Keine Immatrikulation mehr möglich!
| Voraussetzung: | in der Regel allgemeine Hochschulreife; Kenntnisse in Latein und in Englisch oder Französisch - Nachweis durch Abiturzeugnis oder bis zur Zwischenprüfung |
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| Regelstudienzeit: | 9 Semester | |
| Abschluss: | Magister Artium/ Magistra Artium (M. A.) | |
| Studienbeginn: | Wintersemester, Sommersemester |
Ein Germanistikstudium ist für alle diejenigen zu empfehlen, die über ihr Alltagswissen hinaus mehr über die Strukturen und Funktionen der deutschen Sprache und Literatur erfahren möchten, die mit wissenschaftlicher Methodik unter der Oberfläche nach Sinnzusammenhängen forschen wollen.
Die Motive für ein Germanistikstudium können dabei vielfältiger
Natur sein:
Germanistik als "Kulturwissenschaft"
Wer Interesse an Literatur und am Lesen hat, Wert auf Allgemeinbildung
und kulturelle Kenntnisse legt, findet im Germanistikstudium ein reichhaltiges
Betätigungsfeld.
Durch Lehrveranstaltungen und eigene Lektüre erwirbt man einen Einblick in die deutsche und europäische Kultur, in ihre Epochen und ihre Ausdifferenzierung bis zum heutigen Zeitpunkt. Literarische Werke werden nicht nur in ihrer individuellen Bedeutung für
den Leser betrachtet, sondern als Ausdruck einer nationalen Kultur und
Weltsicht.
Auf diese Weise stellt die Germanistik Orientierungswissen bereit,
das über den Horizont des Studiums hinausgeht. Auch wer sich allgemein
für die Sprache interessiert, mehr über die Entwicklung des Deutschen
herausfinden oder die alltägliche und öffentliche "Sprachkultur"
kritisch reflektieren möchte, wird durch die wissenschaftliche Betrachtung
neue Erkenntnisse gewinnen.
Germanistik als "Sozialwissenschaft"
Literarische oder alltägliche Texte kommen nie isoliert vor, sie sind
eingebunden in komplexe soziale Zusammenhänge.
Die Sprachwissenschaft untersucht die Regeln, Bedingungen und Probleme der mündlichen und schriftlichen Kommunikation und kommt so schließlich zu möglichst
plausiblen Interpretationen des komplexen Phänomens Sprache. Sie findet
Erklärungen für Prozesse des Sprachwandels, übt wissenschaftlich
fundiert Kritik am Sprachgebrauch, erforscht die zahlreichen Varianten
der deutschen Sprache, fragt nach dem Einfluß sozialer Faktoren wie
Schicht, Region, Alter, Geschlecht, Gruppenzugehörigkeit, Beruf etc.
Auch die Literaturwissenschaft betrachtet literarische Werke nicht nur
als kulturelle oder ästhetische Phänomene, sondern jeweils in
ihren gesellschaftlichen Bezügen. Die Germanistik bezieht bewußt
Erkenntnisse aus Nachbardisziplinen wie Soziologie, Psychologie, Semiotik,
Philosophie oder Geschichte mit ein.
Germanistik als "angewandte Wissenschaft"
Ein Germanistikstudium vermittelt nicht nur eine Fundierung der Allgemeinbildung
und germanistisches Fachwissen, sondern ermöglicht auch die Aneignung
alltagspraktischer Kompetenzen.
In fast jedem Beruf muß man heute in der Lage sein, überzeugende Gespräche zu führen oder ansprechende Texte zu produzieren. Textlinguistische Studien können
hier die "kommunikative Kompetenz" beträchtlich erhöhen,
da sie die Regeln der menschlichen Kommunikation und des angemessenen Formulierens
von Texten untersuchen.
