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Übersicht

Site-Design

Einführung

Struktur der Site

Site Elemente I

Site Elemente II

Site-Design von Intranets

Die Titelseiten
einer Web-Site

E-Mail an: design@akademie.de




Intranets: Get in,

get what you want,

and move on.

Das Design von Intranets
Die meisten Web-Sites sind so angelegt, daß sie nur von der Zielgruppe innerhalb einer Bildungsinstitution oder eines Unternehmens eingesehen werden können, für das größere World Wide Web aber nicht zugänglich sind. Für diese Intranet-Sites wird zwar dieselbe Technologie verwendet wie für Sites, die für das größere Web-Publikum bestimmt sind, Gestaltung und Inhalt der Intranet-Sites sollten aber die völlig anderen Beweggründe der Intranet-Benutzer widerspiegeln.

Externe Sites
Externe Sites zielen im allgemeinen darauf ab, die Aufmerksamkeit eines Publikums zu erregen. Versucht wird dabei im allgemeinen, die Kontaktzeit zu maximieren und den Benutzer tiefer in die Site "hineinzuziehen". Dann wird seine Neugier mit interessanten oder unterhaltsamen Informationen belohnt. Bei externen Web-Sites wird davon ausgegangen, daß die Motivation des Betrachters zum Bleiben oft gering ist und daß er ständig gelockt und mit reichhaltigen Grafiken oder interessanten Informationen belohnt werden muß, damit er länger auf der Site bleibt.

Intranets: Reingehen, holen, was man will, und weitergehen.

Intranet-Sites
Intranet-Sites brauchen dagegen nicht um ihre Benutzer zu werben. Ihr Angebot dient der Informationsbeschaffung und Koordination im instituts- oder firmeninternen Arbeitsalltag. Es kommt daher in der Gestaltung der Intranet-Sites weniger auf Attraktivität als auf Effizienz, d.h. auf Schnelligkeit und Übersichtlichkeit an.

Designstandards
In den meisten Instititionen hat sich die Verwendung des Intranet in den letzten drei Jahren von einer informellen Ansammlung der Homepages von Einzelpersonen oder Gruppen zu einer halb organisierten Sammlung von Sites verlagert, die auf einer oder mehreren "Haupt-Homepages" oder "Front door-Sites" aufgelistet sind. Ironischerweise haben Universitäten und Unternehmen, die das Web frühzeitig einführten, oft die am schlechtesten organisierten Web-Sites, da jede Abteilung und jede Gruppe im Laufe der Jahre ihren eigenen Ansatz zum Design von Grafiken, Benutzerschnittstellen und zur Informationsarchitektur entwickelt hat. Aber das Web und die institutionellen Intranets sind heute kein Tummelplatz für "Lokalmatadore" mehr. Uneinheitliche, heterogene Gestaltungsstandards und ein Mangel an zusammenhängender, zentraler Planung können jeden Versuch zerstören, Produktivitätsziele durch ein Intranet zu realisieren.

Sun site interface example.

Graphic has been reduced from the original size.   www.sun.com

Navigieren: Zeit ist Geld
Die Internet- und Intranet-Sites von Sun Microsystem sind Modelle eines einheitlichen, tiefgreifenden Gestaltungsansatzes für Web-Sites. Benutzerstudien haben gezeigt, daß der durchschnittliche Sun-Mitarbeiter etwa zwölf Intranet-Seiten pro Tag und etwa zwei neue Intranet-Sub-Seiten pro Woche benutzt. Laut einer Schätzung des Schnittstellenexperten von Sun, Jakob Nielsen, könnte eine Umgestaltung der Benutzerschnittstelle des Sun-Intranets jedem Mitarbeiter pro Woche ganze fünf Minuten ersparen. Eine solche Umgestaltung würde eine unternehmensweite Anwendung von einheitlichen Standards für Gestaltung und Navigationsschnittstellen erfordern. Die Gesamteinsparungen an Mitarbeiterzeit würden sich für Sun auf eine Summe von 10 Millionen Dollar pro Jahr belaufen. Dies würde durch die Vermeidung von Produktionsverlusten sowie durch die Erhöhung der Effizienz erreicht, mit der die Mitarbeiter die Intranet-Sites des Unternehmens benutzen.

Gestaltungsstandards
Alle Institutionen, die Intranets verwenden, haben klare wirtschaftliche und soziale Beweggründe dafür, für die Entwicklung lokaler Web-Sites und interner Informationsquellen einheitliche Gestaltungsstandards zu verwenden. Aber die Probleme, die sich bei der institutsweiten Anwendung von einheitlichen Standards ergeben, sind beträchtlich. Manche Gruppen und Einzelpersonen können darauf bestehen, ein "Recht" auf freie Gestaltung ihrer Homepage nach ihren eigenen Wünschen zu haben. Oft verfügen sie auch über mehr Fachwissen und Erfahrung in bezug auf das Web als das leitende Management. Gruppen, die das Web seit Jahren benutzen, haben bereits eine erhebliche Investition in die bestehende Gestaltungsweise getätigt und können sich jeder Veränderung widersetzen. Universitätsverwaltungen verfügen oft nicht über die notwendigen wirtschaftlichen Mittel zur Entwicklung institutionsinterner Standard-Handbücher, und oft gelingt es ihnen auch nicht, die einzelnen akademischen Institute dazu zu motivieren, diese Standards zu übernehmen. Das Fehlen eines nationalen oder internationalen Konsenses über das, was gutes Web-Design ist, dient lediglich dazu, die Sache weiter zu komplizieren.

Anwenderzentriertes Design
Die Liste der oben angeführten Probleme ist allen Web-Spezialisten von Universitäten und Unternehmen und allen, die einem Web- oder Intranet-Ausschuß angehören, nur allzu vertraut. Alle diese Punkte sind wunderbare Gründe dafür, untätig zu bleiben. Dabei wird aber der wichtigste Faktor jedes Intranets ignoriert: der Benutzer. Wenn vernünftige, einheitliche Gestaltungsstandards fehlen, führt dies zur Verwirrung des durchschnittlichen Intranet-Benutzers. Die Produktivität ist nicht optimal, und es werden nicht alle Chancen ausgeschöpft, von den Möglichkeiten der Intranet-Technologie zu profitieren. Wenn Sie an das Intranet-Design aber mit einem benutzerzentrierten Ansatz herangehen, zeigen sich die Vorteile eines einheitlichen Grafikdesigns und einheitlicher Standards für Benutzerschnittstellen rasch.
Liegen Ihrem lokalen Intranet keine klaren Designstandards zugrunde, wird es sich als verwirrendes Flickwerk von Seiten weiterentwickeln - einige davon gut strukturiert, andere katastrophal, und alle zusammen lediglich Teile eines dysfunktionalen Systems. Das Fehlen von Design-Standards schränkt auch die Verwendungs- und Ausbaumöglichkeiten des Intranets ein, indem neuen Benutzern komplexe Design-Entscheidungen abverlangt werden. Diese würden gern neue Intranet-Sites entwickeln, stehen aber vor der bedrohlichen Aufgabe, ihre eigenen Grafiken und Schnittstellenkonventionen erstellen zu müssen, statt einfach ein professionell strukturiertes System von Intranet-Standards übernehmen zu können.


Quellen

Hildebrand, C. 1997. Face facts: Designing a corporate intranet. Webmaster 1(8): 34-42.

Nielsen, J. Alert Box columns

Sun Microsystems, Inc.

University of Chicago Press. 1982. Chicago manual of style. 13th Ed. Chicago: University of Chicago Press.

Xerox Corporation. 1988. Xerox publishing standards. New York: Watson-Guptill Publications.