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Professur Sportmedizin/-biologie
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Kids in Motion (KIM)

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»Kids in Motion – Schule bewegt sich« am 29. September 2015 in Köln

Für Kinder und Jugendliche sind Sportangebote in der Schule eine hervorragende Gelegenheit, Fertigkeiten zu erwerben, die sich ihr Leben lang positiv auf ihre Fitness und Gesundheit auswirken können. Der zusätzliche Erwerb sozialer Kompetenzen wird zudem besonders gefördert und sollte als Schlüsselkompetenz für das lebensbegleitende Lernen Beachtung finden.

Das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt "Kids in Motion" wird derzeit in fünf europäischen Ländern durchgeführt und bietet Schülern und Schülerinnen im Alter von 9 bis 11 Jahren die Möglichkeit, zehn verschiedenen Sportarten im Setting Schule unter sportfachlicher Anleitung zu erproben. Das Besondere an dem Konzept sind spezifisch ausgerichtete erlebnisorientierte Bewegungsansätze, die die Schüler und Schülerinnen in vielen unterschiedlichen Variationen aktiv und mit Freude am Sporttreiben kennenlernen.

Zum Projektabschluss möchten wir Sie herzlichst einladen, auf unserer Fachtagung »Kids in Motion – Schule bewegt sich« Erfahrungen und Meinungen zwischen Akteuren aus Wissenschaft, Schule, Verwaltung und Vereinen auszutauschen, um gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, Sport als Motor für lebenslange Aktivitäten zur Erhaltung der Gesundheit im Setting Schule zu implementieren und zu verstetigen.

Wir freuen uns, Sie auf unserer Fachtagung "Kids in Motion - Schule bewegt sich" am 29. September 2015 um 10.00 Uhr im Bürgerhaus Stollwerk in Köln (s. Einladungsflyer) begrüßen zu dürfen.

Hier können Sie den Einladungsflyer herunterladen

- Ein Programm zum Lebenslangen Lernen, durch die EU Kommission gefördert. -

Bei Kids in Motion steht die Identifikation der motorischen und sportlichen Begabungen von Schulkindern (9-12 Jahre), bei dem die Kinder durch selbstständiges Austesten und Vergleichen von 10 verschiedenen Sportarten eine eigenverantwortliche Einschätzung treffen, im Vordergrund.
Die Kinder werden durch einen Mitarbeiter der TU Chemnitz bei der Entscheidung unterstützt, der einmal alle Sportarten mit ihnen durchführt und desweiteren durch ein sportwissenschaftlich innovatives Untersuchungsdesign (Expertise) eine Empfehlung ausspricht. Dies ermöglicht eine gezielte und nachhaltige Weiterführung der geeigneten Sportart im Verein. Das Sportarten-Gesamtkonzept, hier am Beispiel Deutschland, später auch angepasst an die Länderspezifika der europäischen Partnerländer (Slowenien, Spanien und Tschechien), besteht aus der Durchführung von 10 verschiedenen Mannschaftssportarten (Fußball, Handball, Basketball, Hockey), Einzeldisziplinen (Turnen, Schwimmen, Leichtathletik) sowie Rückschlagspielen  (Tennis, Tischtennis, Badminton). Für jede Sportart sind 8 Stunden vorgesehen, in denen die Kinder in aufeinander aufbauenden Unterrichtsblöcken die Spielidee, das mannschafts- und individualtaktische Verhalten, sowie sportartspezifische Techniken auf spielerische Weise kennen lernen.
Die Expertise und abschließende Empfehlung der zu betreibenden Sportart(en) basiert auf einem innovativen Untersuchungsdesign, welches mithilfe folgender Untersuchungskriterien zu einem objektivierbaren und wissenschaftlich fundierten Ergebnis führt:

Bewegungserfahrung:
Der KiM-Sportpass erfragt soziodemographische Daten, die Bewegungserfahrung, sowie die Häufigkeit der sportlichen Aktivität.
Sportmotorische (körperliche) Leistungsfähigkeit:
Ein sportwissenschaftlich standardisierter Motoriktest erfasst und bewertet Ganzkörperkoordination, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Schnellkraft, Kraftausdauer, Gleichgewichtsfähigkeit und aerobe Ausdauer.
Begeisterungsfähigkeit / Spaß am Spiel:
Da sich jede Sportart in Spielidee, motorisch/technischen Fertigkeiten und taktischem Spielverhalten unterscheidet, bewertet jedes Kind nach jeder Stunde sein persönliches Spaßempfinden.