Auf diese Weise und überhaupt durch das wissenschaftliche Arbeiten werden "Schlüsselqualifikationen" vermittelt, die in die kommunikative Praxis umgesetzt werden können. Wir leben heute zum großen Teil in einer (massen)medial vermittelten Welt. Telefon, Presse, Hörfunk, Fernsehen, Computer und andere Medien haben die Kommunikation verändert und verändern sie weiter. Auch dieser, für den Einzelnen oftmals schwierige Wandel wird im Germanistikstudium wissenschaftlich
reflektiert und z. B. durch Forschungsprojekte begleitet. Textproduktion
und Medienkompetenz sind nur zwei Bereiche von vielen, in denen eine angewandte
Germanistik eine gesellschaftlich relevante Rolle spielen kann.
Das Magisterstudium ist nicht, wie z.B. die Lehramtsstudiengänge,
auf einen bestimmten beruflichen Abschluß hin orientiert. In diesem
scheinbaren Mangel liegen aber auch die Stärken des Modells: die größere
Freiheit in der Gestaltung des Studiums und bei der Wahl der Studienfächer,
die Möglichkeit, je nach Neigung spezifische Schwerpunkte zu setzen,
der Anstoß zur Eigeninitiative und zum Blick über den fachbezogenen
Tellerrand. Die dadurch gewonnene Flexibilität eröffnet Germanisten
in zunehmendem Maße Chancen auf dem ausdifferenzierten Arbeitsmarkt.
Bevorzugte Betätigungsfelder für Magisterabsolventen sind momentan
die Massenmedien, PR- und Werbeagenturen, politische Institutionen (Parteien,
Verbände, Öffentlicher Dienst), Verlage, Kultureinrichtungen
(Museen, Bibliotheken und Archive, Theater), außerschulische Bildungsstätten
im In- und Ausland (Erwachsenenbildung, Lehrertätigkeit im Bereich
Deutsch als Fremdsprache), Universitäten und andere wissenschaftliche
Einrichtungen sowie vielfältige Teilbereiche der Wirtschaft.
Gerade in der Wirtschaft, aber auch in vielen anderen Institutionen, sind
einerseits immer stärker "Kommunikationsexperten" gefragt,
die dazu beitragen sollen, die innerbetriebliche Kommunikation und die
nach außen zu optimieren; andererseits sollen kultur- oder sozialwissenschaftlich
gebildete Mitarbeiter neue Perspektiven entwickeln. Neue Arbeitsfelder
eröffnen sich auch durch den technologischen Fortschritt, z. B. in
der Telekommunikation oder in der wissenschaftlichen Forschung. Geisteswissenschaftler
können hier als Bindeglieder und Vermittler zwischen Experten und
Laien fungieren und den Wissenschafts- und Technologietransfer erleichtern.
Gerade für Magisterstudenten ist es von großer Wichtigkeit,
durch außeruniversitäre Praktika frühzeitige Kontakte zu
potentiellen künftigen Arbeitgebern herzustellen. Vorteilhaft ist
auch die Offenheit für interdisziplinäre Fragestellungen (die
sich schon in der Wahl einer geeigneten Fächerkombination ausdrücken
kann), wodurch man eine vielseitigere Qualifikation erwerben kann.
Das Magisterstudium der Germanistik ist auf 9 Semester ausgelegt und
in zwei Abschnitte gegliedert:
Innerhalb des Magisterstudiums Germanistik kann unter folgenden speziellen Fächern gewählt werden:
Eine SWS entspricht einer Veranstaltung von 45 Minuten pro Woche während der Vorlesungszeit eines Semesters.
Es gibt nach der Magisterstudienordnung der TU Chemnitz zwei Möglichkeiten der Fächerkombination:
"Klassische Variante"
Innerhalb der Fächer der Philosophischen Fakultät wird ein Hauptfach (z.B. Germanistik) mit zwei Nebenfächern oder zwei Hauptfächer kombiniert. Diese Fächerkombination ist für ein geistes- oder sozialwissenschaftlich ausgerichtetes Studium zu empfehlen. Interessante Kombinationsmöglichkeiten, die in einem Lehramtsstudiengang nicht gegeben sind, bieten sich für Germanistikstudenten z.B. mit den Fächern Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie, Philosophie, Angewandte Sprachwissenschaft oder Interkulturelle Kommunikation.
