Forschungsthemen für Promovenden
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Investment Banking
Entwicklung eines Bonus-Systems im Investment Banking mit Markov-Ketten.
Die hohen Gehälter im Investment Banking sind vor allem Vertriebsleistungen zuzuschreiben. Banken beklagen dabei, dass der Wert der Marke (der jeweiligen Bank) zu wenig berücksichtigt werde. Ein Vertriebserfolg werde mit einem bestimmten Bonus honoriert, ohne zu berücksichtigen, dass der Kunde als Adressat der Vertriebsleistung auch Kunde der Bank ist und bleiben will und als solcher auch ohne Anstrengungen der Vertriebler etwas gekauft hätte. Der Wert eines Produktes, das ohnehin gekauft worden wäre, stellt keinen Erfolg der gegenwärtigen Vertriebsmannschaft, sondern höchstens den einer früheren Vertriebsmannschaft dar. Wie man aber den Wert der Marke bestimmt und berücksichtigt, ist bisher nicht befriedigend erforscht. Aufgabe der Dissertation ist es daher, ein Erfolg zuordnendes System zu erarbeiten, das im Investment Banking einsetzbar ist. Dabei kann auf die im Customer Lifetime Value Konzept verwendeten Markov-Ketten zurückgegriffen werden. Mit Hilfe von Matrizen mit Übergangswahrscheinlichkeiten wird die voraussichtliche Geschäftsentwicklung eines einmal akquirierten Kunden ermittelt. Nur Mehrgeschäft kann honoriert werden. Die von den G-20 Regierungschefs in Pittsburgh aufgestellten Honorierungsregeln sind zu beachten.
Finanzmarktinstrumente
Die Eigenschaften der Aktie
Die Aktie gehört zu den wichtigsten Finanzinstrumenten. Private Investoren haben sich nach den Ereignissen der Jahre 2000 und 2007 von der Aktie zurückgezogen. Das Deutsche Aktieninstitut DAI stellt fest, dass die Aktie einen schlechten Ruf genießt und deren Vorteile besser kommuniziert werden müssen. Auf der wissenschaftlichen Seite gibt es seit einiger Zeit die Erforschung des eher heuristischen Entscheidungsverhaltens von Menschen. Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der Dissertation, die wahrgenommenen Eigenschaften der Aktie durch Privatanleger zu ermitteln und diese mit den tatsächlichen, objektiv gegebenen Eigenschaften zu vergleichen. Beispielhaft seien einige entscheidungsrelevante Eigenschaften genannt: Aktien ermöglichen Partizipation an Gewinnen. Der Vorstand hat die Möglichkeit, Gewinne größer oder kleiner ausfallen zu lassen. Dies tut er mehr oder weniger opportunistisch. Aktien bieten eine Realwertsicherung. Aktien werden an Märkten gehandelt, die durch die Finanzindustrie mehr oder weniger manipuliert werden. Aktien können auch indirekt über Fonds erworben werden. Die bekannt gewordenen Manipulationen der Fondsverwaltung färben auf das Image der Aktie ab, etc. Aufgabe der Dissertation ist es zunächst, die den Aktien zugeschriebenen Eigenschaften der Art nach zu erfassen. Dabei kann sich auf solche Aspekte beschränkt werden, die einen Bezug zur Rendite aufweisen. Dann ist zu ermitteln, wie diese Eigenschaften von den Personen wahrgenommen werden. Hierzu sind neuere Erkenntnisse der Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit von Menschen, insbesondere die Heuristikforschung zu berücksichtigen.
Entscheidungs- und Bewertungstheorie
Der Umgang mit Risiko in der Finanzwirtschaft bis zum 2. Weltkrieg.
Die Verhaltensweisen unsicherer Käufer beim Erwerb von Finanzprodukten.