Bewegungsqualität:
Da das gesamte Sportprogramm von einem (weiter-) qualifizierten Sportlehrer durchgeführt wird, kann die Bewegungsqualität mithilfe qualitativer und quantitativer Beurteilungskriterien in jeder Sportart beurteilt und im Vergleich mit allen anderen Sportarten gesetzt werden.

Ein weiteres Ziel von KiM ist die Erarbeitung eines Aus- und Fortbildungs-Curriculums, welches der länderspezifischen Bildungs- und Sportartenlandschaft der EU Partnerländer angepasst wird. So wird nach der ersten Pilotphase die Nachhaltigkeit des Projektes gewahrt. Aufgrund eines hohen Interesses der Schulen in Deutschland sind wir guter Dinge, dass das Projekt nach der Pilotphase in weiteren Schulen auf EU Ebene durchgeführt werden kann.

Am Projekt Kids in Motion nimmt ab September 2014 die Pestalozzi Grundschule in Schneeberg teil. In dieser Grundschule wird die Pilotstudie erstmals für den Raum Chemnitz getestet, um nachfolgend das Projekt an anderen Schulen anbieten zu können.

Weiterhin für die nachhaltige Nutzung der Projektergebnisse werden diese während der gesamten Projektlaufzeit und darüber hinaus öffentlich zugänglich gemacht. Dies erfolgt auf lokaler, nationaler und europaweiter Ebene mittels der Projekt-Homepage und anderen Medien, sowie Vorträgen und Fortbildungen in den europäischen Partnerländern.

Kids in Motion erfüllt durch sein einzigartiges Sportarten-Gesamtkonzept in Verbindung mit einer innovativen, wissenschaftlich basierten Expertise eine objektivierbare Einschätzung für die zu betreibende Sportart eines Kindes. Mit Kids in Motion wird der zunehmenden Orientierungslosigkeit von Kindern bei der Sportwahl begegnet, die zeit- und kostenaufwendige Suche für Eltern deutlich reduziert und mit einer Öffnung der Schule in den sozialen Raum (z.B. Sportvereine) die Voraussetzung für ein lebenslanges Sporttreiben zur Erhaltung der Gesundheit als Schlüsselkompetenz geschaffen.

Weitere Informationen unter http://www.kids-in-motion.eu/

Ansprechpartner

Portrait: Anke Otto
Anke Otto
Theorie & Praxis der Sportarten
Sportmedizin/-biologie
  • Telefon:
    +49 371 531-34612
  • Fax:
    +49 371 531-834612
  • Raum:
    Thüringer Weg 11: 306
  • E-Mail:

Schneeberg 03.07.2015: Kids in Motion feiert erfolgreichen Abschluss

24 Kinder und zwei Betreuer kommen in einem engen Kreis zusammen. Danach  schallt es ein letztes Mal in diesem Schuljahr durch die Sporthalle der Pestalozzi Grundschule Schneeberg: „Kids in Motion! Kids in Motion! Kids in Motion!“, wobei die Kinder dreimal die Arme in die Luft reißen. Anschließend rennen sie zu ihren Freunden und Verwandten.

Soeben haben die 24 Viertklässler eine Tanzchoreographie vor ca. 100 Menschen in besagter Turnhalle erfolgreich „uraufgeführt“. Anlass dafür ist die Abschlussfeier des Projektes „KIDS IN MOTION“ (kurz: „KIM“) gewesen, welches in diesem Schuljahr erstmals an der Schneeberger Grundschule durchgeführt wurde.

Unter Leitung von Professor Dr. Henry Schulz und Anke Otto vom Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften der TU Chemnitz erhielten die teilnehmenden Kinder ein ganzes Schuljahr lang Einblicke in insgesamt 10 verschiedene Sportarten (Handball, Basketball, Fußball, Hockey, Tennis, Tischtennis, Badminton, Leichtathletik, Turnen und Tanzen).

