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TU Chemnitz ist "akademischer Leitwolf", "Entwicklungsmotor" und "wertvollste Gründung"

Jubiläumsfeierlichkeiten im Opernhaus und auf dem Theaterplatz - mehr als 175.000 Euro für die Stiftung der TU - Eintrag in das Goldene Buch der Stadt

"Jubiläen geben seit jeher guten Grund, im drangvollen Geschehen für einen Moment innezuhalten. Wir wollen aber nicht nur auf 175 Jahre zurückblicken, sondern genauso auch einen Blick auf Gegenwart und Zukunft werfen", sagte Rektor Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes bei seiner Jubiläumsansprache zum Festakt der TU Chemnitz im Opernhaus am 2. Mai. Und so wurde in den folgenden Reden zurück- aber auch vorausgeblickt. "Die TU Chemnitz ist national und international wettbewerbsfähig geworden und damit ein unverzichtbarer Partner für die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Chemnitzer Region und des gesamten Freistaates Sachsen wie auch darüber hinaus. Dies gilt es zu bewahren, aber auch Vorstellungen für den weiteren Ausbau zu entwickeln", schätzte der Rektor ein. Bei seinem Blick in die Zukunft kam er auch auf das geplante Uni-Karree Innenstadt zu sprechen, für das der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, anschließend erneut die Unterstützung der Staatsregierung zusagte.

Tillich hob in seinem Festvortrag ganz besonders die Bemühungen der TU Chemnitz um eine enge Vernetzung mit Wirtschaft und Wissenschaft und um einen gelingenden Technologietransfer hervor. "Ich möchte nicht nur die TU Chemnitz, sondern alle sächsischen Hochschulen ermutigen, auf diesem Weg weiterzugehen, bestehende Kooperationen zu vertiefen und sich auf neue einzulassen. Am Anfang steht wie bei der TU Chemnitz, dass sich die Hochschule Gedanken über ein Leitbild macht. Präziser: Darüber, wie sie ihre Rolle als akademischer Leitwolf in der südwestsächsischen Region und als wichtiger Akteur im Wissenschaftsland Sachsen insgesamt sieht", so der Ministerpräsident, der betonte, dass die Chemnitzer TU in einen "extrem starken Wissenschaftsraum Südwestsachsen" eingebettet sei. Die TU sei zudem mit ihrer weit zurückreichenden Tradition in der Ingenieurausbildung ein "wichtiger und nicht wegzudenkender Partner der regionalen Wirtschaft".

Dr. Henry Hasenpflug, Staatssekretär des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, lobte in seinem Grußwort auch den "würdigen Rahmen", der für diesen "bedeutsamen Tag" gefunden worden sei. "Eine 175-jährige Geschichte ist mehr als eine solide Basis für die universitäre Zukunftsgestaltung", so Hasenpflug weiter. Die TU Chemnitz bezeichnete er als "Entwicklungsmotor" der Region.

"Ich gratuliere für die Chemnitzer Bürgerschaft und ganz persönlich unserer Universität zum Geburtstag. Und ich gratuliere unserer Stadt zu dieser Universität. Sie ist unsere wertvollste Gründung", betonte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Mit dabei hatte sie zum Festakt auch "das wertvollste Buch der Stadt Chemnitz" - das goldene Buch, in das sich Ministerpräsident Tillich, Rektor Matthes und TU-Kanzler Dr. Eberhard Alles eintrugen.

Einen Exkurs ins Studentenleben - damals und heute - gab Isabelle Becker, Masterstudentin der Europäischen Geschichte, in ihrem Grußwort für die Studierenden. Für die Zukunft hofft sie auf eine "kontinuierliche Weiterentwicklung der Universität" - bei der natürlich auch die Interessen der Studentenschaft gebührend berücksichtigt werden sollten.

