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Adventskalender der TU Chemnitz 2010

Tritt ein in den Dom


Dom am Abend

Römerkapelle

„Tritt ein in den Dom und schüttle ab die Hastigkeiten” begann ein Lied der Gruppe Electra, welches 1972 komponiert und 1980 veröffentlicht wurde. Mir geht es so, wenn ich unseren Dom betrete. Als Blickfang im Zentrum der Stadt Zwickau ist er ein lohnenswertes Ziel mit einer interessanten Geschichte.

Im Jahr 1112 begann der Bau der ersten von Bertha von Groitzsch gestifteten Kirche. Mehrere große Brände und schwere Hochwasser zerstörten in den Folgejahren mehrmals die Kirche. Zwischen 1885-91 wurde sie gründlich erneuert und erhielt so ihr heutiges Aussehen. Der Steinkohlenbergbau in unserer Stadt hatte auch Folgen für das Bauwerk. Zwischen 1920 und 1945 senkte sich die Kirche mit den Jahren um 3,68 m. Zahlreiche Sicherungsarbeiten waren notwendig, um einen Einsturz zu verhindern. Die Stadtkirche St. Marien erhielt im Jahre 1936 die offizielle Bezeichnung „Dom St. Marien”.

Hauptportal

Wenn Sie die Kirche durch das Hauptportal betreten, befinden Sie sich in einem der ältesten Teile der Kirche.

Nehmen Sie sich Zeit, lassen den Alltag vor der Tür und befassen Sie sich mit der langen Geschichte der Kirche. Die Römerkapelle auf der linken Seite der Kirche wurde im Auftrag Martin Römers als Tresor eingebaut und diente der Aufbewahrung seines Schatzes, den er aus Jerusalem mitbrachte. Trotz einer Sicherung durch acht Schlösser und die Aufbewahrung der Schlüssel durch acht verschiedene Leute wurde der Schatz des reichen Kaufmanns gestohlen.


Pieta

Hauptaltar

Ebenfalls auf der linken Seite befindet sich die Pieta, sie stellt die trauernde Maria mit dem Leichnam Christi dar und wurde 1552 von Peter Breuer gefertigt.

Heiliges Grab

Gehen Sie die Treppe links nach oben und Sie haben nicht nur einen wunderschönen Blick auf den Innenraum der Kirche sondern stehen vor einer Besonderheit des Domes, dem Heiligen Grab. Dieses wunderschön verzierte Bauwerk aus Holz diente nicht als Grabstätte, sondern der Erinnerung an das Grab von Jesus. Es zeigt eine freie Nachbildung des Grabes Christi in Jerusalem.

Der Blick von oben fällt auf den Hauptaltar, der mit seinen sieben Metern Breite und seiner Schönheit zu den größten und wertvollsten Altären Sachsens zählt. Dieses Kunstwerk entstand im Auftrag des Rates der Stadt Zwickau und wurde von Michael Wolgemut, Lehrmeister von Albrecht Dürer, im Jahr 1479 in seiner Nürnberger Werkstatt vollendet. Die doppelte Wandelbarkeit ermöglicht die Betrachtung verschiedener Zyklen. In der Adventszeit zeigt der Altar die Weihnachtsgeschichte.


Kanzel
Taufstein

Lassen Sie den Altar links liegen und gehen Sie weiter nach rechts, Sie stehen vor einer reich verzierten Kanzel, an deren Korb, dem Aufgang und der Brüstung biblische Geschichten dargestellt werden. Die Kanzel wurde 1538 von Steinmetzmeister Paul Speck geschaffen und erhielt 1651 einen barocken Schalldeckel, der von Ratsherrn Carl von Bose gestiftet wurde.

Unweit davon entfernt befindet sich der Taufstein, er wurde ebenfalls im Jahr 1538 von Paul Speck gefertigt.

In Richtung Ausgang fällt der Blick auf den Stolz der Kirche, die Orgel. Oft auch als "Königin der Instrumente" bezeichnet wurde sie von der Firma Eule (Bautzen) gebaut und 1969 geweiht. Sie ist mit 6000 Pfeifen eine der größten Kirchenorgeln in Sachsen. Die kleinste Pfeife ist ca. 6 cm groß, die größte stattliche 8 Meter. Ihr Klang ist bei vielen Veranstaltungen, welche im Zwickauer Dom stattfinden, zu bewundern.


Euleorgel

Der Dom ist von April bis Dezember täglich von 10-18.00 Uhr geöffnet, von Januar bis März von 13 - 17.00 Uhr. Turmbesteigungen sind von April bis September dienstags und donnerstags um 15.00 Uhr möglich, dabei haben Sie bei gutem Wetter einen wunderschönen Blick über die Stadt Zwickau bis hin zum Erzgebirge.
Gottesdienste finden in der Regel sonntags 10.30 Uhr und 18.00 Uhr statt, in dieser Zeit ist eine Besichtigung der Kirche nicht möglich.
www.nicolai-kirchgemeinde.de



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© Text und Fotos: Silvia Stahlberg
Ralph Sontag, Die TU-Wichtel

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