
  • 4: Führer durch Limbach / Sa., Herausgeber: Gastwirtsverein zu Limbach /:Sa, etwa 1910

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