Der rationale, wohlüberlegt handelnde Mensch ist ein unrealistisches Konstrukt. Reale Menschen sind unsicher, wenn sie Kredit- und Anlageentscheidungen treffen – nicht nur, weil sie sich stochastischen Aktienkursen gegenübersehen, sondern weil sie Finanzprodukte an sich nicht richtig verstehen. Es soll untersucht werden, wie diese Unsicherheit ausgeprägt ist und wie sie die Entscheidungen beeinflusst.
Kreditgeschäft
Optimale Behandlung von Firmenkunden in Krisensituationen.
Selbst eine geringfügige Verbesserung der Recovery Rate kann die Rentabilität des Kreditgeschäftes nennenswert erhöhen. Die Arbeit soll die Möglichkeiten untersuchen, die Recovery Rate zu steigern.
Immobiliengeschäft
Der Wert von Schönheit und Ästhetik im Immobiliengeschäft.
In Deutschland sind bedingt durch 2 Kriege viele Immobilien zerstört worden. Seit 60 Jahren kann bei ständig wachsendem Wohlstand ohne Gefahr und äußere Bedrohung gebaut werden. Gleichwohl stellt man fest, dass die errichtete Bausubstanz zum großen Teil selbst einfachen Prinzipien von Ästhetik und Schönheit widerspricht. Manche Städte sind insgesamt extrem hässlich, obwohl die meisten Gebäude neu sind und keinerlei Kriege oder große Krisen den Bauplanungsprozess störten. Dies wirft die Frage auf, ob Ästhetik, Schönheit und Stil keine Werte sind, welche die Bewertung von Immobilien beeinflussen. Touristen pilgern nach Rothenburg, Dresden oder Görlitz oder ins Bayerische Alpenvorland, weil sie dort Schönheit und Stil finden. D.h. sie geben materielle Ressourcen für die Erlangung dieser Güter aus. Dies legt die Frage nahe, ob die Stadt- und Gebäudeplanung nicht mehr auf solche Aspekte achten muss. Das in der Dissertation zu lösende Problem lautet daher: Welchen Wert hat Schönheit und Stil für Immobilien und wenn ja, entspricht das was gebaut wird, den Vorstellungen. Wenn nein, welche Gründe für die Befunde gibt es (Interessen von Bauträgern, Immobilienfonds, schlecht ausgebildete Architekten, uninformierte Bauherren).
Bewertung von Immobilien im ländlichen Raum.
Aufgrund der problematischen demographischen Entwicklung sowie vorherrschender Theorien zum Wanderungsverhalten von Wirtschaftssubjekten wird die Entwicklung des ländlichen Raumes skeptisch gesehen. Gemäß anderen Theorien besitzt der ländliche Raum Stärken. Auswirkungen dieser polarisierten Sicht auf die Immobilienbewertung sollen untersucht werden.
Ratingsysteme der Immobilienwirtschaft.
Ältere Menschen in der Innenstadt.
Die demographische Entwicklung in Deutschland führt dazu, dass die Zahl älterer Menschen absolut und relativ zunimmt. Die Innenstadtbereiche deutscher Städte sind nicht gut für ältere Menschen geeignet. Die Wege sind zu lang. Sitzmöglichkeiten zu wenig. Aufenthalt im Warmen (Kaffees) ist zu teuer. Toiletten sind nicht erreichbar. Das führt dazu, dass sich ältere Menschen gerne in Malls aufhalten und damit einen Beitrag leisten, dass sich Städte in eine möglicherweise nicht gewünschte Richtung verändern. Die Diplomarbeit/Dissertation soll anhand der Literatur und durch eine eigene Umfrage bei älteren Menschen in Chemnitz herausfinden, was Städte tun müssen, um ihre Innenstadtbereiche außerhalb von Malls für ältere Menschen attraktiver zu machen.
Der Wert von Wohnimmobilien.
Es gibt viele Anzeichen dafür, dass der Wert von Wohnimmobilien (Häuser, Wohnungen) nicht nur von der Ausstattung und der Lage der Immobilien im Allgemeinen abhängt, sondern dass auch der optische Eindruck von Immobilien in der Nähe eine Rolle spielt. Die Dissertation soll herausarbeiten, welchen Einfluss auf den Wert von Wohnimmobilien die Immobilien in der Nähe ausüben. Die Dissertation ist von großem Wert für die Immobilienbranche, weil sie herausarbeitet, dass man mehrere benachbarte Immobilien als Gesamtheit sehen muss, und das individuelle "vor sich hin wursteln" Wert (anderer Immobilien) vernichten kann.
Portfoliomanagement
Marktanalyse - Interesse an volatilen Kursen.
Nicht wenige Marktteilnehmer klagen, dass die Reaktion von Assetpreisen auf Datenänderungen das fundamental erklärbare Maß übersteige. Es wurde die Vermutung geäußert, dass Kursbewegungen bewusst aufgeschaukelt werden. Den traditionellen Kapitalmarkt stellte man sich derart vor, dass bei Abweichungen der Kurse von ihren Fundamentalwerten Spekulanten aktiv werden, welche die Positionen preiswert erwerben und dadurch die Kurse wieder in Richtung auf ihr Gleichgewichtsniveau bringen. Heute scheint der Kapitalmarkt diesem Bild immer weniger zu entsprechen. Es scheint weniger derartige Spekulanten zu geben. Darüber hinaus scheint es mehr und mehr Marktteilnehmer zu geben, die ein Interesse an volatilen Kursbewegungen haben. Aufgabe der Dissertation ist es, evtl. anhand von einzelnen Marktsegmenten, die Interessen und Verhaltensweisen der Marktteilnehmer aufzuklären.
Das Downside Management von Finanzvermögen.
Man beobachtet im Fondsmanagement, dass Anleger ihre Gelder schnell wieder zurückziehen, wenn das wahrgenommene Risiko der Anlagen steigt. Anleger trauen dem Fondsmanagement nicht zu, Krisen gut zu bewältigen. Dies hat die generelle Frage aufgeworfen, wie das Downside Risiko von Geldanlagen gemanagt werden sollte. Z.B. können Portfolios von vornherein auf Ausfallrisikomaße hin optimiert werden. Es kann auf Vertragsklauseln (Covenants) geachtet werden, die im Krisenfall Eingriffsrechte gewährt werden. Es kann auf Liquidität in Verbindung mit Informationen geachtet werden, um im Krisenfall rechtzeitig "aussteigen" zu können u.s.w. Aufgabe der Arbeit ist es, verschiedene aktuelle Methoden zu sichten, zu vergleichen und zu bewerten.
Risikobeurteilung von Investmentfonds.
Nach § 42 Investment Gesetz muss der ausführliche Verkaufsprospekt eines Fonds eine leicht verständliche Erläuterung des Risikoprofils enthalten. Nun gibt es verschiedene Methoden, Risikoprofile darzulegen. Neben verschiedenen Arten der verbalen Darlegung des Risikoprofils gibt es die Darstellung in mathematischen Formeln wie auch in Graphiken. Aufgabe der Dissertation ist es, die Methoden zu sichten, mit denen Fonds ihren Pflichten aus § 42 InvG nachkommen, unabhängig davon über geeignete Methoden nachzudenken und einen Vorschlag für ein Vorgehen zu machen, das § 42 InvG bestmöglich erfüllt.
Die Eigenschaften von Portfolios, die mit Ausfallrisikomaßen optimiert wurden: eine empirische Analyse.
Finanzmarktinstitutionen
Die Chancen regionaler Finanzzentren in Europa.
Determinanten der Marktliquidität an deutschen Börsen und OTC-Marktsegmente.
Politik und Ökonomie
Regionalindex.
