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Hinweise zur Mailkonfiguration für Unix-Rechner

Jeder UNIX-Rechner im Netz sollte richtig für E-Mail konfiguriert sein, damit eine ordnungsgemäße Funktionsweise des Maildienstes gewährleistet ist. Das Konzept ist im Dokument Electronic Mail an der TU Chemnitz kurz erläutert. Für Konfiguration und Betrieb der Mailkomponenten auf Mailbox-Servern und Mail-Klienten ist der Systemverantwortliche zuständig.

Zur Unterstützung der Konfigurierung sollen folgende Hinweise dienen. Bitte vor Ausführen der Kommandos genau überlegen, was man damit tut. Der Autor übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit etc... Bei Problemen wenden Sie sich bitte an Ihr Bereichs-Rechenzentrum oder an die Mail-Admins im URZ.


Mail-Klienten

... sind End-Systeme, die keine lokalen Mailboxen haben, sondern Zugriff darauf via NFS/POP/IMAP bekommen, und "nur" Mail an einen Mailbox-Server verschicken wollen.

1. Vor der Umkonfiguration muß der laufende sendmail Prozeß beendet werden:

PID von sendmail herausfinden, z.B.:
(SunOS, Linux) # ps -ax | grep sendmail | grep -v grep
(Solaris2, HP) # ps -ef | grep sendmail | grep -v grep
("Abschießen") # kill PID-of-sendmail

2. Prüfen der sendmail-Version:

/usr/sbin/sendmail -bs
danach: quit
Ausschrift überprüfen, sollte etwa so sein: ... Sendmail 8.11./...
Die Version sollte >= 8.12, zur Not 8.11 sein. Bei kleineren Versions-Nummern muss eine neue sendmail-Version installiert werden.

3. Installation des Konfigurationsfiles sendmail.cf:

  1. Holen von sendmail.cf, temporär abspeichern.
  2. Editieren von sendmail.cf, Änderungen laut Kommentaren!
    ## Name des Mail-Servers, zu dem ALLE Mail geschickt wird.
    ## Den richtigen Hostnamen (z.B. sunnyboy.informatik.tu-chemnitz.de)
    ## eintragen, KEINEN Aliasnamen (wie z.B. mailhost...)
    DMmailserver.subdomain.tu-chemnitz.de

    ## Hier nochmal den Mailserver in eckige Klammern,
    ## z.B. [sunnyboy.informatik.tu-chemnitz.de]
    DH[mailserver.subdomain.tu-chemnitz.de]

    ## client-spezifische Aliases fuer bestimmte Pseudo-Nutzer.
    ## Wenn z.B. Mail an "root" auf den Client nicht an den "root" des
    ## Servers geschickt werden soll, sondern an einen anderen Admin,
    ## DG entsprechend aendern.
    # Lokale Mail an diese Nutzer
    CL root
    CL postmaster
    CL mailer-daemon
    # ... wird an diese Adresse gesendet
    DGroot@subdomain.tu-chemnitz.de

    ## Wo ist das Spool-Verzeichnis? (Wenn beim Senden nicht sofort eine
    ## Verbindung zum Server hergestellt werden kann - Server down,
    ## Netzstoerung, werden die Mails hier gespeichert und spaeter gesendet.
    ## Verzeichnis muss existieren.
    O QueueDirectory=/var/spool/mqueue

  3. Einspielen nach /etc - als root:
    # cp sendmail.cf /etc/sendmail.cf
    # chmod 644 /etc/sendmail.cf

4. Testen

5. Starten von sendmail - als root

# /usr/lib/sendmail -bd -q30m

Testen

Mit dem folgenden Kommandos kann man die sendmail Konfiguration testen (nicht als root!) :

1. Senden einer Mail 'an sich selbst':

% /usr/lib/sendmail -v `whoami`
Test      hier beliebigen Text eingeben
.          mit '.' auf separater Zeile abschließen
Sendmail protokolliert die Mailübertragung, in etwa so:
fri... Connecting to mailbox.hrz.tu-chemnitz.de (TCP)...
220 mailbox.hrz.tu-chemnitz.de ESMTP Sendmail 8.8.3/8.8.3; Tue, 28 Jan 1997
>>> HELO tantalus-f.hrz.tu-chemnitz.de
250 mailbox.hrz.tu-chemnitz.de Hello tantalus-f...., pleased to meet you
>>> MAIL From:<fri@tantalus-f.hrz.tu-chemnitz.de>
250 <fri@tantalus-f.hrz.tu-chemnitz.de>... Sender ok
>>> RCPT To:<fri>
250 <fri>... Recipient ok
>>> DATA
354 Enter mail, end with "." on a line by itself
>>> .
250 Mail accepted
>>> QUIT
221 mailbox.hrz.tu-chemnitz.de delivering mail
fri... Sent
Wichtig ist, daß zum konfigurierten Mailbox-Server übertragen wird (hier: mailbox.hrz.tu-chemnitz.de)!

2. Senden einer Mail an root:

% /usr/lib/sendmail -v root
Test      hier beliebigen Text eingeben
.          mit '.' auf separater Zeile abschließen
Hier sollte die Mail an den im sendmail.cf angegebenen Nutzer geschickt werden.

3. Senden einer Mail an lokales Echo:

% /usr/lib/sendmail -v echo@tu-chemnitz.de
Test      hier beliebigen Text eingeben
.          mit '.' auf separater Zeile abschließen
4. Senden einer Mail an entferntes Echo:
% /usr/lib/sendmail -v echo@dfn.de
Test      hier beliebigen Text eingeben
.          mit '.' auf separater Zeile abschließen
Die Sendmail-Protokolle sollte ähnlich dem erstem Beispiel aussehen, d.h. immer zum eingetragenen Mailbox-Server senden!

In Fällen 1., 3. und 4. sollte der Absender jeweils eine Mail in seine Mailbox erhalten (bei 4. kann das u.U. etwas dauern).


Mailbox-Server

...sind Rechner, die selbst Nutzer-Mailboxen halten. Hier ist die Konfiguration i.a. etwas schwieriger und kaum zu verallgemeinern. Zudem kommt eine besondere Verantwortung auf die Administratoren zu (Verfügbarkeit, Backup, Vertretung). Benutzern der TU Chemnitz steht der zentrale Mailbox-Server zur Verfügung. Falls Sie dennoch einen eigenen Mailbox-Server aufbauen wollen, setzen Sie sich bitte mit den Verantwortlichen im URZ in Verbindung.

Einrichten eines POP- und/oder IMAP-Servers

Ein Mailbox-Server kann als POP- und/oder IMAP-Server fungieren. POP (Post Office Protokoll, Version 3) ist ein einfaches Protokoll "zum Abholen von Mail", IMAP (Interactive Mail Access Protocol, Version 2bis oder 4) unterstützt mehr Funktionen (remote Folder, nur Teile übertragen etc.)

Dadurch können Nutzer an entfernten Rechnern Zugriff auf ihre Mailbox erhalten, ohne das Mailverzeichnis mounten (NFS, ...) oder sich via telnet anmelden zu müssen. PC-Mailprogramme, wie pmail oder PC-Eudora nutzen POP, das Unix-Mailprogramm pine nutzt IMAP. Mozilla, Netscape, Outlook benutzen IMAP oder POP.

Diese Dienste sollten allerdings nur dann aktiviert werden, wenn sie auch benötigt werden!