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Adventskalender 2014 der TU Chemnitz

Freilichtmuseum Seiffen

Museumseingang

Über das Spielzeugmuseum im Spielzeugdorf Seiffen und die Spielzeugherstellung haben wir in unserem Adventskalender schon berichtet. Vielleicht interessiert Sie nun auch, wie die Spielzeughersteller und die meisten Menschen dieser Region im 18. und 19. Jahrhundert gelebt haben. Dann begleiten Sie uns doch in das Freilichtmuseum Seiffen.


Blick vom Teich in der Nähe des Eingangsbereiches über einen Teil des Museumsdorfes

In einem großen Gelände am Ortsrand von Seiffen wurden 14 typische Gebäude des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Umgebung in der damals üblichen und auch heute im Gebirge oft noch anzutreffenden Streusiedlungsform wieder aufgebaut.

An den Häusern verrät uns eine Tafel, wann sie wo gestanden haben und welche Handwerker in ihnen gelebt und gearbeitet haben. Hauptsächlich sind es die holzverarbeitenden Handwerke, die hier mitsamt den zum großen Teil original erhaltenen Werkstätten und anderen notwendigen Einrichtungen vorgestellt werden. Aber auch das typische Bauernhaus und das Haus eines Bergmanns „erzählen“ uns von vergangenen, entbehrungsreichen Zeiten.


Auch die hier beschriebene Wasserkraftanlage ist noch zu besichtigen.
Hauptattraktion ist die original erhaltene und auch heute noch mit Wasserkraft betriebene Reifendreherei aus dem Jahr 1760. Es ist der größte Gebäudekomplex des Museums, im Bild oben rechts unterhalb des Teiches zu sehen. Das zum Drehen der Reifen benötigte Holz muss feucht sein und lagert im Teich.
Klicken Sie die Bilder an, die Bildunterschriften verraten noch mehr zum Reifendrehen.

Der Reifendreher ist täglich in seiner Werkstatt anzutreffen und erläutert gern, wie aus dem Baustamm die Reifen und aus einem Reifen viele kleine Tiere entstehen.
Was doch alles in so einem Reifen drin steckt. Wenn er noch nicht aufgeschnitten ist, ist es sicher für den Laien schwer zu erraten, welche Tiere daraus entstehen werden.
Mit Hammer und Messer werden die Reifen in die einzelnen Tiere zerlegt.

Sehr interessant sind auch das Sägewerk und die Beschreibung sowie die Werkzeuge zur Herstellung von Holzschindeln und zum Röhrenbohren.

Die Technik im Sägewerk ist schon beeindruckend.
Das Röhrenbohren will gelernt sein. So wurden früher Wasserleitungen hergestellt. Anlässlich der Tage des historischen Handwerks wird auch diese Technik vorgeführt.
Der Schindelmacher sorgte mit seiner Arbeit dafür, dass besonders die Wetterseiten der Häuser gut geschützt waren und zusätzlich noch gut aussahen.

Besonders für die jüngeren Besucher ist bestimmt auch interessant, mit welcher Mühe früher manche Hausarbeiten verbunden waren und wie es in den Stuben ausgesehen hat.

So sah es in einer Wohnküche aus. Oftmals war dort auch noch der Arbeitsplatz für die Heimarbeit untergebracht. Die Bank unter den Fenstern eignete sich gut zum „Hutzen“, den abendlichen Treffen von Nachbarn und Freunden, was besonders in der Adventszeit eine sehr beliebte und gesellige Abwechslung war.
Oje, was war das Waschen mit diesen Hilfsmittlen für eine Plackerei.
Einige Häuser hatten den Abort schon im Haus, wie hier auf dem Boden des Hauses, bei anderen stand das „Häusel“ neben dem Haus. Das war im Winter sicher nicht sehr angenehm.

Am Meiler erläutern Schautafeln die Herstellung von Holzkohle.
Beim Rundgang durch das Gelände finden wir auch einen Wegweiser zum Meiler, der im angrenzenden Wäldchen versteckt liegt. Auch dieser Abstecher lohnt sich.

Ein Picknickplatz mit schönem Blick über das Gelände …

Wie Sie sich nun sicher denken können, braucht man für die Besichtigung des gesamten Museums ein bisschen Zeit, insbesondere wenn man die informativen Erläuterungen anschauen, auf jeden Boden klettern und die Details der Räume genauer betrachten will. Wer dabei hungrig wird, sollte sich etwas zu essen und trinken mitbringen, Picknickplätze sind vorhanden. Es gibt keine Museumsgaststätte, aber ein Restaurant in der Nachbarschaft.


… bis zum Schwartenberg, links oben im Bild ist noch die Bergbaude zu erkennen-
Informationen über das Museum, Öffnungszeiten, Veranstaltungen u.v.m. sind auf den Webseiten der Seiffener Museen www.spielzeugmuseum-seiffen.de/flma.htm zu finden. Das Museum ist bei geeigneter Witterung auch im Winter geöffnet. Wenn viel Schnee liegt o.ä. erkundigen Sie sich bitte im Spielzeugmuseum (Infos auf den o.g. Webseiten), ob das Freilichtmuseum geöffnet ist.

Wer nach dem Museumsbesuch gern noch ein Stück laufen möchte, dem sei der ausgeschilderte Rundweg zum Schwartenberg empfohlen. In die Bergbaude sollte man unbedingt mal einkehren!