Juniorprofessur Europ�isches Management

Hinweise zu ausstehenden Arbeiten

Vorträge / Seminarteilnahme / Methodenworkshop EMa

Schriftliche Arbeiten / Abschlussarbeiten

 

Hinweise zu ausstehenden Arbeiten


Allgemeine Hinweise
 
1. Die Betreuung von Bachelorarbeiten durch die Juniorprofessur (JP) ist abhängig von den Kapazitäten am Lehrstuhl. Sollten Sie planen, an der JP ihre Abschlussarbeit zu schreiben, bitten wir Sie um eine frühzeitige Kontaktaufnahme, um Enttäuschungen zu vermeiden! Bitte beachten Sie auch die festen Anmeldetermine für Abschlussarbeiten an der JP. Bis spätestens 31.01. oder 31.07. eines jeden Jahres können Sie sich über das Bewerbungsformular bewerben.
 
2. Die an der JP betreuten Arbeiten sollten eines der unter dem Link "Abschlussarbeiten" aufgeführten Themenfelder aufgreifen. Die Themenfelder und die dort angeführten Beispiele sind nicht gleichzeitig das Thema der Abschlussarbeit. Vor einem ersten Gespräch ist es zwingend erforderlich, eigene Überlegungen hinsichtlich des Themas der Abschlussarbeit zu entwickeln!
 
3. In Vorbereitung der Abschlussarbeit empfiehlt es sich, sich (nochmals) mit Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten und mit den Recherchemöglichkeiten der Bibliothek vertraut zu machen.


Verfahren zur Vergabe von Abschlussarbeiten
 
1. Bis spätestens 31.01. für das folgende Sommersemester oder bis 31.07. für das folgende Wintersemester eines jeden Jahres können Sie sich über das Bewerbungsformular bewerben.
 
2. Um an der JP eine Abschlussarbeit schreiben zu können, müssen Sie am Methodenworkshop EMA teilnehmen. Falls Sie das schon im Zuge eines Seminars getan haben, besteht keine abermalige Pflicht zur Teilnahme.
 
2. Bei einer Annahme Ihrer Bewerbung vereinbaren Sie einen Termin für ein Informationsgespräch. Ziel des ersten Gespräches ist die Eingrenzung des Themenfeldes und die Präzisierung der Fragestellung.
 
4. Innerhalb von vier Wochen nach dem Informationsgespräch ist bei Abschlussarbeiten ein erstes Exposé beim potenziellen inhaltlichen Betreuer einzureichen. Das Exposé wird am Lehrstuhl diskutiert und abhängig von dessen Güte eine Betreuungszusage oder Absage innerhalb einer Woche erteilt. Gütekriterien für das Exposé sind:
 
  1. Ist die Fragestellung wissenschaftlich relevant?
  2. Ist die Frage überhaupt im Rahmen einer Abschlussarbeit beantwortbar?
  3. Ist die Fragestellung klar herausgearbeitet und in ihrer Bedeutung begründet?
  4. Sind der Aufbau des Exposés und die Gliederung sinnvoll auf die Fragestellung bezogen?
5. Im Falle einer Betreuungszusage erfolgt das weitere Vorgehen in Absprache mit dem Betreuer. Eine Anmeldung beim Prüfungsamt erfolgt erst nach endgültiger Abnahme des Exposés – bei ggf. notwendiger Überarbeitung des ersten Entwurfes – durch den Lehrstuhl.

 

Vorträge / Seminarteilnahme / Methodenworkshop EMa

Anforderungen

Erwartet werden:

  • die aktive Teilnahme an den Sitzungen
  • die Teilnahme am Methodenworkshop EMA
  • die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit zu einem bestimmten Thema
  • die Gestaltung einer Präsentation, in der das Thema dargestellt und diskutiert wird

 

Methodenworkshop EMA

Für alle Studierenden, die ein Seminar belegen oder eine Abschlussarbeit an der JP schreiben möchten besteht die Pflicht, an dem Methodenworkshop EMA teilzunehmen. Der Workshop wird im Normalfall zu Semesterbeginn stattfinden. Der Workshop dient der besseren Planung, Betreuung und Qualitätssicherung der an der JP betreuten wissenschaftlichen Arbeiten. Es erfolgt jeweils eine spezielle Ankündigung auf der Homepage der JP und eine Einladung per Email an alle TeilnehmerInnen.

