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Adventskalender 2018 der TU Chemnitz

Schloss Weesenstein

Die Perle im Osterzgebirge

Schloss Weesenstein im September 2018 (kleines Foto) und im Dezember 2015

An den nordöstlichsten Ausläufern des Erzgebirges, im Tal der Müglitz, thront auf einem Felsen Schloss Weesenstein. Man sieht es dem Schloss nicht an, dass es ein Unikum unter den vielen sächsischen Schlössern und Burgen ist, wurde es doch von oben nach unten gebaut, so dass sich z. B. der Pferdestall heute in der 5. Etage befindet.

Fast auf den Tag genau vor 700 Jahren, am 17. Dezember 1318, wurde das an der westlichen alten böhmischen Straße gelegene Schloss erstmalig urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte die mittelalterliche Wehranlage den Grafen von Dohna.

Blick in die Gerichtsstube

Von Anfang des 15. bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts war das Schloss dann im Besitz der Familie von Bünau, die damals zu den vermögendsten und einflussreichsten Adelshäusern Sachsens gehörte. Zu ihren Rechten und Pflichten zählte auch die Rechtsprechung im Herrschaftsgebiet. Einen Eindruck davon bekommen die Besucher in der historischen Gerichtsstube, die sich genau wie der historische Pferdestall in den oberen Stockwerken des heutigen Schlossensembles befindet.

Blick in den Park während des Hochwassers im August 2002 und im Dezember 2015 (kleines Foto)

Die unterhalb des ehemaligen Schlosskellers gelegenen repräsentativen Schlossbauten mit den königlichen Wohnräumen und der schöne Park entstanden während der langjährigen Herrschaft der Familie von Bünau und ihren Nachfolgern, der Familie von Uckermann. 1830 erwarb dann das sächsische Königshaus Schloss Weesenstein.
Wer mehr über die Geschichte von Schloss Weesenstein wissen möchte, wird auf den Webseiten des Schlosses oder bei Wikipedia fündig.


1838 erwählte Prinz Johann, sächsischer König von 1854 bis 1873, Schloss Weesenstein zu seiner Lieblingsresidenz. Der Philosoph und Wissenschaftler unter den sächsischen Herrschern übersetzte hier zum Beispiel unter dem Pseudonym Philalethes die Göttliche Komödie von Dante Alighieri, was noch heute als unübertroffene wissenschaftliche Leistung gilt.

Genealogische Übersicht des Hauses Wettin im 18. und 19. Jahrhundert (Ausschnitt), rechts außen im goldenen Rahmen König Johann
Schauvitrine zur Übersetzung der „Göttlichen Komödie“

Den königlichen Erfordnernissen entsprechend wurden die Räume des Schlosses mehrfach verändert und neu ausgstattet. So können sie heute noch besichtigt werden, dienen aber auch als Rahmen bedeutender Sonderausstellungen.

Blick in den chinesischen Salon
Detail der wertvollen vergoldeten Ledertapete
Blick in die katholische Kapelle des Schlosses, die Schlosskirche ist eine evangelische Kirche

Besonders sehenswert sind die wertvollen Tapeten in einigen Räumen: eine barocke Goldledertapete, aus 116 Kalbshäuten handgefertigt, eine chinesische Papiertapete sowie eine „Panoramique“-Tapete mit Darstellungen griechischer Kämpfe, die zur Ausgestaltung der königlichen Wohnräume angebracht wurden und im Original erhalten sind. Für Kinder dürfte speziell die Schulstube der sächsischen Prinzen interessant sein.


Plakat zur Sonderausstellung über Weesenstein als Kunstversteck
In einer Kammer waren Drucke geretteter Gemälde zu sehen. Viele wurden als Kriegsbeute beschlagnahmt, sind aber inzwischen wieder nach Dresden zurückgekehrt.
Eine Sonderausstellung im Jubiläumsjahr 2018 widmete sich einem speziellen Kapitel der Schlossgeschichte, dem Kunstversteck Weesenstein. Als gegen Ende des zweiten Weltkrieges die Gefahr der Bombardierung deutscher Städte immer mehr zunahm, wurden sichere Verstecke für wertvolle Kulturgüter gesucht. Schloss Weesenstein wurde als eines der Hauptdepots ausgewählt. So überstanden u. a. Kostbarkeiten der Gemäldegalerie, der Porzellansammlung, des mathematisch-physikalischen Kabinetts sowie 450.000 in Spezialbehältern deponierte Blätter des Kupferstichkabinettes die Zerstörung Dresdens.


Luftaufnahme von Schloss Weesenstein, Foto: Ulrich Hertel.

Heute ist Schloss Weesenstein nicht nur Museum und Ort interessanter Sonderausstellungen, sondern auch Gastgeber vielfältiger kultureller Veranstaltungen, für Tagungen und private Feiern.
Nach der Besichtigung können sich die Besucher in der urigen Königlichen Schlossküche stärken, wo man auch unbedingt das laut einem Hauswirtschaftsbuch von 1752 „gut bekömmliche Weysensteiner“, das Bier der Schlossbrauerei, kosten sollte. Auch ein Spaziergang im wunderschönen Schlosspark oder auf den umliegenden Wanderwegen ist zu empfehlen.

Nach erzgebirgischer Tradition gibt es auch von Schloss Weesenstein einen Schwibbogen.

Ein besonderer Anziehungspunkt für Groß und Klein sind die vielen Feste auf Schloss Weesenstein. Kurzentschlossenen sei ein Besuch am heutigen Sonntag empfohlen, wo Sie von 13.00 bis 18.00 Uhr über einen romantischen Weihnachtsmarkt bummeln oder an einer „sagenhaften Schlossführung“ teilnehmen können.
Informationen zu allen Veranstaltungen und zum Schloss sind auf den Webseiten des Schlosses zu finden.