Im Zentrum des Forschungsprogramms der Professur steht die kritische, intersdisziplinär fundierte Auseinandersetzung mit Praktiken und Entwicklungen in Management und Organisationen. Die Analyse von Management und Organisationen folgt dem Verständnis einer notwendigen gesellschaftstheoretischen Einbettung der Management- und Organisationsforschung. Die Professur knüpft hierbei generell an die Perspektive der kritischen Management- und Organisationsforschung (Critical Management Studies) an. Ausgewählte Gegenstandsbereiche sind:
Seit 2009 erfolgt eine langfristig angelegte, diskursanalytisch orientierte Auswertung der massenmedialen Konstruktion der globalen Finanzkrise 2007-2009. Die Analyse des Diskurses schloss in seiner ursprünglichen Rahmung dabei u.a. an Überlegungen der Studien zur Gouvernementalität (Foucault), des Normalismuskonzeptes (Link) und der kritischen Diskursanalyse (Fairclough) an. Die im Zuge der Auswertung gewonnenen Rekonstruktion(en) von diskursiven Phasen, Topoi, Diskurssträngen, Symbolisierung(en) der Krise etc. wurde auf mehreren nationalen und internationalen Tagungen präsentiert. Ausgehend von den Analysen zur Finanzkrise erfolgte ab 2011 einerseits eine thematische Ausweitung aus spezielle Themen des Krisendiskurses ('Scheitern und Krise', 'Leistungsprinzip und Bonuskultur', ‚Manageriale Legitimitation in der Krise‘, ‚Ikonographie der globalen Finanzkrise‘). Damit soll das Projekt auch in Richtung einer generellen Betrachtung von Krisendiskursen in Massenmedien, Management und Organisationen weiterentwickelt werden.
Wichtige Publikationen und Vorträge aus dem Projekt:
Kontakt: Ronald Hartz
Ziel des 2012 in Kooperation mit der Professur für Organisation der TU Dresden (Dr. Gabriele Fassauer) begonnenen Projektes ist die Beförderung der personal– und organisationswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der „Soziologie der kritischen Urteilskraft“ (Boltanski & Thévenot, 1999, 2000, 2007; Dubet, 2008) und deren allgemeinen Weiterung hin zu einer „Soziologie der Konventionen“ (Diaz-Bone & Thévenot, 2010) für Analysen personalpolitischer, organisationaler und branchenbezogener Konflikte im Hinblick auf deren normative und moralische Grundlegung und Bearbeitung. In einem ersten Schritt soll anhand des Tarifkonfliktes im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen im März 2012 die in dieser Auseinandersetzung von den Konfliktparteien artikulierten Formen der normativen, auf Gerechtigkeitsvorstellungen bezogenen Rechtfertigungen rekonstruiert werden. Durch die Rekonstruktion der normativen Sichtweisen von Akteuren in sozialen Konfliktsituationen soll eine Verbindung zwischen Sozialwissenschaften und Moralphilosophie gezogen und zu Gleich ein Beitrag zum Verständnis des Entstehens, der Dynamik, der Befriedung aber auch der Unterdrückung sozialer Auseinandersetzungen geleistet werden.
Wichtige Vorträge aus dem Projekt:
Angegebene Referenzen:
Boltanski, L., & Thévenot, L. (1999). The Sociology of Critical Capacity. European Journal of Social Theory, 2(3), 359–377.
Boltanski, L., & Thévenot, L. (2000). The Reality of Moral Expectations: A Sociology of Situated Judgment. Philosophical Explorations, (3), 208–231.
Boltanski, L., & Thévenot, L. (2007). Über die Rechtfertigung: Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft (1st ed.). Hamburg: Verlag Hamburger Ed.
Diaz-Bone, R., & Thévenot, L. (2010). Die Soziologie der Konventionen: Die Theorie der Konventionen als ein zentraler Bestandteil der neuen französischen Sozialwissenschaften. Trivium, 5. Retrieved from http://trivium.revues.org/3557
Dubet, F. (2008). Ungerechtigkeiten: Zum subjektiven Ungerechtigkeitsempfinden am Arbeitsplatz (1st ed.). Hamburg: Hamburger Ed. HIS Verl.-Ges.
Kontakt: Ronald Hartz
Mit finanzieller Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung wurde ab 2008 eine Rekonstruktion des insb. deutschen und europäischen Diskurses zur Mitarbeiterkapitalbeteiligung durchgeführt. Neben den Inhaber der Juniorprofessur waren Prof. Dr. Thomas Steger (Universität Regensburg) und Dr. Olaf Kranz (Universität Regensburg) an der Durchführung des Projektes und den laufenden Publikationen beteiligt. Im Fokus des Projektes steht die Rekonstruktion der Repräsentation(en) bzw. Akteurskonstruktionen des Arbeitnehmers im Diskurs. Analytisch wurde hierbei auf insbesondere diskurs- und systemtheoretische Überlegungen zurückgegriffen.
Wichtige Publikationen aus dem Projekt:
Kontakt: Ronald Hartz
In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der TU Chemnitz (Dr. Timo Luks) wird seit 2011 das Projekt einer genealogischen Rekonstruktion der Wissensformen des Organisierens und der Organisation i.S. einer gemeinsamen Genealogie von Moderne und Organisation verfolgt. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen somit die vorgebliche Selbstverständlichkeit der sozialen Kategorie Organisation und die damit verschränkten Wissens- und Praxisformen selbst zum Thema werden. Entlang der vorläufigen kategorialen Heuristik einer Formationsphase des Gegenstands Organisation, der Organisationswissenschaft als Normalwissenschaft und schließlich des Moderne/Postmoderne Diskurses sollen der Wandel und die Kontingenz in Verschränkung mit Problematisierungsmodi der Moderne herausgearbeitet werden.
Das Projekt wurde 2012 in ein von der Fritz-Thyssen-Stiftung unterstütztes interdisziplinäres Netzwerk (‚Moderne gestalten – Moderne bewältigen') eingebettet.
Wichtige Vorträge aus dem Projekt:
Kontakt: Ronald Hartz