 

Aktive Teilnahme

Von allen Teilnehmern wird eine regelmäßige Anwesenheit in den Sitzungen und ggf. eine Vorbereitung auf die Sitzungsthemen erwartet. Zudem erwarten die Veranstalter von allen Teilnehmern eine aktive Beteiligung an den Diskussionen der Sitzungen.
 

Gestaltung der Präsentation

Die Gestaltung der Sitzung umfasst die Präsentation des Themas in Form eines Vortrages und dem Einsatz der verfügbaren Medien. Ziel ist eine didaktische Aufbereitung, die es den übrigen Teilnehmern ermöglichen soll, eine inhaltlich gehaltvolle Diskussion über das präsentierte Thema zu führen. Das Plenum kann durch provokante Thesen oder unkonventionelle Vorgehensweisen (simulierte Streitgespräche, Rollenspiele, Fallbeispiele usw.) zur Diskussion angeregt werden. Bestandteil der Präsentation ist i.d.R. auch die Leitung der sich an den Vortrag anschliessenden Diskussion.

Für die Präsentation gelten folgende Gütekriterien:

  1. Vortrag

    1. Verständlichkeit / Stoffauswahl

      • Abfolge, logischer Zusammenhang
    2. Präsentation der Kernaussagen

      • hörerfreundliche Formulierung
      • akustische/phonetische Verständlichkeit
      • Originalität der Präsentation
    3. Medieneinsatz

      • Ausmass des Einsatzes/sinnvoller Einsatz
      • Qualität der Folien etc.
      • Bezug zum mündlichen Vortrag

       

  2. Diskussion

    1. Diskussionsanregung und -leitung bei der eigenen Präsentation

      • Formulierung eines Fazits
      • Qualität der Beantwortung von Fragen (inhaltlich und rhetorisch)
      • Diskussionsanregungen innerhalb des Vortrags
      • Überblick über und Kontrolle der Diskussion
    2. Beteiligung bei den Diskussionen der anderen Präsentationen

      • inhaltliche Qualität der Beiträge
      • diskussionsförderliche Beiträge (Fragen, Zusammenfassungen, etc.)

 

Schriftliche Arbeiten / Abschlussarbeiten

Bei allen im Titel angesprochenen Arbeiten handelt es sich um wissenschaftliche Arbeiten, die jedoch mit einem pädagogischen Ziel ausgegeben werden, nämlich dem Studenten in die wissenschaftliche Arbeitsweise einzuführen. Sie sollen nicht nur einen bestimmten Stoff aufbereiten, sondern auch beweisen, dass der Student die Grundzüge wissenschaftlichen Arbeitens beherrscht. Aus diesem Grund werden an sie zum Teil exaktere und vollständigere Anforderungen gestellt als an die Arbeiten von Wissenschaftlern.

 

Zur Arbeitsweise

Ausgangsfrage

Hinter jeder Themenstellung verbergen sich ein oder mehrere Fragen, die man für sich formulieren sollte, bevor man mit der Arbeit beginnt. Sie müssen nicht in Überschriften in Form von expliziten Fragen auftauchen (generell sind explizite Fragen in wissenschaftlichen Arbeiten selten), sollten jedoch „im Kopf“ die Arbeit leiten. Am Schluss der Arbeit werden die Fragen beantwortet; die vorausgehenden Kapitel dienen der Herleitung und Begründung der Antwort. Passagen, die nicht der Herleitung, Begründung oder Antwort dienen, sind überflüssig und sollten deshalb unbedingt vermieden werden.

