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Adventskalender der TU Chemnitz 2011

Ein Besuch bei den „Göltzschtaldiamanten” und anderen interessanten Dingen


Sven Kreher und ein Teil seiner großartigen Sammlung

Man muss kein Fachmann sein, um bei einem Besuch des Goldmuseums & Naturalienkabinetts in Limbach/Vogtland ins Staunen zu geraten. Alles hatte ich erwartet, aber nicht eine solch umfangreiche, vielfältige und interessante Sammlung verschiedener Zeitzeugen aus vielen Jahrtausenden und Jahrmillionen.

Goldnuggets im Größenvergleich

Bereits mit 7 Jahren packte Sven Kreher die Sammlerleidenschaft, es begann mit Rügener Schreibkreide und darin eingelagerten Fossilien. Seitdem hat er sich zum Experten entwickelt und es macht Spaß, ihm bei seinen leidenschaftlichen Vorträgen zuzuhören. Schwerpunkte seiner Sammlung sind Gold und Mineralien. Interessant daran ist, dass dieses Gold zum Großteil aus dem Vogtland stammt. Das Durchschnittsgewicht eines Goldnuggets aus der Göltzsch beträgt 0,4 mg.


vogtländisches Gold
Das gräßte vogtländische Nugget wiegt 2,263 Gramm und wurde 1999 in einem Seitenbach der Göltzsch von Sven Kreher gefunden.

Von Mai bis September bietet die Famile Kreher Goldwaschvorführungen und -lehrgänge an der Göltzsch an. Dabei kann sich jeder davon überzeugen, dass es wirklich Gold in diesem Fluss gibt. Neben diesen Funden gibt es Zirkone zu bestaunen, die als Göltzschtaldiamanten bezeichnet werden. Im Außenbereich des Museums haben Besucher die Möglichkeit sich als Goldsucher zu betätigen, dabei sind echte Goldflittern und kleine Edelsteine zu finden, die jeder mit nach Hause nehmen darf. Der Besucher wird dabei mit der interessanten Technik des Goldwaschens vertraut gemacht, ebenso mit dessen langer Geschichte im Vogtland.


Neben echtem vogtländischen Gold und Edelsteinen befinden sich auch Goldfunde und Mineralien aus aller Welt und sogar aus dem Weltall in der Ausstellung. So ist u. a. eine Manganknolle vom 4900 m tiefen Grund des Pazifischen Ozean nördlich des Äquators zwischen Mexico und Hawaii zu bestaunen, deren Wachstumsgeschwindigkeit 1 mm je einer Million Jahre betrug. Unvorstellbar, welche Schätze unserer Natur weltweit versteckt sind. Verschiedene Schaukästen zeigen noch andere Naturphänomene. Wer hatte in seinem Leben schon einmal Gelegenheit gefrorenen Rauch zu sehen? Das als Nanogel bezeichnete Material ist der leichteste und thermisch bestisolierendste Feststoff der Welt und wird z.B. in der Raumfahrt verwendet. Oder wer hat schon einmal eingeschlagene versteinerte Blitze gesehen? Diese bizarren Gebilde werden Fulgurite genannt und entstehen durch die beim Einschlag in Sand oder Gestein entstehenden Temperaturen von bis zu 30.000 °C.

Elemente und Mineralien

Verschiedene Artefakte und Gegenstände, die ihre Form durch menschliche Einwirkung erhielten zeugen von einem Leben lange vor unserer Zeit. So gibt es Sichel, Messer, Bohrer, Schleifplatten, Schlagsteine und einiges mehr zum Anfassen. Das wohl älteste Stück ist ein Faustkeil aus Marokko.

Ei des Elefantenvogels

Weitere interessante Dinge sind ein Schaukasten mit dem Periodensystem, in dem 90 aller bisher bekannten chemischen Elemente in Augenschein genommen werden können, eine Sammlung auserlesener Sande aus aller Welt sowie Teile aus der Sammlung „Urjäger der Steinzeit”, Eier, Muscheln und Insekten.

Eine Rarität ist das wohl größte Ei Sachsens mit ca. 9 l Inhalt und bestehend aus über 180 zusammen gepuzzelten Bruchstücken. Es stammt von einem zu Lebzeiten auf Madagaskar beheimateten, längst ausgestorbenen Laufvogel, dem Elefantenvogel, der mit einer Kopfhöhe von bis zu 3 m ein Gewicht bis zu 500 kg erreichte.

Wer mehr über diese Ausstellung wissen möchte, sollte einen Besuch einplanen. Informationen dazu gibt es unter: www.vogtlandgold.de


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© Fotos: Jens Stahlberg
Silvia Stahlberg, Die TU-Wichtel

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