Diplomstudium Mikrotechnik/Mechatronik
Immatrikulation nur in höhere Fachsemester!
Unsere Welt befindet sich in einem tief greifenden Wandel, der vor allem auch durch eine dynamische Technologieentwicklung getrieben wird. Dabei wird die Informationsverarbeitung in zunehmendem Maß ein integrierter Bestandteil von modernen Techniken. Zu erkennen ist dieses bereits deutlich in der Kommunikations-, Medizin- und Messtechnik. Mechanische und elektronische Welten durchdringen sich verstärkt bei dieser Entwicklung. Die dabei wirkenden Zusammenhänge, die sich besonders auch in einer starken Miniaturisierung der Systeme niederschlägt, sind hochkomplex.
Mittlerweile wenden sich viele Unternehmer und Unternehmensneugründer Produkten zu, die auf mikrotechnischen und mechatronischen Bauteilen basieren. Für deren Fertigung werden neuartige und modifizierte Methoden, Verfahren und Einrichtungen benötigt.
Ingenieure, die diese Prozesse gestalten, entwickeln und überwachen sollen, müssen über eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung verfügen, die sowohl die maschinenbautechnisch/mechanischen, als auch die informationstechnisch/elektronischen sowie neuen, mikrotechnischen Wissensfelder abdeckt.
Mit dem nahezu einzigartigen Studiengang Mikrotechnik/Mechatronik wird eine entsprechende Ausbildung angeboten, die dieser zukunftsweisenden Entwicklung Rechnung trägt.
Betreut wird der Studiengang "interfakultär", das heißt, dass zwei Fakultäten für den Studiengang zuständig sind: im Bereich der Mikrotechnik die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik und für den Bereich der Mechatronik die Fakultät für Maschinenbau.
| Voraussetzung: | |
in der Regel allgemeine Hochschulreife |
| Regelstudienzeit: | |
10 Semester |
| Abschluss: | |
Diplom-Ingenieur/in (Dipl.-Ing.) |
| Studienbeginn: | |
in der Regel Wintersemester |
Berufliche Möglichkeiten
Für Absolventen der Mikrotechnik/Mechatronik zeichnen sich bereits jetzt sehr gute nationale und internationale Berufschancen ab. Absolventen des Studienganges sind in der Lage
- Managementaufgaben in Bereichen der Forschung und Entwicklung von Produkten und Verfahren sowie
- Managementaufgaben in Bereichen der Fertigungsvorbereitung und -organisation
zu übernehmen.
Einsatzbereiche, in denen Absolventen auch in Zukunft gefragt sein werden, sind:
- Entwicklung und Einsatz von Antriebs- und Bewegungstechnik, basierend auf mechatronischen Baugruppen
(Studienrichtung Antriebs- und Bewegungstechnik)
- Forschung/Entwicklung, Produktion und technische Dienstleistung/ Unternehmensberatung
- Schnittstellenspezialist in interdisziplinären Arbeitsgruppen
- Produktmanager für mechatronische Systeme
- Entwicklung und Betrieb von Maschinen und Einrichtungen für die Mikro- und Elektronikproduktion
(Studienrichtung Mikroproduktionstechnik)
- Forschung und Entwicklung, Anwendung und technische Dienstleistung/Beratung für:
- Verfahren der Mikro- und Elektronikfertigung
- Maschinen und Ausrüstungen der Mikro- und Elektronikfertigung
- Konzeption, Management und Betrieb von Fertigungslinien der Mikro- und Elektronikfertigung
- Entwicklung und Betrieb von Print- und Medientechnik, bei welchen mikrotechnische und mechatronische Komponenten immer wichtiger werden
(Studienrichtung Print- und Medientechnik)
- Entwicklung und Realisierung von Verfahren der Print- und Medientechnik in der Informations- und Kommunikationsindustrie
- Entwicklung und Konstruktion von Maschinen und Einrichtungen der Print- und Medientechnik in der Druckindustrie
Auch außerhalb von Unternehmen in den peripheren Bereichen des Mikro- und Elektronikmaschinenbaus, wie zum Beispiel Forschungsinstituten, Behörden und Ausbildungseinrichtungen können Absolventen zm Einsatz kommen.
Studienaufbau
Das Studium gliedert sich in ein Grundstudium (4 Semester) und ein Hauptstudium (6 Semester). Eingeschlossen sind ein einsemestriges Fachpraktikum und ein Semester für das Anfertigen der Diplomarbeit.