Umgang mit der Literatur

Grundsätzlich kann man auf drei Weisen an die Literaturauswahl herangehen:

  • Man hat einen für die Problemstellung zentralen Artikel (oder Autor oder Buch) und sucht gezielt weiter nach der Literatur, die in diesem Artikel angegeben ist. In den so gefundenen Beiträgen finden sich die nächsten Verweise usw.
  • Man beginnt mit Handbüchern, Lexika u.ä. zum Thema und verfährt dann wie oben.
  • Man sucht relativ wahllos anhand von Suchmaschinen oder im Bibliotheksregal

Es empfiehlt sich, die drei Weisen zu kombinieren. Während man bei den ersten beiden die Garantie hat, die relevante Literatur abzudecken, kann die dritte zur Entdeckung von interessanten Zusatzaspekten führen.

Grundsätzlich sollte man mit der Literaturrecherche so früh wie möglich beginnen, um genügend Zeit für eventuell anfallende Fernleihen zu haben. Da die Bearbeitungszeit immer mehr als acht Wochen beträgt, akzeptieren wir Entschuldigungen, die auf Fernleihen basieren, nicht. Sollte man kurzfristig ein Werk brauchen, empfiehlt sich bei deutscher Literatur ein Besuch der Deutschen Bücherei in Leipzig, sonst eine Nachfrage bei benachbarten Universitäten oder Fachhochschulen. Einen überblick über die Bibliotheksbestände aller deutschen Universitäten gibt die Universität Karlsruhe im Internet unter www.ubka.uni-karlsruhe.de/ hylib/ virtueller_katalog.html. Gegen ein (zum Teil hohes) Entgelt können deutsche und viele fremdsprachige Artikel auch über das Programm „Subito“ (Information in der Bibliothek oder unter www.subito-doc.de ) innerhalb weniger Stunden oder Tage beschafft werden. Es lohnt sich ausserdem natürlich immer, erst mal am Lehrstuhl nachzufragen, ob ein bestimmter (! d.h. Autor und Titel bekannt) Beitrag dort vorhanden ist.

Verarbeitung der Literatur

Die Literatur muss verarbeitet werden, d.h. die für das Problem relevanten Aussagen müssen herausgesucht und in eigener Sprache in den Kontext eingebettet werden. Umfangreiche direkte oder indirekte Zitate zeugen davon, dass die Literatur nicht verarbeitet wurde. Zitate sind sparsam einzubauen und können in keinem Fall unkommentiert stehengelassen werden, d.h. der Verfasser muss das Zitat in den Text einführen und seine Position dazu deutlich werden lassen. Zitate sollten immer mit den Originaltexten belegt werden, also nicht: „...(Marx, zitiert nach Giddens (1990))...“ Ausnahmen gelten nur für kurze Zitate aus schwer zu beschaffender Literatur. Selbst wenn man die Primärquelle nicht lesen möchte, gehört es zur wissenschaftlichen Arbeitsweise, mindestens die Stelle, an der das Zitat steht, herauszusuchen und zu überprüfen.

Grundsätzlich sind, auch ausserhalb von Zitierungen, die Primär- den Sekundärquellen vorzuziehen. Sekundärliteratur sollte vor allem der ersten Orientierung (s.o.) dienen; später sollte jedoch zu den Primärquellen übergegangen werden. Eine gewisse Ausnahme machen hier Hausarbeiten aufgrund des begrenzten Umfanges.

