Yale C/AIM Web Style Guide

Überblick

Page Design

Einführung

Grafikgestaltung 100

Ausgewogenheit der Seiten

Design-Gitternetze für Seiten

Sicherheitsbereiche für Grafiken

Kopfzeilen

Typographie I

Typographie II

Schriftarten

Einheitlichkeit

Grundlegendes zu Tabellen

Länge der Seiten

Plattform-
übergreifende Fragen


Frames

Komplexe Tabellen

Bei der Festlegung der richtigen Länge einer World Wide Web-Seite müssen vier wichtige Faktoren aufeinander abgestimmt werden:



Verhältnis zwischen Seite und Bildschirmgröße
Spezifischer Inhalt der Dokumente
Ob der Leser online durch den Inhalt browsen oder die Dokumente zum späteren Lesen ausdrucken soll
Die für Ihr Zielpublikum verfügbare Bandbreite (z.B., wie schnell ihre Verbindung zum Web ist)

Verhältnis zwischen der Länge des Dokuments und dem Bildschirm
Viele Forscher, die sich mit den menschlichen Schnittstellen beschäftigen und auch viele Designer von grafischen Interfaces haben festgestellt, wie verwirrend es wirkt, wenn der Inhalt eines Dokuments auf dem Bildschirm abgescrollt werden muß. Dieser Verlust des lokalen Kontextes ist vor allem dann störend, wenn beim Durchgehen sehr langer Seiten grundlegende Navigationselemente wie Links zu anderen Punkten der Web-Site nicht auf dem Bildschirm zu sehen sind. Dies gilt als Argument für Navigations-Web-Seiten (insbesondere Homepages und Menüs), die höchstens einen oder zwei 640 x 480-Bildschirmlange Informationen beinhalten und sowohl am Beginn als auch am Ende des Seitenlayouts Navigationslinks vorsehen. Lange Web-Seiten verlangen vom Benutzer, sich zu viele Informationen zu merken, die er auf dem aktuellen Bildschirm nicht sehen kann. In solchen Fällen, wenn also die Navigationsbuttons oder die wichtigsten Links nicht sichtbar sind, verlieren die Leser oft das Gefühl des Zusammenhangs.

Diagram illustrates scrolling vs. page length.

Auf langen Web-Seiten muß der Benutzer den vertikalen Gleitschieber des Rollbalkens (das kleine Kästchen innerhalb des Rollbalkens) zu Hilfe nehmen, um navigieren zu können. Auf den meisten grafischen Schnittstellen (Macintosh, Windows 3.1) hat der Gleitschieber des Rollbalkens eine feste Größe und gibt kaum Hinweise auf die Länge des Dokuments im Verhältnis zu dem gerade auf dem Bildschirm sichtbaren Teil. Das heißt, daß der Leser keinen visuellen Hinweis auf die Seitenlänge bekommt. Auf sehr langen Web-Seiten können kleine Bewegungen des Rollbalkens die Bildschirmanzeige vollkommen verändern, so daß keine vertrauten Anhaltspunkte zur Orientierung verbleiben. Dadurch hat der Benutzer keine andere Wahl, als mit den Pfeilen des Rollbalkens im Schneckentempo abwärts zu kriechen, da er ansonsten Gefahr läuft, Teile der Seite nicht zu Gesicht zu bekommen.
Lange Web-Seiten lassen sich von den Produzierenden oft leichter organisieren und von den Benutzern leichter herunterladen. Die Web-Manager brauchen bei längeren Dokumenten nicht so viele Links und Seiten zu verwalten und Benutzer nicht so viele einzelne Dateien herunterzuladen, um Informationen zu einem Thema zu sammeln. Lange Seiten eignen sich vor allem für die Bereitstellung von Informationen, von denen nicht erwartet wird, daß die Benutzer sie online lesen (also realistischerweise alle Dokumente, die länger sind als zwei Seiten). Wenn die Web-Seiten zu lang werden oder zu viele Inline-Grafiken enthalten, kann es passieren, daß man zu lang zum Herunterladen braucht. Sehr große Web-Seiten mit vielen Grafiken könnten den RAM-Speicher des Web-Browsers überfordern.

