Zum aktuellen Adventskalender 2018

Adventskalender der TU Chemnitz 2007

Die Wehrkirche in Lauterbach


Lauterbach ist ein kleiner Ort im oberen Erzgebirge gleich neben dem Bergstädtchen Marienberg. Er wurde Mitte des 12. Jahrhunderts als Waldhufendorf gegründet. Die Straßen durch den Gebirgspass und die nahe Grenze zu Böhmen waren unsicher. Daher errichteten die Bauern ihre Kirchen als wehrhafte Zufluchtstätten.

_Alternativtext_
Die Kirche an der Straße nach Marienberg

Lauterbach ist stolz auf sein aus dem 14. Jahrhundert stammendes Kleinod.
Ursprünglich war es nur so groß wie das Langhaus; erst um 1500 baute man den Chorraum an, der sich deutlich abhebt.
Durch die jeweils angefügten Wehrgeschosse wurde aus der kleinen Kirche eine Wehrkirche. Umbauten erfolgten in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts; weitere im 18. Jahrhundert.

1905 war ein wichtiges Jahr für die Dorfgemeinde. Ihre mittlerweile baufällige Kirche war zu klein geworden; eine neue sollte an gleicher Stelle errichtet werden. Das rief engagierte Bürger auf den Plan. Ihnen ist der Erhalt und Wiederaufbau der Wehrkirche zu verdanken.

So originalgetreu wie möglich sollte die neue, alte Kirche werden.
Daher wurden Balken und Konstruktionshölzer numeriert. Das kann man heute noch im Dachgebälk sehen.
Trotz aller Bemühungen ist leider nur noch der Wehrgangsteil über den Chorraum im Original vorhanden. Die anderen Teile des Wehrganges waren zu sehr beschädigt.

_Alternativtext_
Eingang an der Rückseite der Kirche
Das neue Bauwerk konnte 1907 geweiht werden, ca. 400m vom alten Standort entfernt.

Heute hat Lauterbach zwei Kirchen; die neue Pfarrkirche - die Heilandskirche - und als Begräbniskapelle diese schöne Wehrkirche.

Letztere hat eine wertvolle Innenausstattung, die sehr sehenswert ist: aus Freiberg stammend den spätgotischen Flügelaltar mit seinen geschnitzten Relieffiguren Georg, Maria mit dem Kind und Barbara in der Mitte sowie seitlich Martin und ein Heiliger, von dem man annimmt, daß es Laurentius sei; die vermutlich älteste Orgel Sachsens, die um 1620 entstanden ist; eindrucksvoll die Statue der Maria mit dem Jesuskind von 1502; das hölzerne Vortragekreuz, geschmückt mit Christus, auf dessen Dornenkrone 3 Lilien zu sehen sind; ...

_Alternativtext_
Blick in den Altarraum
_Alternativtext_
Orgel
_Alternativtext_
Maria mit dem Kind
_Alternativtext_
Altar

... auch an diesen Kostbarkeiten können Sie sich
erfreuen:

_Alternativtext_

Ein Tafelbild

_Alternativtext_
Kanzel
_Alternativtext_
Bildnis neben der Kanzel

Achten Sie bei ihrem Rundgang auf die Emporen aus dem ersten Drittel des 17.Jahrhunderts, finden Sie den Sehschlitz auf der Nordseite und richten Sie ihren Blick nach oben, zu einer wundervollen Kassettendecke.
Diese ist unterteilt in achteckige und rechteckige Felder, in den Feldern Bildnisse von Christus, seinen zwölf Jüngern, Jesaja, Moses und Paulus.
Die Aufhängung der Decke ist eine Besonderheit - ...

_Alternativtext_
Ein Deckenfeld
_Alternativtext_
Noch ein Deckenornament

... ein großer Längsbalken wird durch doppelt verkeilte Hängesäulen an der Deckenbalkenlage aufgehängt.

_Alternativtext_

Decke mit Balken

Wenn Sie die Kirche verlassen, werfen Sie ruhig nochmal einen Blick zurück auf dieses Baudenkmal mit dem hölzernen Wehrgang und den Schießscharten unterhalb der Traufe.

Und kommen Sie doch später wieder und genießen eins der vielen Konzerte.

Eins vielleicht noch: Die Kirche hat keine festen Öffnungszeiten. Damit Sie nicht vor verschlossener Tür stehen müssen, fragen Sie am besten im Pfarramt Lauterbach, Niederlautersteiner Str. 2, Telefon: 03735 - 23103 an.


Version zum Ausdrucken


© Fotos: V. Peterlein (1,2), M. Ehrig (3-12)
Rosita Pudlat, Die TU-Wichtel

Adventskalender der TU Chemnitz 2007