Zwei Quellen zum selben Sachverhalt sind besser als eine, und drei sind besser als zwei. Auch wenn man also einen Beitrag findet, der alles genauso abhandelt, wie man selbst das tun wollte, kann man nicht ständig aus diesem schöpfen. Auch die Anzahl der in die Arbeit eingeflossenen Literatur ist ein Kriterium der Bewertung. Als Faustregel sollte eine Bachelorarbeit 50-70 Quellen, eine theoretische Diplomarbeit 80-100 Quellen, eine empirische 50-60 Quellen, eine Seminararbeit 20-30 Quellen und eine Hausarbeit 10-15 Quellen enthalten. Dies ist jedoch nur eine grobe Richtlinie, da die Zahl der zu verwendenden Quellen sehr stark von der Themenstellung abhängt (soll z.B. nur ein bestimmtes Buch analysiert werden, reduziert sich die Zahl). Prinzipiell kann man nie zu viele Quellen bearbeiten.

Ausser in besonderen, am deutschen Stand orientierten Themenstellungen erwarten wir die Verarbeitung von englischsprachiger Literatur zum Thema, da sich die neueren Entwicklungen der Organisationswissenschaft fast ausnahmslos auf internationaler Ebene vollziehen. Es ist jedoch möglich, etwa bei Monographien, deutsche übersetzungen heranzuziehen, soweit diese vorhanden sind.

Es versteht sich, dass an den entsprechenden Stellen immer auch Gegenstimmen und Kritik eingebaut werden sollten.

Bei der Bearbeitung von Quellen, zumindest im Rahmen von Vorträgen, Seminar-, Haus-, Abschlussarbeiten o.ä. gilt grundsätzlich, dass Sie sich mit den AutorInnen oder der Gruppierung, welche ein Publikation tätigt auseinander setzen. Dazu zählt auch, dass Sie sich darüber kundig machen, ob und wenn wie diese Personen, Organisationen oder Institutionen historisch und politisch einzuordnen wären. Daran schließt sich die Frage an, ob Sie sich mit diesen identifizieren möchten, durch Zitieren deren Äußerungen weiter- oder mittragen wollen, sich von diesen distanzieren oder in einer Fußnote o.ä. zumindest auf eine eventuelle Problematik hinweisen möchten.

Zumindest im wissenschaftlichen rahmen sollte diese Vorgehensweise bindend sein. Sie entgehen damit darüber hinaus der Gefahr, ungewollt politischer und psyeudowissenschaftlicher Polemik aufzusitzen und von Dritte mit dieser verbunden zu werden.

Zitieren

Wörtliche Aussagen sowie von anderen Autoren übernommene Argumente, Klassifikationen usw. müssen mit einer Quellenangabe belegt werden. Wörtliche Zitate werden dabei mit Anführungszeichen versehen und seitengenau zitiert.

Wir empfehlen drei mögliche Zitierweisen:

  • im Text mit Nennung des Nachnamens und Jahres in Klammern, Seitenzahlen durch Doppelpunkt abgetrennt
    z.B.: „(Weber 1949:23)“ oder „Giddens (1994) meint hierzu...“
  • in Fussnoten mit Nennung des Nachnamens und Kurztitels
    z.B. „Weber [Ethik], S.9“
  • in Fussnoten mit Namen, Titel, Jahr
    z.B. „Giddens, A., The Constitution of Society, 1984, S.256.“

Wichtig ist, sich für eine Weise zu entscheiden und diese durchgängig mit Text anzuwenden. Das Literaturverzeichnis am Ende des Textes muss alle Quellen in vollständiger Zitierung (d.h. Autor, Titel, Verlag und/oder Ort, Jahr) enthalten. Bei mehr als zwei Autoren kann im Text mit „Erst-Autor et al.“ gearbeitet werden; im Literaturverzeichnis müssen jedoch alle Autoren namentlich aufgeführt werden. Sammelbände, aus denen einzelne Artikel zitiert werden, müssen nicht noch einmal getrennt als Band aufgeführt werden. Die Zitierung im Literaturverzeichnis kann wie folgt aussehen (Formatierungen/Interpunktion freigestellt):