Moderne Kapitalmärkte sind ohne Indizes nicht mehr denkbar. Eine Lücke besteht nach wie vor: das Geschehen in Regionen wird nicht in Indizes abgebildet. Einige Regionalindizes beleuchten das Interesse an der Fragegestellung. Allerdings sind diese Indizes falsch konstruiert, so dass Sie die Entwicklung der jew. Regionen nur unzureichend abbilden. Am Lehrstuhl wurde das Konzept eines Regionalindexes ausgearbeitet. Aufgabe der Dissertation ist es, dieses Konzept an einer Modellregion anzuwenden.
Zum Scheitern von Regierungen.
Die Parallelen der schlechten Wirtschafts- und Gesellschaftslage mit derjenigen der letzten Regierungsjahre der sozialliberalen Koalition bis zum Regierungswechsel 1981 sind frappierend. Genau wie heute war die Zeit damals gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, stagnierende wirtschaftliche Entwicklung, ausufernde Staatsverschuldung und steigende Belastungen durch die Sozialsysteme. Die Arbeitslosigkeit hatte Mitte der 70er Jahre nie gekannte Höhen erreicht und verharrte in den letzten Regierungsjahren auf dem hohen Niveau bis sie 1981, dem Jahr der Ablösung der sozialliberalen Regierung, einen neuen Höchststand von fast 1,3 Mio. erreichte. Die Staatsverschuldung uferte aus. 1969 hatte die Nettokreditaufnahme noch 2,5 Mrd. DM p.a. betragen. 1975 war sie auf 54,2 Mrd. DM hochgeschnellt und wurde dann bis zum Regierungswechsel auf hohem Niveau gehalten, stieg 1981 sogar auf 69,6 Mrd. DM an. Trotz dieser Geldspritzen blieb das Wirtschaftswachstum schleppend; nichts verbesserte sich wie erhofft. Die Stimmung war gereizt und entmutigt. Die Sozialausgaben wurden zu einer immer größeren Belastung. Die Bundesanstalt für Arbeit musste ihre Ausgaben zwischen 1976 und 1981 verdoppeln. Ziel der Diplomarbeit oder Dissertation ist es, Parallelen wirtschaftlicher Krisenphänomen in den 70er Jahren und heute zu beleuchten und eine ursachenerforschende Analyse durchzuführen. Es sind Fakten zu sammeln und Phänomene zu stilisieren. Die Gleichartigkeit ist zu untersuchen. Dann ist zu prüften, ob die gleichartigen Phänomene trotz gänzlich anders gearteter Umfelder zweier 25 Jahre auseinanderliegender Zeiträume darauf zurückgeführt werden können, dass Regierungen mit sozialdemokratischer Beteiligung zu Maßnahmen tendieren, die in der Konsequenz die beobachteten Folgen zeigen.
Effizientes Schrumpfen.
Nicht nur die demographische Entwicklung in Deutschland, sondern auch allgemeine Tendenzen am Arbeitsmarkt führen dazu, dass sich ländliche Regionen entvölkern. Schrumpfen Regionen nicht in dem Maße, wie ökonomische Effizienzgesichtspunkte es erfordern, werden sie zu einer Belastung und führen zu Mehrkosten, welche von irgendwem getragen werden müssen und dessen Chancen im globalen Wettbewerb mindern. Solche Mehrkosten resultieren u.a. aus der Aufrechterhaltung einer zu aufwändigen Infrastruktur und dem Umfang staatlicher Verwaltungseinheiten. Ob sich Regionen effizient entwickeln, hängt wesentlich auch vom staatlichen Handeln ab. Hier sind Anreize zu Fehlhandlungen zu erkennen. So führen etwa einwohnerbezogene Zuschüsse dazu, dass Gemeinden kein Interesse an einer effizienten Strukturierung innerhalb ihres Gemeindegebietes haben, weil der Wert eines Grenzeinwohners enorm hoch ist. Ziel der Dissertation ist es, die verschiedenen Fehlanreize herauszuarbeiten und Vorschläge für effizientere Anreizsysteme zu erarbeiten.
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