Ein Absolvent dieses Studienganges sollte neben seiner fachtechnischen Kompetenz auch in der Lage sein, wirtschaftliche, rechtliche und patentrechtliche, soziale und ökologische Aspekte seiner Ingenieurtätigkeit berücksichtigen zu können. Dazu zählen ebenso die Arbeitssicherheit und der Arbeitschutz.
Aus den genannten Gründen werden im Rahmen des Studiums der Mikrotechnik/Mechatronik auch Veranstaltungen aus dem nichttechnischen Bereich angeboten.
Im Grundstudium werden obligatorisch
- mathematisch - naturwissenschaftliche Grundlagen (Mathematik, Physik, Informatik),
- technische Grundlagen (Maschinenbau, Elektrotechnik/Informationstechnik) und
- allgemeine Grundlagen (Betriebswirtschaftslehre, nichttechnische Fächer)
vermittelt.
Das Grundstudium schließt mit der Diplom-Vorprüfung ab.
Spätestens hier ist ein Grundpraktikum von 6 Wochen nachzuweisen. Nach Möglichkeit sollte es bereits vor Beginn des Studiums absolviert sein.
Das Hauptstudium dient der Erweiterung und Vertiefung der Ausbildung, es soll die Studierenden auf eine selbstständige, wissenschaftliche und berufliche Tätigkeit vorbereiten.
Im Hauptstudium ist nach Interesse und Neigung eine der hier aufgeführten Studienrichtungen zu wählen.
Antriebs- und Bewegungstechnik
Entwicklung und Anwendung von Antriebs- und Arbeitssystemen für Maschinen und Anlagen mit:
- hoher Dynamik,
- hoher Stellgenauigkeit und
- komplexen Funktionen sowie
- in sich selbst erkennenden und überwachenden Prozessen
Schwerpunkte im Hauptstudium sind die Vermittlung von Kenntnissen über die elektrischen und mechanischen Komponenten der Antriebs- und Bewegungstechnik.
Voraussetzungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik sind die elektromotorischen Antriebe mit einer vorgelagerten industriellen Elektronik. Zur Beeinflussung der Bewegungsabläufe sind Kenntnisse über Sensoren/Aktoren und der Regelungstechnik sowie Prinzipien der Nachrichtentechnik erforderlich. Für die mechanischen Komponenten sind Lehrgebiete wie:
- Technische Mechanik,
- Maschinendynamik und
- Getriebetechnik
unerlässlich. Vermittelnd hierbei sind die Informatik und die industrielle Steuerungstechnik.
Ergänzend zur Steuerungstechnik werden Hydraulische und Pneumatische Antriebe vorgestellt.
Werkzeuge zur Modellierung und Simulation komplexer mechatronischer Systeme werden fachübergreifend behandelt.
Die Wahl von Lehrveranstaltungen aus den Blöcken:
- Methodisches Konstruieren, Anwendung von Qualitäts- und Prüftechniken, Zuverlässigkeit/Qualitätssicherung,
- Fahrzeugmotoren, Fahrzeugantriebe, Verarbeitungsmaschinenkonstruktion/Fluidische Antriebe an Verarbeitungsmaschinen, Aufbau von Werkzeugmaschinen/Werkzeugmaschinen-Mechatronik, Automatisierte Antriebe, Traktions- und Magnetlagertechnik,
- Prozessanalyse und Modellbildung, Digitale Regelung, Identifikation, Nichtlineare Systeme, Dynamiksimulation mechatronischer Systeme
ermöglichen eine individuelle Spezialisierung nach Neigung des Studierenden.
Mikroproduktionstechnik
- Mikroelektronikbauteilefertigung (z. B. Maschinen für physikalisch-chemische Verfahren der Siliziumtechnik, Ätz- und Beschichtungstechnik ...)
- Entwicklung, Fertigung und der Einsatz von mesoskopischen und Mikrosystemen
Schwerpunkte im Hauptstudium sind die Vermittlung von technologischen und konstruktiven Kenntnissen zur:
- Technologie der Mikroproduktion,
- Mikrofertigungstechnik und
- Feinwerkstechnik/Mikromechanik.
Die Lehrgebiete "Industrielle Steuerungstechnik", "Anwendung von Qualitäts- und Prüftechniken" sowie "Werkstoffe der Mikrotechnik" sind hierfür unverzichtbar.