  • für Monographien: Weber, Max, Wirtschaft und Gesellschaft, J.C.B. Mohr, Tübingen, 1972.
  • für Zeitschriften: Burrell, Gibson, Modernism, Postmodernism and Organizational Analysis 2, in: Organization Studies, 9(2), 1988, S. 221-235.
  • für Artikel in Sammelbänden: Bergson, Henri, Denken und schöpferisches Werden, in: Adler, Mortimer, Great Books of the Western World, Band 55, Encyclopedia Britannica, Chicago, 1993, S. 223-238

Bitte keine Endnoten oder Zitierungen in Form von „a.a.O.“ bzw. „ebenda“ verwenden

 

Der Text

Gliederung

Die Gliederung stellt das logische Gerüst der Argumentation dar. Eine lineare Abfolge ist anzustreben, auch wenn dies nicht immer, vor allem bei umfangreichen Arbeiten, befriedigend zu leisten ist. „Lineare Abfolge“ bedeutet, dass die späteren Kapitel auf dem aufbauen, was in den früheren Kapiteln entwickelt wurde. Definitionen, die gebraucht werden, müssen zuvor eingeführt sein, Thesen, mit denen argumentiert wird, müssen zuvor begründet worden sein. Wird ein Argumentationsstrang begonnen, sollte er nicht ohne Not unterbrochen werden. Dabei kann es bei grösseren Arbeiten durchaus vorkommen, dass Kapitel einander gleichgeordnet sind, so dass die logische Abfolge so aussieht:

Kapitel 3: Systemtheoretische Grundlagen
Kapitel 4: Partizipation
Kapitel 5: Partizipation aus systemtheoretischer Sicht

Grundsätzlich sollte zu Beginn ein kurzer überblick (als Fliesstext) über den Aufbau der Arbeit gegeben werden, so dass ersichtlich ist, wie sich die einzelnen Kapitel in den logischen Gesamtaufbau einfügen.

Bei Abschlussarbeiten sollte man sich nicht zu früh an einen Gliederungsentwurf binden. Oft stellt sich erst im Verlauf des Schreibens heraus, dass die ursprünglich gewählte Gliederung Probleme birgt und umgestellt werden muss. Dies ist angesichts des Umfanges der Arbeit ein normaler Prozess und nicht besorgniserregend.

Formal ist darauf zu achten, dass gleiche Gliederungsebenen auch logisch gleichgeordnet sind, d.h. dass sie kein Unter- oder Oberthema zu ihrem Pendant darstellen. Umgekehrt müssen sich Unterpunkte eines Kapitels auch inhaltlich unter die Kapitelüberschrift subsumieren lassen.

Eingrenzung

Je kürzer die Arbeit, desto wichtiger ist es, das zu bearbeitende Gebiet einzugrenzen. Je breiter eine Perspektive, desto grösser ist die Gefahr, oberflächlich zu argumentieren. Aus diesem Grund sollte schon früh in der Arbeit (bzw. auch innerhalb einzelner Kapitel einer Diplomarbeit), nachdem man einen kurzen überblick gegeben hat, eine Schwerpunktsetzung vorgenommen werden. Diese Eingrenzung muss begründet werden, d.h. es muss erklärt werden, warum man im folgenden andere Punkte ausser acht lässt und sich auf einen oder zwei konzentriert. „Platzgründe“ genügen nicht als Begründung! Vielmehr sollte z.B. auf die herrschende Praxis in Lehrbüchern oder die vorgefundene Klassifikation bei bestimmten Autoren hingewiesen werden. Noch besser ist es, wenn eine Eingrenzung inhaltlich begründet werden kann.

Kommasetzung und Orthographie

Wissenschaftliche Arbeiten sind Prüfungs- und Graduierungsarbeiten an der höchsten Institution im deutschen Bildungssystem. Sie können allein deshalb mit „nicht ausreichend“ bewertet werden, wenn in ihnen elementare Kenntnisse vorangegangener Bildungsstufen fehlen. Am Lehrstuhl werden gravierende Mängel bei Kommasetzung und Orthographie mit Notenabzug geahndet, nicht zuletzt deshalb, weil die Lesbarkeit eines Textes durch solche Fehler mitunter erheblich herabgesetzt wird.

