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Adventskalender 2016 der TU Chemnitz

Hermann-Vogel-Haus in Krebes

Informationstafel in Krebes

Wer schon einmal im mittleren Vogtland auf Schusters Rappen oder per Drahtesel unterwegs war, hat bestimmt auf dem einen oder anderen steilen Strecke eine Verschnaufpause eingelegt. Solch eine habe ich im kleinen Dorf Krebes nach der Entdeckung der Informationstafel eingelegt. Auf der Vorderseite stand Wissenswertes über den Ort, und auf der Rückseite wurde das Hermann-Vogel-Haus mit schönen Zeichnungen vorgestellt.

Wegweiser zum Hermann-Vogel-Haus

Da ich zuvor noch nie etwas von Hermann Vogel gehört hatte, wurde zu Hause sofort das Internet befragt. Danach stand für mich fest: Von seinem Märchenhaus möchte ich mich auch verzaubern lassen. Das bedeutete jedoch noch etwas zu warten, da das Museum im Haus nur von April bis Oktober geöffnet ist. In der Zwischenzeit konnte ich herausfinden: Wer war eigenlich Hermann Vogel?

Hermann Vogel wurde am 16. Oktober 1854 in Plauen geboren und starb am 22. März 1921 in Krebes. Er wurde durch seine Malerei und Illustrationen von Kinder- und Jugendbüchern Ende des 19. Jhd. und Anfang des 20. Jhd. bekannt. Er wanderte in seiner vogtländischen Heimat und bezog diese in sein Schaffen ein. Später bebilderte er auch seine selbstverfassten Dichtungen.

Hermann-Vogel-Haus
Hermann-Vogel-Haus, Eingang zum Museum

Aufgrund seiner Verehrung von Ludwig Richter ließ er sich ein Haus in Loschwitz bei Dresden und später wegen seiner Heimatverbundenheit im Burgsteingebiet in Krebes ein Künstleratelier von seinem Bruder, einem Architekten, errichten. Zunächst nutzte er dieses romantische Haus nur im Winter, seine letzten Lebensjahre verbrachte er dann vorwiegend hier.

Hermann Vogel illustrierte 1892 bis 1894 die Hausmärchen der Brüder Grimm, 1905 die Kindermärchen von Rudolphi im Stil der Romantik. Viele seiner Arbeiten wurden in den Münchener «Fliegende Blätter» abgedruckt.


Neujahr
… wie es jetzt kommt
Wie das Christkind sonst kam – und …

Zur Erinnerung an Hermann Vogel gibt es in Dresden-Loschwitz, in Plauen-Haselbrunn und in München, Stadtteil Schwabing-Freimann, eine Straße mit seinem Namen.

Grab an der Kirche Krebes

Hermann Vogel ist in Krebes begraben, an der Kirchenmauer findet man seinen Grabstein mit der Aufschrift «Hier ruht einer, der hatte den Wald so lieb.»

Im Jahre 1939 wurde beschlossen, im Hermann-Vogel-Haus in Krebes ein Museum mit den Arbeiten des Künstlers einzurichten. Die Einrichtung eines Museums begann jedoch erst nach 1949. Es öffnete 1952, musste jedoch nach 1961, als Krebes zum Grenzsperrgebiet erklärt wurde und damit unzugänglich war, geschlossen werden. In der Folgezeit verfiel das Haus. Nach der Rückübertragung des Gebäudes an die Stadt Plauen im Jahre 1993 begannen umfangreiche Renovierungsarbeiten. Seit 1997 ist das Museum wieder geöffnet und zeigt eine große Zahl der über 1000 Zeichnungen des Künstlers, die das Vogtlandmuseum besitzt.

Öffnungszeiten: April bis Oktober Donnerstag bis Sonntag 10:00–12:00 und 13:00–16:30 Uhr. Zu sehen sind eine große Anzahl seiner wunderschönen Illustrationen.


Der Schneekönig I
In der Christnacht
Der Schneekönig II

Radtour zum Hermann-Vogel-Haus

Krebes ist etwa 3 Kilometer von Gutenfürst entfernt, allerdings wird diese Station nur noch werktags von Hof aus bedient. Da das Museum sowieso nur im Sommerhalbjahr geöffnet ist, bietet sich der Besuch in Verbindung mit einer Radtour an.

Literatur: