Lichterabend, 2010

  • Aquarell

Peter Dudkowiak

  • Telefon: +49 371 3366190
Bild des Tages
Zum aktuellen Adventskalender 2019

Adventskalender 2013 der TU Chemnitz

Reise zum Mittelpunkt der Erde


Ü ber den Mittelpunkt der Erde ist schon viel spekuliert worden, sei er nun ober- oder gar unterirdisch, wie Jule Vernes Roman «Reise zum Mittelpunkt der Erde». Wir müssen jedoch nicht in einen Vulkan steigen, sondern uns einfach nach Pausa im Vogtland begeben. Im Folgenden wird eine kleine Radtour zu diesem Ziel beschrieben.

Bahnhof Mühltroff mit Wisentatalbahn
Schloss Mühltroff

Mit der Vogtlandbahn in Richtung Hof fahren wir bis Schönberg. Von hier radeln oder fahren wir mit der historischen Wisentatalbahn zunächst nach Mühltroff, wo wir einen Blick auf das Schloss werfen.


Triangulierungssäule Sandberg

Wir zweigen nach Langenbuch ab und biegen nach einem kleinen Anstieg in den Feldweg Am Berg, der uns zum höchsten Punkt unserer Tour, dem Sandberg bei Thierbach, bringt.

Vermessungsnetz

Hier finden wir auf 543,5 Metern eine restaurierte Triangulierungssäule aus Rochlitzer Porphyr von der sächsischen Landesvermessung aus dem Jahre 1876. Diese Vermessung war die genaueste mitteleuropäische Landvermessung dieser Zeit.


Wehrkirche Pausa

Nach dem Studium der Infotafel und einem Eintrag ins Gipfelbuch rollen wir hinab in den Ortsteil Thierbach zur mehr als 1000 Jahre alten Wehrkirche. Die wertvolle Innenausstattung der Kirche ist 1945 durch einen Brand vernichtet worden. Die heutige Ausstattung besteht aus Spenden und Leihgaben anderer Gemeinden. In den Resten eines alten Wachturms finden sich Modelle der Kirche vor und nach dem Brand sowie Darstellungen zur Geschichte.

Weiter gelangen wir in das ehemalige Bad Linda, das 1882 gegründet wurde. Heute ist außer dem Kurpark und zwei Villen nicht mehr viel zu sehen. Ein kurzer Abstecher auf dem Müllerburschenweg bringt uns zur Reinhardsquelle, der Heilquelle dieses Bades. Die angebrachte Erinnerungstafel aus Edelstahl ist leider nur schwer zu entziffern.

Villa in Bad Linda
 
Reinhardsquelle in Bad Linda

Kurz darauf erreichen wir Pausa. Berühmt wurde der Ort durch die Behauptung, dass sich hier Mittelpunkt der Erde befindet. Deshalb dreht sich seit 1934 auf dem Dach des Rathauses eine Erdkugel mit einen Durchmesser von 3 Metern und einem Gewicht von 1,2 Tonnen. Die Aufschrift lautet: Pausa – Mittelpunkt der Erde.

Rathaus Pausa mit Globus
Globus
Eingang zur Erdachse


Wir begeben uns zur rechten Seite des Rathauses und finden den Eingang zur Erdachse, die hier aus dem Boden ragt. Ihre automatische Schmierung kann gegen ein Entgelt von 50 Cent besichtigt werden.


Video der Erdachsenschmierung


Erdachsendeckelscharnierschmiernippelkommission

Seit 1992 hat sich die Erdachsendeckelscharnierschmiernippelkommission zu Pausa e.V. (EADSSN-Kommission) der Traditionspflege und Überwachung der Schmierung verschrieben. Neben der automatischen Schmierung trifft sich die Erdachsendeckelscharnierschmiernippelkommission einmal monatlich bei Vollmond in der Schmierstube, putzt die Erdachse und sorgt durch sorgfältiges Schmieren der Kehlen für einen gleichmäßigen Lauf der Erde. Die Erdachsendeckelscharnierschmiernippelkommission bietet nach Anmeldung auch ein betreutes Schmieren der Erdachse für Besucher an, was mit einer Urkunde amtlich bestätigt wird.

Pausa nimmt schon seit langer Zeit für sich in Anspruch, der Mittelpunkt der Erde zu sein. Ursprünglich wurde Fremden ein Wasserkasten auf dem Markt als Mittelpunkt verkauft. Später wurde in der Diele des Ratskellers eine Messingkapsel eingelassen, die als Erdachse diente. Als diese bei einem Umbau verloren ging, stiftete ein Herr aus Dresden eine neue Erdachse.

Im Schaukasten neben der Erdachse sind drei Möglichkeiten aufgeführt, warum Pausa als Erdmittelpunkt bezeichnet wird:

  1. Beim Premierenflug des Zeppelins soll Pausa in der Mitte der Flugstrecke gelegen haben.
  2. Man nehme eine Weltkarte und falte sie auf so raffinierte Weise, dass Pausa in den Zentralkniff kommt.
  3. In der Mitte des 19. Jahrhunderts lag Pausa ziemlich genau im Zentrum des damaligen Vogtlandes.
Historische Postkarte

Das Erdachsenschmiermittel und weitere Hilfsmittel können werktags im Rathaus erworben werden. Im naheliegenden Restaurant «Am Markt» finden sich viele historische Fotos zum Mittelpunkt der Welt und den zugehörigen Stammtischritualen.

Nach einer Stärkung geht es einen kurzen, aber recht hügeligen Abstecher durch Thüringen über Bernsgrün und Frotschau in Richtung Syrau. Vor der Eisenbahn (Schwarze Brücke) biegen wir links zur Windmühle Syrau ab.


Windmühle Syrau

Am Parkplatz finden wir auf einer Infotafel die Sage vom Syrauer Drachen. Die Windmühle ist von Mai bis Oktober geöffnet und bietet Absinth-Verkostungen an. Zurück zur Straße gelangen wir nach Syrau zur Drachenhöhle, der einzigen Tropfsteinhöhle Sachsens, die sicher einen eigenen Beitrag wert ist.

Über Kauschwitz fahren wir nach Plauen. Vorbei am Stadtpark gelangen wir zum Oberen Bahnhof. Hier können wir auf den Aussichtsturm auf dem Bärenstein steigen, von dem wir bei schönem Wetter eine schöne Aussicht über das Vogtland haben.

Bärensteinturm Plauen
Blick auf Plauen

Von Plauen können wir stündlich zurück nach Chemnitz fahren (Achtung: Die IRE-Züge sind manchmal sehr voll, die Fahrradmitnahme ist daher nicht immer möglich. Wir können dann auf die Vogtlandbahn ausweichen).

Karten

OpenStreetMapGPX-Track

 

Karte
A4-Karte zum Ausdrucken

Höhenprofil

Höhenprofil

Links

Stadt Pausa – Erdachse
Video des Vogtland Regional Fernsehens