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Adventskalender der TU Chemnitz 2008

(N)Ostalgie im Erzgebirge - ein DDR-Museum in einer früheren Kirche


Die Museumskirche in Geleneau
Kirche in der DDR? DDR in der Kirche!

Die Gemeinde Gelenau, die schon in den Vorjahren in diesem Kalender präsent war, ist immer mal wieder für eine Überraschung gut. Eine davon soll in diesem Fenster etwas näher vorgestellt werden - das Gelenauer DDR-Museum.

Nun wird der eine oder der andere Besucher unseres Kalenders vielleicht eines der in den vergangenen Jahren entstandenen Museen mit Gegenständen aus dem Alltag der DDR kennen und etwas verwundert fragen, wieso ein solches hier vorgestellt wird. Aber bereits das Gebäude, in dem diese Ausstellung präsentiert wird, ist sicherlich sehr ungewöhnlich. Es handelt sich um eine ehemalige evangelisch-methodistische Kapelle. Der drastische Einwohnerrückgang auch im Erzgebirge nach 1990 führte dazu, dass die Kirche das Mitte 1907 geweihte Gotteshaus (das also im Vorjahr ein Jubiläum gehabt hätte) nicht mehr benötigte.

Der Laden im Museum
Das volkseigene Pendant zum Tante-Emma-Laden

Da es den Erzgebirglern noch nie an Phantasie gemangelt hatte, erwarb eine Gelenauerin das leer stehende Gebäude, um dort mit einer zuvor bereits anderenorts ausgestellten Sammlung ein DDR-Museum einzurichten, das sich von Beginn an eines großen Besucherzuspruchs erfreute. Das ist nicht verwunderlich, findet sich doch dort so manches, was den Gästen noch aus ihrem eigenen Leben bestens bekannt ist.

Saftflasche aus Wolkenstein
Fruchtverarbeitung Wolkenstein - gar nicht weit entfernt.

Die Sammlung umfasst insgesamt mittlerweile rund 20.000 Exponate, von denen aus Platzgründen nur etwa 13.000 gezeigt werden können. Dies erfolgt thematisch gruppiert. Ein Höhepunkt ist sicherlich ein kleiner Laden (im Westen würde man "Tante-Emma-Laden" dazu sagen), der vielleicht auch an einen überdimensionalen Kaufmannsladen erinnert. Ein anderer Bereich stellt die Heimelektronik aus DDR-Zeiten vor, auch Ausweise und Abzeichen verschiedener Organisationen (z.B. Pionierorganisation und FDJ) fehlen nicht.

Wohnzimmer aus alter Zeit
Große Wäsche
Große Wäsche mit Fewa, Spee und Ata.

Ein buntes Bild bietet auch der Teil mit Kinderbüchern und -spielzeug. Auch ein Blick in die Arbeits- und Wohnwelt fehlt nicht. So sind ein Büro, eine Küche, ein Waschraum und ein Wohnzimmer nachgestaltet. Zu allen Teilen der Ausstellung gibt es Infotafeln.

Übrigens: dass Weihnachtsengel in der DDR "Jahresendflügelfiguren" zu heißen hatten wie heute in vielen Medien zu lesen oder zu hören, mag vielleicht anderenorts vorgekommen sein, mir als Erzgebirgler ist dieses Wortungetüm aber erst nach 1990 das erste Mal begegnet. Vieles, was in dem Museum zu sehen ist, kenne aber auch ich noch.

Das Museum ist freitags von 13 bis 17 Uhr, an Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Nach Voranmeldung ist eine Besichtigung auch zu anderen Zeiten möglich. Kinder bis 1,10 Meter haben übrigens freien Eintritt. Ganz in der Nähe befindet sich die "Erzgebirgische Dorfschänke", wo in der Vorweihnachtszeit eine Reihe von Veranstaltungen stattfinden, bei denen man dann wieder das typische erzgebirgische Weihnachtsflair erleben kann.

Der Gelenauer Weihnachtsmarkt findet übrigens wie jedes Jahr am dritten Adventswochenende statt.

Spielzeuge mit Erinnerungen

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© Torsten Steidten, Fotos: T. Steidten , R. Sontag (1)
Ralph Sontag, Die TU-Wichtel im Dezember 2008

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