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Magisterstudium
Nebenfach Germanistische Mediävistik

Keine Immatrikulation mehr möglich!



Voraussetzung: in der Regel allgemeine Hochschulreife;
Latinum und Kenntnisse in Englisch oder Französisch, die das Verständnis von wissenschaftlicher Fachliteratur ermöglichen (Nachweis durch Abiturzeugnis oder bis zur Zwischenprüfung)
Regelstudienzeit: 9 Semester
Abschluss: Magister Artium/Magistra Artium (M.A.)
Studienbeginn: Wintersemester/Sommersemester

Das Magisternebenfach Mediävistik kann nicht mit dem Magisterhauptfach Germanistik und dem Magisternebenfach Germanistische Literaturwissenschaft kombiniert werden.


Womit beschäftigt sich die Germanistische Mediävistik?

Die germanistische Mediävistik beschäftigt sich in ihrem literaturwissenschaftlichen Teilgebiet mit deutschen Schriftwerken des gesamten Mittelalters. Dabei überblickt sie einen Zeitraum von etwa acht Jahrhunderten (ca. 800 - ca. 1600) - eine Epoche, die für die Ausbildung und Entfaltung der abendländischen Kultur von prägender Bedeutung ist.

Das Fach verbindet die historische Perspektive mit der ästhetischen und der gesellschaftlichen. Durch die augenfällige "Fremdheit" der Texte, die durch deren frühe Sprachstufe noch akzentuiert wird, erhält der deutende Umgang mit den mittelalterlichen Werken nicht selten den Charakter von Fallstudien, an denen sich exemplarische Einsichten, aber auch umsetzbare Fertigkeiten für die Arbeit an Phänomenen zeitlich wie räumlich entfernter Kulturen gewinnen lassen.

Wegen der engen Verflechtung der mittelalterlichen deutschen Literatur mit anderen Nationalliteraturen, mit Theologie, Philosophie, Musik und Theater, mit Kultur- und Mentalitätsgeschichte ist die germanistische Mediävistik grundsätzlich fächerübergreifend organisiert.

Dem Aspekt der Wirkungsgeschichte kommt aufgrund der hohen Bedeutung des Mittelalters für die Grundlegung des europäischen Selbstverständnisses in den folgenden Jahrhunderten besonderes Gewicht zu. Deshalb zählt die Rezeption des Mittelalters in den Texten und Künsten, aber auch in der Politik und Alltagsgeschichte der Neuzeit zu den wichtigsten Forschungsfeldern des Faches.

In ihrem sprachwissenschaftlichen Teilgebiet befasst sich die Mediävistik mit den vielfältigen Wechselwirkungen, die sich zwischen den Sprachträgern des Mittelalters, ihren kommunikativen Bedürfnissen und der Form ihres kommunikativen Handelns in den uns überlieferten Texten manifestieren.

Gegenstand des Faches ist zunächst die deutsche Sprache in ihren historischen Erscheinungsformen vom Althochdeutschen (8. - 11. Jh.) über das Mittelhochdeutsche (11. - 14. Jh.) bis zum Frühneuhochdeutschen (14. - 17. Jh.).
Die Heterogenität des überlieferten Sprachmaterials erlaubt in der Regel nur exemplarische Einzelanalysen. Im Mittelpunkt steht dabei die Beobachtung des Gebrauchs und der Entwicklung der deutschen Sprache auf den verschiedenen Sprachebenen (Schreibung/Lautung, Formenlehre, Wortschatz, Syntax, Text), in ihrer sprachsoziologischen Schichtung (Welcher Sprachgebrauch ist typisch für welche Sprechergruppe?), in ihrer funktionalen Differenzierung (Welche Textmuster werden bevorzugt für bestimmte Kommunikationsziele eingesetzt?) und in ihrer sprachgeographischen Gliederung.

Aus der überwiegend handschriftlichen Überlieferung der Texte ergeben sich als weiteres Aufgabenfeld der Mediävistik die Handschriftenkunde und die Editionswissenschaften.


