2. Landesklasse Schach, Staffel C, 5. Spieltag am 10.12.2000

SC Annaberg-Buchholz

 - 

USG Chemnitz IV

  4,5 : 3,5

1Groß, U.(1901) - 1Dr. Eppler, K.(2021)0 - 1
2Wappler, M.(1881) - 2Mahn, M.(1878) 1 - 0
3Opitz, T.(1882) - 3Kutscha, R.(1878) 0 - 1
4Kunstmann, M.(1850) - 5Korsunskij, W.(1768) ½ - ½
5Meyer, R.(1926) - 6Ludwig, B.(1634) 1 - 0
6Apel, B.(1840) - 7Stopp, D.(1699) 1 - 0
7Hörnig, D.(1708) - EProf. Dresig, H.(1636) 0 - 1
8Donner, J.(1627) - EPflugradt, G.(1584) 1 - 0

Spielbericht von Mario Mahn:

Advent, Advent ... ein Lichtlein brennt unter anderem auch in der Roten Laterne, die ab sofort für die IV. Mannschaft ebenso am USG-Christbaum hängt wie zuvor schon das etwas ältere Modell der USG II.

Der Spielplan ordnete uns just zur Adventszeit eine Reise in die Hochburg vorweihnachtlicher Aktivitäten an, was M. Mahn offenbar zu voreiligen Gaben inspirierte.

Natürlich sollte man vermeiden, das Mannschaftsergebnis am Erfolg oder Scheitern eines Einzelnen festzumachen, doch angesichts dieser Tragödie, die sich im noblen Spiellokal Hotel 'Goldene Sonne' zutrug, kommt man um die Ausnahme von der Regel kaum umhin.

Da arbeitete sich Mario eine wunderbare Gewinnstellung heraus, die nur noch ein, zwei Züge erforderte, um des Gegners Aufgabe zu besiegeln. Doch von einem letzten Verzweiflungszug ließ er sich derart irritieren, daß in einer Melange aus Panik, Zeitnot und Unvermögen alle Vorteile verloren gingen und sein Spiel innerhalb kürzester Zeit völlig zusammenbrach. Eine der bittersten, weil unnötigsten Niederlagen seiner aktiven Spielzeit war die Folge - den Verlust zweier überaus wichtiger Mannschaftspunkte inklusive.

Nüchtern betrachtet bleibt festzustellen, daß die vier Spitzenbretter mit 2,5 Punkten ihr Soll dennoch erfüllten. Dr. K. Eppler nutzte im Turmendspiel mal wieder die kleinste Unaufmerksamkeit konsequent und schraubte seine Bilanz damit auf beachtliche 2,5 aus 3 Punkten nach oben. R. Kutscha seinerseits absolvierte eine tadelsfreie Partie und ließ dem Gegenüber vom ersten Zug an praktisch keine Chance. W. Korsunskij schließlich bot nach wenigen Zügen "aus Sicherheitsgründen" Remis, um nach monatelanger Durststrecke zumindest wieder das Gefühl eines Teilerfolgs verspüren zu können.

Erreichten die ersten vier Bretter nach 5 Spieltagen somit recht passable 50 % Punktausbeute, hat dagegen die untere Hälfte mit nur 3 von 20 möglichen Punkten eine verheerende Bilanz aufzuweisen, wobei Prof. H. Dresig mit 2 (3) Punkten sogar noch davon auszunehmen ist (sprich die übrigen: 1 Punkt aus 17 Partien!!). In Annaberg gelang ihm nach wiederum langem und engagierten Kampf zudem sein längst verdienter erster Sieg.

Für G. Pflugradt hingegen war praktisch schon in der Grundaufstellung Schluß, als ein grober Eröffnungsfehler bereits nach einer Hand voll Zügen zum Figurenverlust führte.

B. Ludwig hatte neben dem Gegner offenbar auch mit fehlender Spielpraxis zu kämpfen und D. Stopp konnte seine mindestens remisverdächtige Stellung leider nicht ins Ziel retten.

Die eigentliche Misere scheint also ausgemacht. Neben den besten Wünschen für das neue Jahr bleibt nur die Hoffnung, das riesige Gefälle möglichst bald verringern zu können.