In den Duden-Bänden „Rechtschreibung“ und „Richtiges und gutes Deutsch“ findet man Hilfestellung in fast allen Zweifelsfällen. In letzerem finden sich ausserdem die deutschen Kommaregeln auf nur wenigen Seiten zusammengefasst. Man muss es einem Studenten einer Hochschule zumuten können, sich mit diesen wenigen, unkomplizierten Regeln vertraut zu machen, am besten ein für alle Mal durch Auswendiglernen, ansonsten durch wiederholtes Nachschlagen. Falls möglich, empfiehlt es sich ausserdem, den fertigen Text einer (fachfremden) Person zum Korrekturlesen zu geben.

Stil

Im Gegensatz zu älteren Auffassungen vertreten wir die Meinung, dass der persönliche Stil (z.B. „ich meine“ statt „der Verfasser meint“) durchaus wissenschaftlich ist. Objektivität in der Darstellung von Sachverhalten – die erwünscht ist – hat nichts mit Selbstverleugnung oder der Verwendung von Pseudo-Drittpersonen wie „der Autor/Verfasser“ zu tun. Solche erwünschte Objektivität entsteht durch eine ausgewogene und faire Darstellung des Pro und Contra. Dennoch ist es ja notwendig, dass der Verfasser zu einem bestimmten Zeitpunkt Stellung bezieht, und dies kann durch das Wort „ich“ am einfachsten und grammatikalisch unkompliziertesten erreicht werden. Auch Passiv-Konstruktionen sollten sparsam eingesetzt werden. Generell gilt: bei der Angabe von Subjekten Genauigkeit walten lassen. „Ich bin der Auffassung...“, „Man ist der Auffassung...“, „Manche Autoren (X,Y,Z) sind der Auffassung...“, „Herrschende Lehrmeinung ist...“ usw. sind Aussagen sehr unterschiedlichen Inhalts, nicht einfach Synonyme, die man zur Abwechslung gegeneinander austauschen kann.

„Unwissenschaftliche“ Subjektivität kann hingegen durch wertende, Begriffe wie z.B. „glücklicherweise/leider“, „abstrus“ oder „hervorragend“ in die Arbeit hineingetragen werden, sofern diese nicht mit Argumenten unterfüttert sind. Grundsätzlich ist bei solchen Wörtern zu prüfen, ob die Fairness der Darstellung leidet.

Anhänge

Im Anhang kann Material beigefügt werden, auf das man sich im Text der Arbeit bezogen hat, das jedoch zu umfangreich ist, um direkt im Text eingefügt zu werden. Dazu zählen u.a. Fragebogen-Formulare, Interviews, umfangreiche statistische Auswertungen. Pflicht ist bei der Diplomarbeit eine unterschriebene „Ehrenwörtliche Erklärung“. Sie lautet etwa:
„Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel anfertigt habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäss aus veröffentlichten oder nicht veröffentlichten Schriften entnommen wurden, sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegen.“

 

Weitere Formalia

Abgabe: Schriftliche Arbeiten sind in Papierfassung (2x) und in einer digitalen Fassung (per E-Mail) mit der kompletten Arbeit im *.docx und *.pdf-Format am Lehrstuhl abzugeben. Abschlussarbeiten in 3-facher Ausführung direkt im Prüfungsamt.

Schriftgrösse und Zeilenabstand: Die Schriftgrösse sollte 12 pt betragen. Der Zeilenabstand sollte 1,5 betragen.

Seitenränder: Der linke Rand muss so gewählt sein, dass das problemlose Lesen des Textes trotz Bindung oder Heftung gewährleistet ist. Der rechte Rand sollte 2-2,5 cm betragen. Oberer und unterer Rand sind je nach Gestaltung und Kopf-/Fusszeilen zu wählen.