Berufliche Möglichkeiten

Das Magisterstudium des Faches eröffnet Wege etwa in Erwachsenenbildung, Journalismus, Theater- und Verlagstätigkeit. Es bereitet überdies auf die vielfältige Arbeit in Museen und Medien vor, die in einem tiefgreifenden Wandel begriffen sind.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung, die das Mittelalter nicht nur in Literatur und Film, sondern auch in der populären Kultur- und Freizeitindustrie unserer Tage gewinnt, erschließt eine mediävistische Ausbildung zusätzliche Möglichkeiten auf dem Gebiet des Tourismus und des Marketing.

Das Studium vermittelt interkulturelle Kompetenz, die in internationalen Zusammenhängen und im Blick auf die "Globalisierung" unseres Lebens notwendig wird, wenn es darum geht, kulturelle Identität aus ihren Wurzeln zu bestimmen und die Codes kulturübergreifender Verständigung aus ihren Voraussetzungen zu verstehen.


Forschungsschwerpunkte

Die literaturwissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte des Chemnitzer Lehrstuhls für germanistische Mediävistik liegen bei der höfischen Lyrik und der Artusdichtung des hohen Mittelalters sowie beim spätmittelalterlichen Drama, bei der Humanismus- und Genderforschung, der geistlichen Literatur des Spätmittelalters sowie der Rezeptions- und Fachgeschichte.

Die Forschungen zur Historiographie der deutschen Sprache richten sich auf die Darstellung der Entwicklung und Umgestaltung tradierter Textarten und die Entstehung neuer Textmuster unter dem Einfluss der sich wandelnden kommunikativen Bedingungen und Bedürfnisse beim Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Darüber hinaus wird an Problemen der Geschichte der sprachwissenschaftlichen Germanistik und zur historischen Lexikographie gearbeitet.


Studienziele und -inhalte
  • Beherrschung der theoretischen Grundlagen der Mediävistik unter besonderer Berücksichtigung ihrer Eigentümlichkeiten als einer historischen Text- und Kulturwissenschaft

  • Kenntnis der Geschichte der deutschen Sprache im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

  • Überblick über die Geschichte der deutschen Literatur vom Früh- bis zum Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit sowie über die Beziehungen zwischen der älteren deutschen Literatur und anderen Literaturen

  • Einblicke in die Spezifik der Rezeptions- und Literaturgeschichtsschreibung

  • Interpretation von Texten nach Gehalt und Form und Erklärung ihrer literarischen, historischen und sozialen Zusammenhänge

  • Wissen über Formen der literarischen Kommunikation und ihre möglichen Funktionen

  • Beschäftigung mit Problemen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit als Teil der Mediengeschichte

  • Auseinandersetzung mit Problemen der Literaturtheorie

  • Überblick über die Geschichte der Germanistik und Einblick in die Spezifik mediävistischer Schulen

Studienaufbau

Das Studium des Magisternebenfachs Germanistische Mediävistik ist auf neun Semester angelegt und in zwei Abschnitte gegliedert:

Das Grundstudium umfasst in der Regel vier Semester und endet mit der Zwischenprüfung. Das Hauptstudium erstreckt sich über fünf Semester und wird mit der Magisterprüfung abgeschlossen.

Das Nebenfach Germanistische Mediävistik gliedert sich in folgende Teilbereiche:

  • Propädeutik und Methodik der Germanistischen Mediävistik
  • Entwicklung der deutschen Sprache im Mittelalter und der Frühen Neuzeit
  • Literatur des Früh- und Hochmittelalters
  • Literatur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit
  • Germanistische Mediävistik als Kulturwissenschaft

Bewerbung


Die Bewerbung ist Online unter https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew
  
oder   mit Antrag auf Zulassung/Immatrikulation   möglich.
  
Weitere Informationen zur Immatrikulation: www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php



Beratungsmöglichkeiten

Fachstudienberatung

Technische Universität Chemnitz
Philosophische Fakultät
Fachgebiet Germanistik
Dr. Jörg Pottbeckers
09107 Chemnitz

Sitz: Thüringer Weg 11, Zimmer 206
Tel.: (0371) 531-37153
E-mail: joerg.pottbeckers@phil.tu-chemnitz.de


Zentrale Studienberatung

Technische Universität Chemnitz
Zentrale Studienberatung
09107 Chemnitz

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