MIME-Konfiguration unter Unix: mailcap und mime.types
Viele Anwendungen können mit Daten im MIME-Format umgehen, z.B. Mailprogramme und WWW-Browser. Das Verhalten, welche Anwendungen bei welchem MIME-Typ (Content-Type) gestartet und welcher MIME-Typ bei welcher File-Endung angenommen wird, lässt sich unter UNIX durch die Files mailcap und mime.types festlegen. Davon gibt es sowohl global vorgegebene als auch nutzerspezifische Files. Letztere müssen vom Nutzer angelegt werden, wenn ein anderes Verhalten als das global vorgegebene oder zusätzliche Sachen gewünscht werden:$HOME/.mailcap und $HOME/.mime.typesDarüber hinaus haben viele Programme auch eingebaute Standard-Vorgaben (Netscape zeigt z.B. GIF-Bilder immer Inline an).
Aufbau eines mailcap - Files
Hier lege ich fest, welche Anwendung bei welchem MIME-Typ (= Content-Type) gestartet wird, um die Daten zu präsentieren (anzeigen oder abspielen).Diesen Content-Type bekommt ein Mailprogramm innerhalb des Mailheaders und ein WWW-Browser über den HTTP-Header mitgeteilt, z.B.
Content-Type: application/postscriptDieser Typ wird in den (nutzerspezifischen und globalen) mailcap-Files gesucht, um die richtige Anwendung zu starten. Wird z.B. der Eintrag
application/postscript; showps %sgefunden, wird das Programm showps mit dem aktuellen Filenamen (enthält die mglw. dekodierten Daten) gerufen. Hier sieht man auch den prinzipiellen Aufbau eines mailcap-Files:
Typ/Subtyp; Programm [Flags] %sMöchte ich z.B. das Standard-Verhalten (s.o.) ändern, schreibe ich z.B. in mein $HOME/.mailcap
application/postscript; ghostview %sDas globale mailcap-Files ist /etc/mailcap Eine allgemeine Beschreibung findet man in RFC 1524.
Aufbau eines mime.types - Files
Manchmal weiß ein Programm nichts von einem MIME-Typ, z.B. ein WWW-Browser beim FTP (das kennt keine Content-Types) oder beim Lesen von lokalen Files. Dann kommt ein mime.types-File ins Spiel, in dem einfach File-Endungen (Suffixe) auf Content-Types abgebildet werden. Anhand des Types wird dann wieder die via mailcap definierte Anwendung gestartet.Ein mime.types-File sieht so aus:
Typ/Subtyp suff1 [suff2...]So sagt z.B. folgende Zeile, daß Files mit den Endungen .jpeg und .jpg vom Typ image/jpeg sind (das trifft auch zu, wenn man sich an übliche Konventionen hält):
So kann man leicht eigene Ergänzungen hinzufügen in $HOME/.mime-types. Das globale mime-types-File ist /etc/mime.types. Ein solches File kann auch von einem Mailprogramm verwendet werden, um den MIME-Typ von zu versendenden Attachments zu bestimmen. Netscape-Mail und Pine nutzen das. Als Test empfiehlt sich die Demo der verschiedenen Format-Typen.image/jpeg jpeg jpg


