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Magisterstudium 2. Hauptfach Informatik

Keine Immatrikulation mehr möglich!


An der Chemnitzer Universität kann Informatik im "Chemnitzer Modell" der Magisterausbildung als zweites Hauptfach mit einem ersten Hauptfach aus dem Fächerangebot der Philosophischen Fakultät (siehe Magisterinfo) kombiniert werden.


Voraussetzung: in der Regel allgemeine Hochschulreife
Regelstudienzeit: 9 Semester
Abschluss: MagisterArtium/Magistra Artium (M.A.)
Studienbeginn: Wintersemester

Berufliche Möglichkeiten

Für den Magister gibt es kein starres festgelegtes Berufsfeld.

Neben der wissenschaftlichen Forschung an Hochschulen und Instituten finden die Absolventen berufliche Einsatzmöglichkeiten z. B. in Bildungsbereichen, Bibliotheken, Verlagen, Museen, Archiven, Medien, nationalen und internationalen Organisationen, Parteien und Verbänden und im diplomatischen Dienst. Zunehmendes Interesse besteht auch in der Wirtschaft, bei industriellen Arbeitgebern, die die pädagogische, psychologische, sprachliche oder allgemein geisteswissenschaftliche Kompetenz der Absolventen schätzen.

Gerade das an der TU Chemnitz angebotene "Chemnitzer Modell" der Magisterausbildung kommt diesem zukunftsträchtigen Anliegen entgegen.

Die Absolventen dieses Modells sind, bedingt durch ihr 1. Hauptfach, Geisteswissenschaftler, haben aber durch die Wahl des 2. Hauptfaches (Betriebswirtschaftslehre, Grafische Technik, Informatik, Mathematik, Sportgerätetechnik) gründliche Kenntnisse aus anderen Wissenschaftsdisziplinen.

Die Ausbildung eines Geisteswissenschaftlers mit Informatikbezug bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten auch bei privatwirtschaftlichen Arbeitgebern: zum Beispiel eröffnen Informatikkenntnisse ein ganzes Berufsfeld im Bereich sozial- und geisteswissenschaftlicher Datenbanksysteme. Diese Systeme sind dadurch gekennzeichnet, dass in ihnen nicht weiter strukturierte Texte gespeichert sind. Sie werden von Zeitungsredaktionen und anderen modernen Dienstleistungsunternehmen eingesetzt.

Im Spannungsfeld von Informatik und Geisteswissenschaften entwickeln sich aber auch ganz neue Berufsbilder, die nach einer wissenschaftlichen Ausbildung verlangen.


Studienaufbau

Wie die Wissenschaft der Informatik selbst setzt sich auch das 2. Magisterhauptfach aus den drei Bereichen

  • Praktische und Angewandte Informatik,
  • Technische Informatik und
  • Theoretische Informatik

zusammen.

Die Praktische und Angewandte Informatik beschäftigt sich mit dem Bereich der Software, also den auf den Rechnern ablaufenden Programmsystemen im weitesten Sinne. Beispiele derartiger Programmsysteme sind Datenbanksysteme oder Betriebssysteme, aber auch mehr dem Anwender zugewandte Systeme wie Sprachübersetzungsprogramme. Man versucht einerseits die grundlegenden Prinzipien derartiger Programmsysteme zu verstehen, ist aber andererseits auch bestrebt, einsatzfähige Programmsysteme zu entwickeln, besonders dann, wenn sie von innovativem Charakter sind.

Das Thema der Technischen Informatik ist die Hardware. Das sind die physikalisch-elektronischen Bestandteile von Computern, wie zum Beispiel die oft erwähnten Speicherchips. Das Hauptanliegen hier ist zunächst einmal die Entwicklung neuartiger Hardwarekomponenten. Allerdings ist die Entwicklungsarbeit heute derartig kompliziert, dass wiederum der Einsatz von Computern unvermeidlich ist. Deshalb befasst sich die Technische Informatik auch zunehmend mit der Entwicklung von Software, die man beim Hardwareentwurf verwenden kann.