Ziel des international durchgeführten Konzeptes (u.a. auch an Schulen in Spanien, Tschechien und Slowenien) ist es, sportliche Neigungen von Kindern im Rahmen eines Ganztagesangebots zu identifizieren und Möglichkeiten der Förderung auf zu zeigen. Dies ist häufig mit dem vorhandenen Kontingent an Sportstunden im regulären Sportunterricht nicht möglich. Sportvereine hingegen verlangen oft zusätzliche finanzielle Aufwendungen sowie zeitliche Ressourcen der Eltern. Leider verfolgen immer mehr Kinder Sportvereinsmitgliedschaften nicht dauerhaft. Zurück zu führen ist dies auf vielfältige Gründe. Meist mangelt es dem Kind an Spaß, Talent oder sozialen Kontakten in der Sportart.

Hier setzt das Projekt KIM an. Über das ganze Schuljahr hinweg wurden den Schülern der Pestalozzi Grundschule von Universitätsmitarbeiterin Anke Otto und ihren Studenten zehn verschiedene Sportarten näher gebracht. Jeden Donnerstagnachmittag konnten sich die Viertklässler in anderthalbstündigen Einheiten in Individual-; Rückschlag- bzw. Mannschaftssportarten ausprobieren. Zeitlich fanden die Einheiten im Anschluss an den Schulunterricht ohne zusätzliche Anfahrtswege oder Kosten statt. Bei der Durchführung des erlebnisorientierten Konzeptes standen natürlich der Spaß sowie ein schneller Zugang zu den einzelnen Sportarten und dem jeweiligen Regelwerk für die Schüler im Vordergrund. Durch verschiedene Spiele und ohne langweilige Übungsreihen, wurde den Schülern die einzelne Sportart näher gebracht.

Mit Hilfe eines Fragebogens, welcher am Ende jeder Einheit an die Schüler ausgeteilt wurde, konnten die Projektleiter ermitteln, welche Sportarten einem Kind am meisten Spaß bereiteten. Zusätzlich wurde jedes Kind nach jeder Einheit bezüglich seiner sportmotorischen Leistung sowie Teamfähigkeit, intrinsischer Motivation und Lernfähigkeit in der durchgeführten Sportart mittels eines Beobachtungsbogens von den Mitarbeitern der TU Chemnitz bewertet.

Unter Berücksichtigung zweier sportmotorischer Tests - einer vor Beginn und einer nach Beendigung des Projektes – und den Ergebnissen aus Frage- sowie Beobachtungsbögen konnte für jeden Schüler  eine individuelle Expertise ausgestellt werden. Diese beinhaltete sowohl auffällige Stärken und Schwächen des Kindes im sportlichen Bereich und gab zudem eine Empfehlung zum Betreiben einer oder mehrere bestimmter Sportarten an.

Ähnlich wie bei einer Zeugnisausgabe wurden diese Expertisen am 03. Juli in feierlichem Rahmen an die Eltern der Viertklässler übergeben. Zusätzlich gaben Professor Dr. Schulz und Frau Otto einen Überblick über die erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse des Projektes aus allen teilnehmenden Ländern. Im Anschluss an den offiziellen Rahmen erhielten Kinder und Eltern direkt  die Chance mit eingeladenen Vertretern umliegender Vereine Kontakt in der Turnhalle aufzunehmen und noch einmal verschiedene Sportarten aus zu probieren. Den krönenden Abschluss bildete die, im Rahmen der Sportart Tanzen erarbeitete, Choreographie der Kinder.

Besonders aufgrund des hohen Spaßfaktors bei den Kindern wird das Projekt auch im nächsten Jahr Fortsetzung in Schneeberg und einigen anderen Schulen der Umgebung finden. Durch die Vielfalt des Angebotes konnte jedes Kind neue Einblicke in die Welt des Sports, aber auch Einblicke in die eigene Körperwelt gewinnen. Dies schlug sich in der durchweg positiven Bewertung des Projektes durch die teilnehmenden Kinder nieder. Für die Projektleiter war die Durchführung in Schneeberg ebenfalls ein voller Erfolg und es bleibt zu hoffen, dass hier der Boden für ein nachhaltiges Konzept zur Bewegungsförderung auf schulischer Ebene bereitet werden konnte.

Zeitungsartikel im Schneeberger Stadtanzeiger vom 21.07.2015

Presseartikel