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Nachfolger gesucht: Der andere Weg in die Selbständigkeit

In Sachsen einzigartiges Qualifikationsprogramm rückt den Generationswechsel im sächsischen Mittelstand in das Blickfeld von Studierenden und Doktoranden - Maximal 20 Kursteilnehmer können starten

Der Generationswechsel in der mittelständischen Wirtschaft ist prekär. So geht aus dem aktuellen Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages hervor, dass mehr als ein Drittel der Unternehmer Probleme hat, einen Nachfolger zu finden. Diese Situation ist umso bedrohlicher, da hinter vielen etablierten und profitablen Unternehmen, zahlreiche Arbeitsplätze stehen. Nach Schätzungen des Bonner Institutes für Mittelstandforschung befinden sich in Sachsen bis zum Jahr 2014 etwa 4.400 umsatzkräftige Unternehmen mit mehr als 41.000 Beschäftigten vor dem Generationswechsel. In ganz Deutschland sind mehr als 100.000 Unternehmen betroffen.

Vor diesem Hintergrund bietet die Technische Universität Chemnitz ihren Studierenden und Doktoranden eine kostenfreie, praxisnahe Zusatzqualifikation an. Wer sich für eine Führungsposition in einem kleinen oder mittleren Unternehmen in Sachsen interessiert, kann sich ab sofort für dieses Programm, das spezielle Vorträge, Workshops, Stammtische und Praxiskontakte umfasst, bewerben. "Wir freuen uns, dass wir von der Sächsischen Aufbaubank unterstützt werden und so die Zukunftssicherung sächsischer Unternehmen stärker in den Fokus unserer Universität rücken können. Unabhängig von Fächergrenzen lohnt sich eine Bewerbung insbesondere für alle, die sich für eine berufliche Zukunft im sächsischen Mittelstand interessieren", sagt die kommissarische Rektorin der TU Chemnitz und Leiterin des Pilotprojektes, Prof. Dr. Cornelia Zanger. Das Projekt sei im Freistaat Sachsen einzigartig und nur mit wenigen, zumeist sehr kostspieligen Programmen in Deutschland vergleichbar. Vorerst können maximal 20 Personen am so genannten Qualifikationsprogramm "Unternehmenszukunft Sachsen" teilnehmen. "So werden die intensive Betreuung und eine offene Atmosphäre sichergestellt", sagt Zanger.

"Wir stehen ständig im intensiven Austausch mit erfahrenen Praxispartnern, die uns bei der Entwicklung und Durchführung des Programms tatkräftig zur Seite stehen", fügt Projektgeschäftsführer Mario Geißler hinzu. Darunter sei beispielsweise Sven Schwarz, der Niederlassungsleiter von Rödl & Partner in Jena, der durch seine Tätigkeit für die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft den Mittelstand in Sachsen und Thüringen genau kennt. "Ebenso erhalten wir wichtigen Input vom Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen, Markus H. Michalow, der sich der Förderung des sächsischen Mittelstandes und besonders dem Thema Unternehmensnachfolge verschrieben hat. Beide kommen in der praxisnahen Vorlesungsreihe zu Wort, wofür wir auch nachfolgeerfahrene Geschäftsführer gewinnen konnten", ergänzt Geißler. Eine davon sei Dr. Kathrin Geisler, Absolventin und ehemalige Doktorandin der TU Chemnitz, die selbst ihre Zukunft in der Übernahme eines etablierten Chemnitzer Unternehmens gefunden habe.

Jette Petzold, die mit der Konzeption des Programms betraut ist, ergänzt: "Die intensive Auseinandersetzung der Teilnehmer mit den Themen Mittelstand und Unternehmensnachfolge ist Schwerpunkt der Qualifikation. Gerade bei der Unternehmensnachfolge spielen neben betriebswirtschaftlichem Know-how soziale und emotionale Faktoren eine entscheidende Rolle. Daher entwickeln wir in speziellen Workshops die Soft-Skills der Teilnehmer zielgerichtet weiter. Um individuell auf jeden Kursteilnehmer einzugehen, führen wir gemeinsam mit der Professur für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik der TU Chemnitz mit jedem Einzelnen eine Potenzialanalyse durch. Das Ergebnis ist ein persönlicher Entwicklungsplan, der die Teilnehmer durch das Programm leitet. Der direkte Austausch mit nachfolgeerfahrenen Unternehmern findet beispielsweise bei regelmäßigen Stammtischen statt."

Weitere Informationen zur Bewerbung finden Interessenten unter http://www.tu-chemnitz.de/unternehmensnachfolge. Gern geben die Projektmitarbeiter im Pegasus Center, Dittesstraße 15, Raum 404, persönlich weitere Informationen zum Programm und zum Ablauf. Das Pilotprojekt wird vom Freistaat Sachsen und vom Europäischen Sozialfonds gefördert.

Kontakt: Mario Geißler, Telefon 0371 531-36685, E-Mail mario.geissler@wirtschaft.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
19.03.2012

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