Prof. Dr. Hans J. Naumann sprach im Anschluss in seiner Funktion als Präsident des Industrievereins Sachsens 1828 e. V. Der Industrieverein sei stolz, an der traditionsreichen Geschichte der TU Chemnitz mitgewirkt zu haben - schließlich war er es, der 1836 Impulse für die Gründung der Königlichen Gewerbschule gab. Auch heute arbeite der Verein sehr eng mit der Universität zusammen, sei es im direkten Kontakt zu den Studierenden, in Forschungsprojekten mit einzelnen Instituten oder bei der Entwicklung von Konzepten gemeinsam mit der Universitätsleitung. Der Industrieverein hat aktuell 106 Mitgliedsfirmen, die in Summe 35.000 Mitarbeiter vereinen und zwölf Milliarden Euro Umsatz generieren.

Im Anschluss an seine Rede hatte er noch eine ganz besondere Überraschung im Gepäck: In seiner Funktion als Geschäftsführender Gesellschafter der NILES-SIMMONS Industrieanlagen GmbH, und auch im Namen seines Sohnes, dem Geschäftsführer der Hegenscheidt-MFD GmbH & Co. KG, übergab er einen Scheck in Höhe von 175.000 Euro an die Stiftung Technische Universität Chemnitz. Beide Unternehmen sind bereits seit zwei Jahren als Gründungsstifter in der Stiftung vertreten. Mit ihrem neuerlichen Beitrag wollen sie "ein Beispiel geben, damit sich auch andere sächsische Unternehmen an der Förderung von Wissenschaft und Ausbildung beteiligen", erklärte Naumann unter dem begeisterten Applaus der Gäste. Als Vorsitzender des Stiftungsrates berichtete Naumann außerdem, dass ihm zwei weitere Gründungsstifter erneut größere Summen zugesichert hätten: die KOMSA Kommunikation Sachsen AG und die envia Mitteldeutsche Energie AG.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Robert-Schumann-Philharmonie und dem Ballett des Opernhauses Chemnitz. Das Opernhaus bot, gemeinsam mit den Kunstsammlungen und der Petri-Kirche, im Anschluss auch den architektonischen Rahmen für das Jubiläumsfest auf dem Theaterplatz. Dieses gemeinsam mit dem Rektor zu eröffnen, ließen sich der Ministerpräsident und die Oberbürgermeisterin nicht entgehen. Im anschließenden Bühnenprogramm sorgten das Chemnitzer Showgruppe Studio W. M. sowie die Reinhard-Stockmann-Band für die musikalischen Einlagen. Unter der Moderation von Wieland Müller kamen zudem mehrere Talkrunden zustande, die über das Uni-Jubiläum, das studentische Leben gestern und heute, die Verknüpfung von Industrie und Wissenschaft, über Internationales und städtebauliche Visionen sprachen. Die Höhepunkte des Abends waren die schrittweise Enthüllung und schließlich der Anschnitt des Geburtstagskuchens, von dem alle Gäste kosten konnten - und natürlich das Feuerwerk. Dieses startete - aufgrund der kühlen Witterung - drei akademische Viertel früher als geplant und begeisterte die Zuschauer.

Gäste aus Universität und Stadt Chemnitz

Die beiden Medienkommunikations-Studentinnen Franziska Männel und Anett Michael haben sich unter die mehr als 1.000 Gäste auf dem Theaterplatz gemischt und einige Stimmen eingefangen:

Sophie Ruckau aus Riesa und Sabine Alberts aus Karlsruhe studieren im Master-Studiengang Value Chain Management an der TU: "Da wir erst für den Master nach Chemnitz gekommen sind, haben wir noch nicht die Bindung zur TU wie andere. Eine solche Festveranstaltung trägt aber dazu bei, dass man sich mit seiner Uni identifizieren kann. Chemnitz hat sich in den letzten Jahren gemacht. Ich wünsche der Stadt und ihrer Uni, dass es so weitergeht", so Ruckau. "Wir sind durch Flyer und E-Mails auf das Jubiläumsfest aufmerksam geworden. Wir lassen uns überraschen, was der Abend noch bringt", sagt Alberts.

