Professur Unternehmensrechnung und Controlling






Weitere Forschungsprojekte

Produktkostenmanagement im Werkzeug- und Formenbau

Forschungsziele

In einem gemeinsamen Folgevorhaben zwischen einem der führenden Werkzeug- und Formenbauunternehmen in Deutschland und der TU Chemnitz wird ein ganzheitliches, proaktives und auf die Produktentstehung ausgerichtetes Produktkostenmanagementsystem für den Werkzeug- und Formenbau entwickelt und umgesetzt. Das Ziel besteht hierbei in der Verbesserung der Produkt-kostenprognose, -analyse und -steuerung für die Geschäftsfelder Umform-, Spritzguss- und Druckgusswerkzeugbau hinsichtlich Genauigkeit und Bearbeitungsgeschwindigkeit. Darüber hinaus wird das während der Projektbearbeitung gewonnene Wissen zu Kosten, Abläufen und Störgrößen in einer zentralen Datenbank verwaltet und für Entscheidungsprozesse in der Produktentwicklung verfügbar gemacht. Das Ergebnis stellt die Implementierung eines Kosteninformationssystem als Kalkulationswerkzeug in Verbindung mit der Optimierung der betreffenden Geschäftsprozesse und der Informationsflüsse dar.

Zwischenergebnisse
Teilbereiche des Produktkostenmanagementsystems
Bild 1: Teilbereiche des Produktkostenmanagementsystems

Im Rahmen des Vorgängerprojekts sind bereits umsetzungsfähige Konzepte für die Unterstützung der Angebotskalkulation im Bereich Blechumformung sowie konzeptionelle Grundlagen für eine Entwicklungsbegleitende Kalkulation erarbeitet worden.

Das darauf aufsetzende Produktkostenmanagementsystem umfasst die drei Teilbereiche Produktkostenprognose im Angebotsengineering (Modul I – Angebotskalkulation), die Produktkostenanalyse (Modul II – Projektbegleitende Kalkulation) während des Produktentstehungsprozesses und die Produktkostensteuerung (Modul III – Produktkostensteuerung) zur aktiven Kostengestaltung und Rückführung des Wissens aus der Projektbearbeitung [Bild 1].







Abgeschlossene Forschungsprojekte

2008/2009: Statistische Standortanalyse und Lebenszykluskostenoptimierung der Infrastruktur von Funknetzen
Funknetz
Copyright: MUGLER AG

Das Ziel des Projektes besteht darin, ein Konzept zur Modellierung, Erfassung und Analyse der gesamten Kosten von Funknetzinfrastrukturen und Funkstationen zu entwickeln. Hieraus sollen Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit abgeleitet werden, um eine aus Kostengesichtspunkten optimale Gestaltung bestehender und zukünftiger Funknetz- und Funkstationsinfrastrukturen zu ermöglichen.

Zur Erreichung dieses Ziels sind zum einen, die allgemeinen theoretischen Erkenntnisse, Methoden und Modelle hinsichtlich der Besonderheiten von Funkstationen und -netzen zu spezifizieren. Zum anderen ist ein generisches Modell der Lebenszyklen von Funkstandorten und -netzen mit einem hohen Detailierungsgrad bis hin zu einzelnen Prozessen zu erarbeiten. Auf Basis dessen sind die Lebenszykluskosten und deren Einflussgrößen zu ermitteln und zu systematisieren. Für spezielle Fragestellungen und Entscheidungsprobleme sollen differenzierte (Sub-) Modelle formuliert werden. Diese sind unter Nutzung spezifischer Berechnungsmethoden sowie statistischer Verfahren anzuwenden und zu testen.

Um eine gezielte Gestaltung der Lebenszykluskosten von Funknetzinfrastrukturen zu unterstützen, sind im Rahmen des Forschungsvorhabens zahlreiche Informationen bezüglich vielfältiger, zu identifizierender Stations- und Netzparameter sowie deren Verknüpfungen zu erwarten. Aufbauend darauf wird die Entwicklung einer Anwendungssoftware, die Unternehmen und Behörden zukünftig fundierte Kostenanalysen und Kostenoptimierungsrechnungen und die darauf basierende Ableitung von Handlungsempfehlungen ermöglichen soll, über das eigentliche Projektziel hinaus angestrebt.

Dieses Drittmittelprojekt wurde in Kooperation mit der MUGLER AG bearbeitet und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (und des Freistaates Sachsen) gefördert. Im Rahmen eines Dissertationsvorhabens findet die Thematik aktuell Weiterbearbeitung am Lehrstuhl.

2009-2011: Labor für Integrierte Produktentwicklung IPE-LAB für den Wissenstransfer zur Geschäftsprozessoptimierung in KMU

Das Ziel des Vorhabens war, Methoden, Konzepte und Musterlösungen zur Vielfalts- und Komplexitätsreduktion im Fokus des Stammdaten- und Produktkostenmanagements zu erarbeiten.

Dazu wurden folgende Teilziele für den Bereich der Produktentstehung und -nutzung im Rahmen der integrierten Produktentwicklung erreicht:

  • Aufbau einer (unternehmensneutralen) IT-Infrastruktur für das Labor für Integrierte Produktentwicklung, mit der die Entwicklung und der Transfer von Methoden, Konzepten und Musterlösungen zur Stammdatenanalyse, -bereinigung und -konsolidierung sowie zum Produktkostenmanagement ermöglicht werden,
  • Entwicklung und Erprobung von Methoden, Konzepten und Musterlösungen (Demonstratoren) zur Stammdatenanalyse, -bereinigung und -konsolidierung sowie zum Produktkostenmanagement, so dass spezifische Lösungen für ein breites Spektrum von KMU mit unterschiedlich komplexen Aufgabenstellungen und unterschiedlichen Randbedingungen konfiguriert werden können (Toolboxen),
  • Entwicklung eines Ansatzes für einen dreistufigen adressatengerechten Ergebnis-transfer in KMU,
  • Erarbeitung von Ausbildungsmodulen (u. a. zur wirtschaftlichen Produktgestaltung, zum methodischen Konstruieren, zum Target Costing und zum Wissensmanagement im Target Costing) unter Einbeziehung der laufenden Industrieanforderungen.

Dieses Projekt wurde in Kooperation mit der Professur Konstruktionslehre der TU Chemnitz bearbeitet und im Rahmen der Technologieförderung mit Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mit Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert.

Weitere Informationen dazu unter: www.ipe-lab.de