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Neue und vielfältige Entwicklungen prägen Personalpolitik und
Personalmanagement in Unternehmen. Forderungen nach Flexibilisierung,
Dezentralisierung, Abbau von Hierarchien oder Internationalisierung stellen
dabei herkömmliche Personalpraktiken in Frage -
Beschäftigungsgarantien, langfristig angelegte Lernprozesse oder planbare
Karrieren sind nicht mehr gegeben. Wenn zudem Kernkompetenzen von Unternehmen
zunehmend als strategischer Wettbewerbsvorteile identifiziert werden, spielt
Personal und Personalmanagement eine entscheidende Rolle für die
Wettbewerbskraft von KMUs. Durch den Wandel der Unternehmensstrukturen und
-strategien werden insofern die Vorraussetzungen und Grundlagen der bisherigen
Formen von Bereitstellung, Qualifizierung, Motivation und Einsatz der Fach- und
Führungskräfte in Frage gestellt. Unternehmen müssen sich mit
veränderten Formen der Leistungsbewertung und der Entlohnung, mit neuen Formen
der (vertraglichen) Bindung der Arbeitnehmer und einer stärkeren
Verzahnung von Lern- und Arbeitsprozessen auseinandersetzen.
Gerade kleine und mittelständige Unternehmen stehen diesbezüglich vor
großen Herausforderungen, denn ihre Lernfähigkeit von KMU scheint nicht
gesichert zu sein: Bei neuartigen Sachverhalten und Herausforderung reagieren
solche Unternehmen häufig hilflos. Obendrein offenbart der Blick auf KMUs
eine fast durchgängig unterentwickelte Personalfunktion, die selten
strategische Perspektiven entwickelt, allenfalls klassische Verwaltung und
Bedarfsdeckung realisiert. Außerdem wird sowohl die besondere Problematik, aber
auch das Handlungspotenzial kleinerer Unternehmen seitens der Forschung (noch)
weitgehend vernachlässigt.
Hier setzt der von der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung initiierte
Ladenburger Diskurs "Personalmanagement und Innovationsfähigkeit für das
21. Jahrhundert in kleinen und mittelständigen Unternehmen" an. Ziel des
Diskurses, der inhaltlich von Prof. Dr. Peter Pawlowsky, Prof. Dr. Burkart Lutz
und Prof. Dr. Lutz von Rosenstiel vorbereitet wird, ist es, Rahmenbedingungen
und Herausforderung des Personalmanagements für KMUs zu bilanzieren, um
Lösungsperspektiven zu benennen, die die Innovationskraft von KMU in
Deutschland sichern können. In einem ersten Diskurs-Treffen am 16. und 17.
Oktober 2003, zu dem Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen und Psychologen
eingeladen waren, wurde dazu der Grundstein gelegt. In vier weiteren Sitzungen
bis zum Frühjahr 2005 geht es dann gezielt darum, vorhandene Einzelkonzepte zum
betrieblichen Management von Humanressourcen in KMU zu bündeln, kritisch zu
hinterfragen und auf ihre Kompatibilität hin zu prüfen. Dabei werden
Wissenschaftler verschiedener Disziplinen sowie Experten aus der Praxis
gemeinsam eine strategische Vision eines innovativen Personalmanagements
entwerfen, ihre Realisierbarkeit hinterfragen und schließlich
Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung formulieren.
[Ladenburger Diskurs "Konturen der Erwerbsarbeit in der Wissensgesellschaft"]
[Broschüre "Personalmanagement und Innovationsfähigkeit in kleinen und mittelständischen Unternehmen"]
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