Spiegeln Sie die Struktur des Inhalts wider
Es ist sinnvoll, eng miteinander verbundene Informationen innerhalb einer einzelnen Web-Seite zu halten, vor allem, wenn Sie glauben, daß der Benutzer den Text ausdrucken oder speichern wird. Den gesamten Inhalt an einem Ort zu konzentrieren, erleichtert dies. Wenn das Dokument eine Länge von vier Seiten Inhalt überschreitet, muß der Benutzer so viel scrollen, daß die Nützlichkeit der Online-Version der Seite abzunehmen beginnt. Lange Seiten können die im Medium des Webs verfügbaren Verlinkungs-Möglichkeiten nicht mehr voll ausnutzen.
Wenn Sie sowohl ein gutes Online-Interface für die Seiten bieten als auch ein einfaches Ausdrucken oder Speichern des Inhalts ermöglichen wollen, sollten Sie:



die Information in zwei bis drei Druckseitenblöcke, einschließlich der Inline-Grafiken und Zahlen, unterteilen. Setzen Sie Hypertext-Links ein, um das Medium voll zu nutzen;
einen Link zu einer separaten Datei vorsehen, die den Text in voller Länge auf eine Seite komprimiert zeigt, und die so gestaltet ist, daß der Leser die zugehörige Information in einem einzigen Schritt ausdrucken oder speichern kann. Vergessen Sie nicht, die URL der Online-Version im Text dieser Seite anzugeben, damit der Benutzer Aktualisierungen leicht findet und die Seitenquelle korrekt angeben kann.

Modularer Aufbau von Online-Seitensammlungen
Einer der größten Vorteile von Online-Dokumenten besteht darin, daß sie sehr schnell aktualisiert werden können. In der Praxis ist der Webmaster einer großen Web-Site ständig damit beschäftigt, alte Dateien durch neue, aktualisierte zu ersetzen. In einem gut gestalteten modularen System können Seiten zu den einzelnen Themen rasch gerändert werden, ohne daß dazu große Informationsabschnitte oder komplexe Seiten neu formatiert werden müssen. Die Seitenlänge kann in einem modularen System zunehmen, ohne daß die URL für verschiedene Abschnitte sich ändert. Dieses System ist also besser geeignet, wenn Sie Ihren Lesern auch dann ein Gefühl der Stabilität geben wollen , wenn Sie Ihre Web-Site vergrößern. Das Konzept ist im wesentlichen ähnlich den aus losen Blättern bestehenden Verfahrenshandbüchern, die die meisten Organisationen herausgeben, um ihre Papierdokumente aktuell zu halten. Dazu werden alte Abschnitte herausgenommen und neue eingefügt. Der einzige Unterschied besteht darin, daß Websysteme viel flexiblere und wirtschaftlichere Möglichkeiten bieten, die Informationen auf einem aktuellen Stand zu halten.

Kürzere Web-Seiten eignen sich im allgemeinen für:



Homepages sowie Menü- oder Navigationsseiten an anderen Stellen Ihrer Site.
Dokumente, die zum Browsen und Online-Lesen gedacht sind
Seiten mit sehr langen Grafiken.

Längere Dokumente sind:



Einfacher zu warten (alles in einem Stück, weniger Links)
In der Struktur ihren Gegenstücken aus Papier ähnlicher
Für die Benutzer viel leichter herunterzuladen und auszudrucken

Referenzen

Horton, W. K. 1994. Designing and writing online documentation, 2nd edition. New York: Wiley.

Mullet, K., and D. Sano. 1995. Designing visual interfaces. Englewood Cliffs, NJ: SunSoft Press-Prentice Hall.

Norman, D. A. 1993. Things that make us smart. Reading, MA: Addison-Wesley.

Shneiderman, B. 1992. Designing the user interface: Effective strategies for effective human-computer interaction. 2nd ed., Reading, Mass.: Addison-Wesley.
Copyright 1997 P. Lynch and S. Horton,
   all rights reserved. Yale University   Revised January 1997.