Wissen, was gut ist. Studieren in Chemnitz.

Welche Voraussetzungen benötigen Videokonferenzen

Videokonferenz oder Webkonferenz - Unterschiede

Videokonferenzen: bieten die Möglichkeit zwei oder mehrere Teilnehmer von einem PC (PVX), einem Raumsystem (1/336, TW7/410, 3/E020, 2/201) oder einem Telefon aus multimedial zu kommunizieren. Grundlage für die Nutzung der Videokonferenzsysteme ist der H.323 Standard.

Vorteile:
  • Videokonferenzen in High Definition Qualität (HD)
  • Video-Konferenz für viele Teilnehmer
  • Professionelle Video-Aufzeichnung
  • Konferenz-Geräte schnell und einfach Einsatzbereit
  • Einbinden von ISDN-Teilnehmern in die Konferenz über ein Gateway

Webkonferenzen: Über den Browser des eigenen Rechners können Webkonferenzen mit Adobe Connect gestartet werden, bei denen neben Ton und Bild (durch Headset und Webcam des Rechners) auch die eigene Desktopoberfläche angezeigt oder Vortragsdateien auf einen Server hochgeladen werden können.

Vorteile:
  • Zugriff auf Präsentationsdateien auch nach Beendigung der Präsentation
  • Audio/Video Multipoint Konferenzen (bis zu 200 Teilnehmer)
  • Shared Whiteboard
  • Chat
  • Polling (Abstimmungstool)

Das Deutsche Forschungsnetz (DFN) empfiehlt H.323 Videokonferenzen mit festen Geräten abzuhalten und zusätzlich Funktionen von Adobe Connect zu nutzen.

Konferenzteilnehmer

Die Konferenzsysteme aller Teilnehmer sollten SIP und H.323 unterstützen. Dabei ist es egal ob es sich bei dem System um ein fest Installiertes Videokonferenzsystem oder eine Softwarelösungen auf Notebook und Desktop-PC handelt. Zudem ist eine ausreichend große (>512 kBit) Bandbreite wichtig um eine störungsfreie Übertragung sicher zu stellen. Um der Gefahr der Inkompatibilität der Partnersysteme vorzubeugen ist im Vorfeld in Erfahrung zu bringen welche Geräte an der Konferenz beteiligt sein werden.

Sollten Teilnehmer mit ISDN-Konferenzsystemen beteiligt sein, sollte Folgendes beachtet werden:
  • Es ist nicht möglich ISDN-Teilnehmer in einer 1-zu-1-Konferenz zu erreichen. Diese sieht nur die Einwahl mittels IP-Adresse (H.323 oder SIP Partner) oder über eine Telefonnummer, für Teilnehmer im DFN-VC-Dienst (Rufnummer beginnt mit 0049), vor.
  • Teilnehmer haben die Möglichkeit sich in Mehrpunkt-Konferenzen einzuwählen (sie können nicht angerufen werden). Informationen zur Einwahl gibt es auf https://www.vc.dfn.de/videokonferenzen/zugangswege/isdn.html.

Netzanforderungen

Hauptanforderung: konstante, verlustfreie Datenübertragung. Das Problem dabei ist, dass bereits bei 30% der Auslastung die Wahrscheinlichkeit von Übertragungsengpässen zu nimmt. Dem ist nur entgegen zu wirken, in dem immer ausreichend hohe Reserven an Übertragungskapazität bereit gehalten werden, um der Videoanwendung die Bandbreite zu garantieren. Die benötigte Bandbreite für Videokonferenzen liegt zwischen 128 kbps und 4 Mbps, wobei schon bei 384 bis 1920 kbps für eine gute bis sehr gute Videoqualität ausreichend sind.

Kompatibilität prüfen

Alle Endsysteme, die an der Konferenz beteiligt sind, sollten kompatibel zu einander sein, um miteinander arbeiten zu können. Um dies sicher zu stellen, sollte im Vorfeld auf jedenfall ein Testlauf stattfinden.

Das Kompetenzzentrum für Videokonferenzdienste (VCC) der TU-Dresden hat die Testergebnisse seiner Kompatibilitätstests verschiedener Konferenzsystem als Matrix zur Verfügung gestellt.

Zu beachten ist dabei, dass bei LAN-Verbindungen keine Garantie für hohe Übertragungsraten gewährleistet werden kann. Die Datenrate ist abhängig von verschieden Parametern wie die Anzahl der Router zwischen den Konferenzpartnern oder das Datenvolumen bzw. die Anbindung im Netz. Bei einer ISDN-Verbindung dagegen kann von einer festen Übertragungsrate ausgegangen werden.

VCC_2009-05_klein.png

Raumgestaltung

Um allen Konferenzteilnehmern optimale Lichtverhältnisse zu garantieren, müssen in den Räumen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Dazu sollten die Räume so gut wie möglich abgedunkelt werden, um die Tageslichteinstrahlung so gering wie möglich zu halten. Was die Beleuchtung angeht, ist vorallem darauf zu achten, möglichst Kunstlicht zu verwenden und Gegenlicht zu vermeiden.

Kameraposition

Die Position der Kamera ist, neben der Ausleuchtung des Raumes, ausschlaggebend für ein qualitativ gutes Bild. Wenn mehrere Leute an der Konferenz beteiligt sind, ist davon abzuraten soweit weg zu zoomen, dass alle Personen im Bildausschnitt zu sehen sind. Dadurch vermindert sich die Qualität erheblich.

conference_view_bad.jpeg
Schlecht: schlechte Lichtverhältnisse, Kamera weit rausgezoomt

conference_view_good.jpeg
Besser: gute Lichtverhältnisse, 2 Personen im Vollformat gezoomt

Kleidung

Idealerweise sollte Teilnehmer eher Kleidung mit gedeckten Farben tragen. Karos und Streifen wirken eher störend, wobei Nadelstreifen als solche meist nicht sichtbar sind. Karos verursachen bei Bewegungen neben erhöhter Netzlast auch vermehrt Interferenzen, besonders bei kleinen Karos ist die Gefahr größer.

Testen

Alle (komplexen) Szenarien müssen im Vorfeld zusammen mit dem URZ getest werden. Somit können Fehler in der Handhabung und im Ablauf der Videokonferenz ausgeschlossen werden.