Die Wahl von Lehrveranstaltungen aus den Blöcken
- maschinenbauorientiert: : Fertigungssysteme - Aufbau von Werkzeugmaschinen/Betriebsmittel, Hydraulik, Pneumatik/Fluidische Antriebe, Mechanismentechnik/Getriebetechnik, Verbindungs- und Montagetechniken, Strahltechnische Fertigungsverfahren,
- elektrotechnikorientiert: Elektronische Bauelemente und Schaltungen, Elektrische Antriebe/Gerätetechnische Antriebe, Sensoren und Signalauswertung, Energieelektronik,
- allgemein: Grundlagen der Robotik, Zuverlässigkeit/Qualitätssicherung, Grundlagen der Technischen Optik, Rechnerunterstützte Konstruktion/Simulation, Virtual-Reality-Technologien im MB, Maschinendynamik, Prozesssimulation
ermöglicht eine weiterreichende Spezialisierung im achten und neunten Fachsemester unter Berücksichtigung individueller Interessen und Neigungen.
Print- und Medientechnik
Entwicklung und Anwendung von
- Printing-on-Demand, Net-Printing und anderen hybriden Technologien für zukünftige Multimediakommunikation
- Verfahren und Fertigungssystemen auf dem Gebiet der Print- und Medientechnik, von Offset bis Tintenstrahldruck
- Systemen und Verfahren, die eine enge Verknüpfung von "physikalisch/mechanischen" Größen (bspw. Papier) und "virtuellen" Formen (Daten) sowie mikrotechnologischen Komponenten beinhalten
Schwerpunkte in der Ausbildung des Hauptstudiums liegen in der Vermittlung von Methodenwissen zur Technologie und Verfahrensentwicklung für neue medientechnische Anwendungen in der Fächern:
- Ausgabesysteme der Print- und Medientechnik,
- Vorstufensysteme/Bildbearbeitung,
- Gerätekonstruktion/Mikrosystemtechnik,
- Medientechnik/Mediensysteme,
- Werkstoffe der Mikrotechnik,
- Stoffe der Printmedientechnik.
Durch die Wahl von Lehrfächern aus den Blöcken:
- Dynamiksimulation mechatronischer Systeme, Digitale Regelung, Identifikation, Grenzflächenchemie, Grundlagen der Mikrofluidtechnik, Industrielle Steuerungstechnik, Maschinen und Verfahren der Drucktechnik, Visuelle Wiedergabequalität, Technische Betriebsführung und Arbeitswissenschaften,
- Applikationen der Mikroelektronik, Nachrichtentechnik, Datenbanken, Kommunikationsnetze, Mikrotechnologien, Grundlagen Technischer Optik, Optoelektronik
sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, aus physikalisch/chemischen und werkstofftechnischen Grundlagen Systeme für die medientechnische Informationsvermittlung abzuleiten.
Bestandteil des Hauptstudiums (in der Regel im achten und neunten Semester) ist neben dem Fachpraktikum von 20 Wochen die Anfertigung einer Studienarbeit. Die Studienarbeit ist Voraussetzung für die Zulassung zur Diplomarbeit. Mit Anfertigung der Diplomarbeit soll der Studierende nachweisen, dass er in der Lage ist, innerhalb einer vorgegebenen Frist eine ingenieurwissenschaftliche Aufgabe aus seinem Fachgebiet selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten sowie die angewandten Methoden und erzielten wissenschaftlichen Ergebnisse klar und verständlich in normgerechter Form schriftlich darzustellen.
Bewerbung
Beratungsmöglichkeiten
Fachstudienberatung
Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Maschinenbau
Prof. Dr. Andreas Schubert
09107 Chemnitz
Sitz: Reichenhainer Str.70, Zimmer A 014
Tel.: (0371) 531-34580
E-Mail: andreas.schubert@mb.tu-chemnitz.de
Fakultät für Elektrotechnik
und Informationstechnik
Dr. Jürgen Bräuer
09107 Chemnitz
Sitz: Reichenhainer Str.70, "A.-F.-Weinhold-Bau", Zimmer W 114
Tel.: (0371) 531-35093
E-Mail: juergen.braeuer@etit.tu-chemnitz.de
Zentrale Studienberatung
Technische Universität Chemnitz
Zentrale Studienberatung
09107 Chemnitz
Sitz: Straße der Nationen 62, Zimmer 046
Tel.: 0371 531 55555, -32549, -31690
Fax: 0371 531 12128
E-Mail: studienberatung@tu-chemnitz.de