Evelyn Domack arbeitet im Zentralen Prüfungsamt: "Ich wünsche der TU Chemnitz für die Zukunft viele Studenten, denn davon lebt eine Universität." Ihr Mann Henry Domack arbeitet in der Universitätsbibliothek und ergänzt: "Auch der geplante Bau des Innenstadt-Campus und der neuen Zentralbibliothek könnten die Stadt und ihre Universität attraktiver machen. Ich wünsche der TU Chemnitz, dass alle geplanten Baumaßnahmen auch umgesetzt und die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden."

Jiaona Li, stammt aus China und hat an der TU den Studiengang Betriebswirtschaft absolviert: "Ich bin seit sechs Jahren an der TU Chemnitz und hatte hier immer viel Spaß. Ich wünsche allen anderen Studenten, dass sie genau so eine schöne Zeit erleben können wie ich. Ob ich nach China zurückgehe oder hier Arbeit annehme, weiß ich noch nicht. Mir gefällt das freundliche Miteinander hier in Chemnitz. Das Jubiläumsfest finde ich sehr schön, vor allem gefällt mir die tolle Bühnendekoration."

Lisa Sachse studiert Politikwissenschaft: "Ich habe über eine Freundin von der Veranstaltung erfahren. Es ist heute zwar etwas kalt, aber die Feier gefällt mir ganz gut - vor allem die kostenlosen Stände und dass man nette Leute trifft. Mein persönliches Highlight des Abends ist das Feuerwerk."

Zhixiong Jin studiert Elektrotechnik an der TU und kommt ursprünglich aus China: "Von der Veranstaltung erfahren habe ich über die Internetseite der TU Chemnitz und die Flyer auf den Tischen in der Mensa. Das Wetter gefällt mir nicht. Alles andere gefällt mir sehr gut - wie zum Beispiel Tanz und Gesang auf der Bühne. Besonders gefreut habe ich mich auch auf das Feuerwerk. Das Zusammenspiel von Feuerwerk und Musik war wirklich wunderbar. Ich bin zwar nur für eine relativ kurze Zeit hier in Chemnitz. Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses Jubiläum miterleben durfte."

Eva Kund und Georg Thomas sind Chemnitzer Bürger und Mitglieder des Seniorenchors der Volkssolidarität Stadtverband Chemnitz e.V.: "Ich habe in der Zeitung von der Veranstaltung gelesen. Für so etwas bin ich ganz sehr interessiert. Wir wussten nur nicht genau, wo und wann, und sind froh, dass wir jetzt noch mit dabei sind - obwohl es so eisekalt ist. Aber es ist sehr schön", so Kund. Thomas ergänzt: "Unter der Jugend fühlen wir uns wohl! Ich bin 85 Jahre und mir gefällt das wunderbar." Kund: "... und er tanzt noch dabei! Ich kann auch nicht verstehen, wie sich Leute bei Musik nicht bewegen können. Wir sind immer zappelig. Also sitzen können wir überhaupt nicht. Wir müssen hier mittanzen."

Fotografische Rückblicke auf den Festakt und das Jubiläumsfest: http://www.tu-chemnitz.de/verwaltung/marketing/rueckblicke/2011/festakt.php

Der MDR-Sachsenspiegel berichtete von den Jubiläumsfeierlichkeiten: http://www.mdr.de/sachsenspiegel/8540825.html

Auch Sachsen-Fernsehen zeigt einen Beitrag: http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=961117

Und die Freie Presse zeigt zu ihrem Bericht auch eine Fotogalerie: http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Chemnitzer-feiern-175-Jahre-Technische-Universitaet-artikel7648838.php

Das Feuerwerk ist bei Youtube zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=GFV02l5KUr4

Katharina Thehos
03.05.2011

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