Chair of Business Information Systems II







Normkonforme automatisierte Dokumentation von ETL-Prozessen nach ISO 26514

Eine 2011 von der Nachwuchsforschergruppe Computer-Aided Data Warehouse Engineering (CAWE) durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass Extraktions-, Transformations- und Ladeprozesse (ETL-Prozesse) – als ein bedeutender Aspekte beim Data Warehousing – die am wenigstens dokumentierte Architekturkomponente in BI-Systemen darstellen. Als Grund, weshalb ETL-Prozesse trotz ihrer zentralen Rolle im Data Warehousing nur selten, einmalig oder gar nicht anstatt auf einer rollierenden Basis dokumentiert werden, identifizierte die Umfrage des Weiteren, dass der Aufwand für die Erstellung/Pflege einer stets aktuellen Dokumentation zu hoch ist.

Eine qualitativhochwertige und stets aktuelle Dokumentation der Datenintegrationsprozesse von Unternehmen bietet jedoch folgende Vorteile:

  • Steigerung der Akzeptanz der BI-Lösung, durch stärkere Transparenz bezüglich der Datenqualität, d.h. der Herkunft, Verarbeitung und Aktualität der durch das System bereitgestellten Informationen, seitens der Fachanwender.
  • Entwickler erhalten Unterstützung bei der Entwicklung neuer bzw. bei der Wartung bestehender ETL-Prozesse. Dies reduziert Entwicklungszeit und –kosten.

Mit dem Ziel den Aufwand für die Erstellung von hochqualitativen ETL-Prozessdokumentationen zu verringern, entwickelte die Nachwuchsforschergruppe CAWE ein ETL-Dokumentationsframework, welches ETL-Prozesse plattformunabhängig, vollkommen automatisierte und konfigurierbare erstellt. Eine qualitativhochwertige Dokumentation zeichnet sich durch acht Attribute aus: Änderbarkeit, Aktualität, Eindeutigkeit, Identifizierbarkeit, Normkonformität, Verständlichkeit, Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit. Der Nachweis, dass mit Hilfe des von der CAWE Nachwuchsforschergruppe entwickelte ETL-Dokumentationsframework normkonforme Dokumentation erstellt werden können, steht noch aus. Ziel dieser Seminararbeit ist es daher:

  • alle inhaltlichen Anforderungen, welche im Rahmen der ISO 26514 an eine Softwaredokumentation gestellt werden zusammenzufassen sowie
  • zu überprüfen, in wie weit das präsentierte Framework diese bisher umsetzt bzw. bisher nicht berücksichtigte Anforderungen umsetzen kann.

Quellen:

  • Krawatzeck, R., Jacobi, F., Müller, A. & Hofmann, M. (2011). Konzeption eines Frameworks zur automatisierten Erstellung nutzerspezifischer IT-Systemdokumentationen. In H. Baars (Ed.), Workshop Business Intelligence 2011 (WSBI’11) der GI-Fachgruppe Business Intelligence, Business Intelligence – Impulse für die Forschung oder Impulse durch die Forschung (pp. 15-26). Stuttgart: CEUR Workshop Proceedings. Retrieved from http://ceur-ws.org/Vol-831/
  • Jacobi, F., Krawatzeck, R. & Hofmann, M. (2012). Meeting the Need for ETL Documentation: A Model-driven Framework for Customizable Documentation Generation. Proceedings of the 18th Americas Conference on Information Systems (AMCIS’12) (in print). Seattle, USA.
  • Wallmüller, E. (2001). Die Rolle der Dokumentation in Software-Projekten. Software-Qualitätsmanagement in der Praxis: Software-Qualität durch Führung und Verbesserung von Software-Prozessen (2nd ed., pp. 149-156). Hanser Fachbuch.
  • Reiss, G. & Reiss, M. (2010). Praxisbuch IT-Dokumentation: Betriebshandbuch, Projektdokumentation und Notfallhandbuch im Griff. (2nd ed.). Addison-Wesley.
  • International Organisation for Standardization. (2008). Systems and software engineering — Requirements for designers and developers of user documentation (ISO-IEC 26514).

Es ist selbstständig nach weiteren relevanten Quellen zu recherchieren!


02.04.2012