"Chemnitzer Modell"
Ein Hauptfach aus dem Bereich der Philosophischen Fakultät (z. B. Germanistik) wird mit einem zweiten Hauptfach Betriebswirtschaftslehre, Grafische Technik, Informatik, Mathematik oder Sportgerätetechnik kombiniert. Diese Fächerkombination eignet sich besonders für Studierende, die einen Beruf in einem der eingangs angesprochenen interdisziplinären Bereiche anvisieren.
Als ausführliche Orientierungshilfe für den Studiengang dient der Wegweiser Germanistik (mit Informationen zum Inhalt und Aufbau des Germanistikstudiums, Studien- und Prüfungsordnungen, Personalverzeichnis, Literaturempfehlungen und Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten), der in allen Sekretariaten der Germanistik erhältlich ist. Zudem erscheint jedes Semester das "Kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen", wodurch eine frühzeitige Orientierung und Semesterplanung ermöglicht wird. Aktuelle Informationen findet man auch im Internet.
Für alle Magisterfächer der Germanistik spielen Lehrveranstaltungen in zwei "Säulen" eine Rolle: der Sprachwissenschaft und der Literaturwissenschaft im Hauptfach und im Nebenfach in einem der beiden Teile.
Die germanistische Sprachwissenschaft vermittelt Kenntnisse über das Sprachsystem und den Sprachgebrauch der deutschen Gegenwartssprache, in dem gewiss ein Jeder sicher sein will.
"Klassische" Gebiete der Sprachwissenschaft wie die Grammatik werden dabei durch neuere Ansätze wie Text- und Gesprächsanalyse, Sozio- oder Psycholinguistik sowie Medienkommunikation ergänzt. Die Analyse der Medienkommunikation stellt einen besonderen Schwerpunkt in Forschung und Lehre der Sprachwissenschaft an der TU Chemnitz dar.
Einblicke in die älteren Sprachstufen des Deutschen gewähren sprachgeschichtliche Veranstaltungen, die damit auch Voraussetzungen für das Verstehen mittelalterlicher Literatur bieten.
Mit wichtigen Kommunikationssituationen in Studium und Beruf machen die Veranstaltungen in Sprecherziehung/Rhetorik vertraut.
Die germanistische Literaturwissenschaft beschäftigt sich mit Epochen und Werken, Autoren, Genres und Theorien. Mit literaturwissenschaftlichen Methoden werden Werke analysiert und interpretiert, regionale bis weltliterarische Bezüge hergestellt und Anregungen gegeben, sich in moderne literarische und literaturwissenschaftliche Kommunikation einzubringen.
Dieser Teil der germanistischen Ausbildung ist - an den Universitäten strukturell unterschiedlich - in verschiedene historische Entwicklungsetappen deutscher Literatur gegliedert. An der TU Chemnitz sind das einerseits die deutsche
Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit (Mediävistik) und andererseits die deutsche Literatur der Neuzeit, inklusive der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Mittelalterliche Texte sind Schwerpunkt der älteren deutschen Literatur. Man erhält Einblicke in die damalige Kultur und erlernt Methoden zur Erschließung älterer Texte. In der neueren deutschen Literatur kommt es sowohl darauf an, einen Überblick, z.B. über wesentliche Perioden, Strömungen, dem Gesamtschaffen einzelner Autoren zu erhalten, als
auch darauf, Spezialwissen zu bestimmten literaturwissenschaftlichen Fragestellungen zu erwerben. Es gibt dafür
spezielle Angebote, die von der Übersetzungsübung mittelalterlicher Texte, über Seminare zur Kinder- und
Jugendliteratur bis zur Projektarbeit oder dem Kolloquium reichen können.
| Die Bewerbung ist Online unter | https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew |
| oder mit | Antrag auf Zulassung/Immatrikulation möglich. |
| Weitere Informationen zur Immatrikulation: | www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php |
Fachstudienberatung
Technische Universität Chemnitz
Philosophische Fakultät
Fachgebiet Germanistik
Dr. Jörg Pottbeckers
09107 Chemnitz
Sitz: Thüringer Weg 11, Zimmer 206
Tel.: (0371) 531-37153
E-mail: joerg.pottbeckers@phil.tu-chemnitz.de
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