Die Theoretische Informatik untersucht mit formalen, mathematischen Methoden die sich aus der Praxis der Informatik ergebenden Fragen, die theoretisch interessant und wichtig erscheinen und entwickelt innovative Lösungsvorschläge. Die Hauptproblembereiche sind hier Fragen, die die Laufzeit oder die Korrektheit von Programmen betreffen. Ein Beispiel für die Relevanz der Theoretischen Informatik ist das Gebiet der Verschlüsselung von Nachrichten, das durch die weite Verbreitung des Internet an Bedeutung gewonnen hat. Das Wissenschaftsgebiet der Verschlüsselung würde zu einem beträchtlichen Teil ohne die Begriffe und Methoden der Theoretischen Informatik nicht existieren.

 

Das Grundstudium umfasst vier Semester. Die Pflichtlehrveranstaltungen sind die gleichen wie im Diplomstudiengang Informatik:

  • Algorithmen und Programmierung: In dieser Veranstaltung werden die Grundlagen der Programmierung von Software vermittelt und praktisch eingeübt. Es soll ein prinzipielles Verständnis für die Problematik der Informatik geweckt werden.
  • Datenstrukturen: Hier werden diejenigen Kenntnisse vermittelt, die zur Entwicklung effizienter, d. h. schnell ablaufender Programme nötig sind. Dazu gehört insbesondere die sinnvolle, dem Problem angepasste Strukturierung der vom Programm bearbeiteten Daten, eben die Datenstruktur.
  • Theoretische Informatik I+II: In diesen Veranstaltungen lernt man weiter gehende Designprinzipien effizienter Programme kennen. Der theoretische Charakter der Veranstaltungen hat zur Folge, dass auch die formale, mathematische Analyse dieser Prinzipien einen breiten Raum einnimmt. Außerdem werden besonders in der Theoretischen Informatik II Fragen nach den prinzipiellen Grenzen von Computern gestellt und präzise beantwortet.
  • Proseminar: Die Inhalte und Gebiete der Proseminare ergeben sich aus dem aktuellen, jährlich wechselnden Angebot der Fakultät. In einem Proseminar halten die Teilnehmer nach vorgegebener Literatur einen Vortrag, um neben den fachlichen Fähigkeiten auch die des verständlichen Vortragens zu trainieren.
  • Softwarepraktikum: Das Softwarepraktikum vermittelt eine Anschauung davon, wie der im Grundstudium gelehrte Stoff bei der Erstellung wirklich großer Programmsysteme angewendet wird.

Nach der Zwischenprüfung erfolgt im Hauptstudium (ab dem 5. Semester) eine Erweiterung und Vertiefung der theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten. Im Unterschied zum Grundstudium, in dem die Informatik-Lehrveranstaltungen fest vorgegeben sind, besteht im Hauptstudium die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen nach gewissen Regeln auszuwählen um so Interessen und Neigungen folgen zu können.
Die Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums werden in grundlegende Kernveranstaltungen und in Lehrveranstaltungen des gewählten Vertiefungsgebietes unterschieden.

Die Kernveranstaltungen sind die Pflichtlehrveranstaltungen des Hauptstudiums des Diplomstudienganges Informatik. Dazu zählen:

  • Betriebssysteme: Hier werden die gemeinsamen Grundprinzipien der Programme behandelt, die einen Computer überhaupt erst benutzbar machen.
  • Datenbanken: In dieser Veranstaltung geht es um die effiziente und langfristige Speicherung und Verwaltung großer Datenmengen.
  • Rechnernetze: Ein typisches Rechnernetz ist das Internet. Die Veranstaltung vermittelt das Verständnis für derartige Netze.
  • Künstliche Intelligenz: Diese Lehrveranstaltung vermittelt unter anderem, wie man einen Computer programmieren kann, damit er ähnliche Schlussfolgerungen wie Menschen zieht.
  • Computergrafik: Große Mengen heutiger Programme sind ohne aussagefähige Bilder auf dem Schirm kaum mehr sinnvoll, zum Beispiel Spielprogramme. In der Computergrafik werden insbesondere die aufwendigen mathematischen Grundlagen vermittelt.
  • Theoretische Informatik III: Aufbauend auf den Vorlesungen zur Theoretischen Informatik im Grundstudium befasst sich diese Vorlesung mit fortgeschrittenen Aspekten der Effizienz von Programmen.
  • Theorie der Programmiersprachen: Die Vorlesung behandelt die Frage, inwieweit Programme als korrekt nachgewiesen werden können.
  • Rechnerarchitektur: Hier stehen Fragen der Hardware, speziell des Aufbaus von Computern, im Blickpunkt.
  • Datenschutz und Datensicherheit: Hier werden Fragen der Verschlüsselung und rechtliche Fragen der Informatik untersucht.

Die Vertiefungsgebiete ergeben sich aus den Angeboten der einzelnen Professuren. Im Moment werden folgende Vertiefungsgebiete angeboten:

  • Algorithmen und Komplexität: Hier werden Fragen der Effizienz von Programmen mit mathematisch formalen Methoden untersucht. Des weiteren werden innovative Lösungsvorschläge programmiert und auf ihre Effizienz hin getestet.
  • Compilerbau und Programmiersprachen: Zu jeder Programmiersprache gehört ein Compiler, der die Programme in eine auf dem Rechner letztlich lauffähige Form übersetzt. Hier werden insbesondere Compiler für parallel arbeitende Rechner untersucht und entwickelt.
  • Betriebssysteme: Im Mittelpunkt stehen theoretische und praktische Aspekte von Betriebssystemen.
  • Datenbanken: Das Thema ist die Speicherung großer Datenmengen.
  • Rechnernetze: Das Verständnis für Netzwerke von Computern wird vermittelt.
  • Softwaretechnologie: Hier werden Fragen behandelt und praktisch gelöst, die im Zusammenhang mit der Erstellung großer oder sogar sehr großer Programmsysteme auftreten, wie sie in der Praxis üblich sind.
  • Künstliche Intelligenz: Das Tätigkeitsgebiet ist sehr umfangreich. Es reicht von Fragen der Robotik bis hin zur mathematischen Logik, die als Grundlage der Fähigkeit zu logischen Schlussfolgerungen angesehen wird.
  • Modellierung und Simulation: Aufgrund der immens zunehmenden Komplexität der heutigen Rechnersysteme ist eine vollständige mathematische Analysierbarkeit in der Realität meist nicht mehr möglich. Hier liegt es nahe, auf Simulationsexperimente auszuweichen.
  • Grafische Datenverarbeitung und Visualisierung: Fragen der Bildschirmgestaltung spielen eine große Rolle und werden in diesem Gebiet mit all ihren theoretischen und praktischen Aspekten behandelt.

Das Hauptstudium schließt mit der Magisterprüfung ab. Die Magisterarbeit kann nur im ersten Hauptfach, also nicht in der Informatik, geschrieben werden.


Bewerbung


Die Bewerbung ist Online unter https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew
  
oder   mit Antrag auf Zulassung/Immatrikulation   möglich.
  
Weitere Informationen zur Immatrikulation: www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php



Beratungsmöglichkeiten

Fachstudienberatung

Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Informatik
09107 Chemnitz

Prof. Dr. Andreas Goerdt
Sitz: Straße der Nationen 62, Zimmer 266a
Tel.: (0371) 531-25410
E-Mail:andreas.goerdt@informatik.tu-chemnitz.de

Dipl.-Math. Margitta Pippig
Sitz: Straße der Nationen 62, Zimmer 226f
Tel.: (0371) 531-31363
E-Mail:margitta.pippig@informatik.tu-chemnitz.de


Zentrale Studienberatung

Technische Universität Chemnitz
Zentrale Studienberatung
09107 Chemnitz

Sitz: Straße der Nationen 62, Zimmer 046
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E-Mail: studienberatung@tu-chemnitz.de