Seitenformat und -bindung: Papierformat A4. Die Arbeiten können doppelseitig bedruckt werden. Abschlussarbeiten sind so zu binden, dass einzelne Seiten nicht nachträglich entnommen werden können. Seminararbeiten sind lediglich mit Heftstreifen / Aktendulli zu binden.

Seitenumfang: Zur Orientierung seien folgende Seitenzahlen gegeben (mit Literaturverzeichnis, jedoch ohne Deckblatt, Verzeichnisse und Anhang):

  • Hausarbeiten 10-15 Seiten
  • Seminararbeiten 15-20 Seiten
  • Bachelorarbeiten 40-50 Seiten
  • Diplomarbeiten 80-100 Seiten

Selbstständigkeits- und Einverständniserklärung: im Fakultätsrat der Wirtschaftswissenschaftten wurde das Verwenden einer überarbeiteten Fassung der Erklärung für alle Abschlussarbeiten in Studiengängen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften  beschlossen. Das Formular finden Sie zum Download unter:

http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/studium/pruefungen/Selbststaendigkeit_Einverstaendnis_Wiwi.pdf

Das Formular des ZPA ist auf Grund dieser Neuregelung bitte nicht mehr zu verwenden!

 

Bewertung

Die Bewertung der Arbeiten lehnt sich an das folgende Schema an:
  1. Originalität

    • gute, neue Ideen und Ansätze
    • Begründung der eigenen Meinung
    • Abwägung des Pro und Contra, Darstellung der Probleme des vertretenen Standpunkt
  2. Problembewältigung

    • Hinführung zum Kernproblem (stringenter Aufbau)
    • sinnvolle Gliederung (korrekte Kapitelabgrenzung hins. themat. Zuordnung, Unterpunkte richtig zugeordnet)
    • guter Schluss (zusammenfassend, vollständig)
    • logische Konsistenz (keine logischen Fehler)
    • Formalia (Darstellung der Problemstellung, Gang der Untersuchung - auch wenn nicht explizit so benannt)
  3. Abgrenzung des Themas

    • Vollständigkeit (alle wichtigen Punkte behandelt, nicht zu breit, Abgrenzung zu anderen Gebieten)
    • Güte der Eingrenzung (Begründung, sinnvoll vorgenommen)
    • Umfang der Betreuung (unter Berücksichtigung der Komplexität des Themas)
  4. Literarische Fundierung (nicht anhand der Bibliographie, sondern im Text)

    • Relevanz der Werke (Standardwerke, wichtige Bücher, Qualität vor Quantität)
    • Qualität der Einarbeitung
  5. Formales

    • Konsistenz, Klarheit und Verständlichkeit im Ausdruck
    • Einhaltung der Formalia (Zitierweise etc.)
    • Orthographie

Dabei prägen die Punkte a bis c den positiven Eindruck, Punkte d und e sind eher „Hygienefaktoren“, die zu Abzügen führen, falls sie nicht oder ungenügend vorhanden sind. Ausserdem wird der Gesamteindruck bewertet.

Vertiefende und ergänzende Literatur

  • Barrass, R., Students Must Write, Routledge, 1995.
  • Eco, U., Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt, UTB, 1977.
  • Fragnière, J.-P., Wie schreibt man eine Diplomarbeit, Haupt, 1993.
  • Peterssen, W.H., Wissenschaftliche(s) Arbeiten, Ehrenwirth, 1987.
  • Poenicke, K., Die schriftliche Arbeit, Dudenverlag, 1989.
  • Standop, E., Die Form der wissenschaftlichen Arbeit, UTB, 1990.
  • Wicher, H./Jensen, P., Anleitung für die Erstellung und Publikation wissenschaftlicher Arbeiten, Verlag an der Lottbek, 1993.
  • Viele weitere nützliche Hinweise bietet schließlich der Leitfaden zur Anfertigung wirtschaftswissenschaftlicher Ausarbeitungen für Studierende von Prof. Helmedag.