Bachelorstudiengang Europäische Geschichte
Die neuen Historiker mit Europakompetenz
Für den europäischen Einigungsprozess ist eine historische Perspektive wichtiger denn je - etwa bei der sich wandelnden Bedeutung von Regionen und Grenzen oder bei der Entwicklung der Wirtschafts- und Sozialordnung. Um auf Fragen im historischen Kontext die richtigen Antworten zu finden, reicht es nicht aus, die vergleichsweise kurze Epoche der Nationalstaaten zu betrachten. Auch die Kenntnis der Alten Geschichte und der Geschichte des Mittelalters sind wesentlich für das Verständnis der Entwicklung des modernen Europas.
Der Studiengang Europäische Geschichte mit dem Abschluss Bachelor of Arts vermittelt geschichtswissenschaftliche sowie politik- und kulturwissenschaftliche Kompetenzen, die Historiker für neue Berufsfelder im Kontext der wachsenden europäischen Vernetzung qualifizieren.
Aufbauend auf diesen Bachelorstudiengang werden entsprechende Masterstudiengänge angeboten.
| Voraussetzung: | in der Regel allgemeine Hochschulreife | |
| Regelstudienzeit: | 6 Semester | |
| Abschluss: | Bachelor of Arts (B.A.) | |
| Studienbeginn: | in der Regel Wintersemester |
Die zunehmende Bedeutung historischer Fragestellungen und das verstärkte Interesse einer breiten Öffentlichkeit an Geschichte haben in den letzten fünfzehn Jahren zu einer gestiegenen Nachfrage nach Absolventen historischer Studiengänge vor allem in den Print- und Tele-Medien, den Verlagen und dem stark angewachsenen Museums- und Ausstellungsbereich geführt.
Gerade das Interesse an der gemeinsamen Geschichte Europas wird im kommenden Jahrzehnt deutlich zunehmen, so dass Studierenden der Europäischen Geschichte mit ihrer im Studium erworbenen Sprachkompetenz gute Berufsaussichten sowohl in den traditionellen Berufsfeldern für Historiker als auch in den neuen Berufsfeldern im Kontext der Erweiterung und Konsolidierung der Europäischen Union - etwa in den Euregios, Kulturverwaltungen grenznaher Großstädte und Kreise, europaweit agierenden Stiftungen usw. - haben werden.
Absolventen können Einsatzmöglichkeiten finden in Traditionellen Berufsfeldern wie z.B. Printmedien, Fernsehen/Rundfunk, Verlage, Museen, Ausstellungswesen, Archive, Stiftungen, Bildungseinrichtungen, Forschungsprojekte, Universitäten oder auch in Neuen Berufsfeldern wie in von mehreren europäischen Ländern getragenen Medienprojekten (vergleichbar mit dem deutsch-französischen Sender arte), in Europäischen Verwaltungen, insbesondere Forschungs- und Kulturverwaltungen, in europaweit agierenden Stiftungen, Verbänden u.ä., in historischen Instituten und in europäischen Universitäten.
Auch eine Fortsetzung der wissenschaftlichen Laufbahn im Rahmen des internationalen Systems "Bachelor/Master" ist möglich.
Die Lernziele des Studiengangs sind:
- Erwerb grundlegender Kenntnisse in europäischer Geschichte aller Epochen, insbesondere über langfristige Prozesse der kulturellen und wirtschaftlichen Integration oder Teilintegration Europas seit der Antike,
- Erwerb von elementarem Wissen über die Ausbildung von Nationen und Nationalstaaten, der sich wandelnden Bedeutung von Regionen und Grenzen, der Rolle Europas gegenüber seinen Nachbarn und in der Welt sowie über die Geschichte des Europabewusstseins und der Europaideen,
- Erwerb spezieller Kenntnisse über den Prozess der europäischen Integration im 20. Jahrhundert,
- Vertrautheit mit zentralen Problemfeldern und Kategorien der Gesellschafts-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Technikgeschichte und dem Gebrauch von Theorien in der Geschichtswissenschaft,
- Erlernen von geschichtswissenschaftlichen Methoden und Arbeitstechniken im Kontext geschichtswissenschaftlicher Fachkenntnisse,
- Erwerb von fachspezifischen und methodischen Grundkenntnissen in Problemfeldern aus den Bereichen der Politikwissenschaft und der Kultur- und Länderstudien Westeuropa und Ostmitteleuropa,
- Fähigkeit zu eigenständiger sozial- und kulturwissenschaftlicher Analyse europäischer Gesellschaften und, auf vergleichender Basis, zur Vermittlung spezifisch gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, politischer und sozio-kultureller nationaler Konfigurationen und Entwicklungen.
Der Studiengang Europäische Geschichte wird getragen von den Fächern
- Alte Geschichte,
- Geschichte des Mittelalters,
- Neuere (16.-19. Jahrhundert) und Neueste (20. Jahrhundert) Geschichte,
- Wirtschafts- und Sozialgeschichte,
- Europäische Regionalgeschichte,
- Wissenschafts- und Technikgeschichte,
- Politikwissenschaft,
- Romanische Kulturwissenschaft,
- Britische und Amerikanische Kultur- und Länderstudien,
- Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropa.
Der Studiengang Europäische Geschichte gliedert sich in ein viersemestriges Kernstudium und ein zweisemestriges Vertiefungsstudium. Das Kernstudium wird mit der Bachelor-Zwischenprüfung abgeschlossen und das Vertiefungsstudium mit der Bachelor-Prüfung, die sich aus studienbegleitenden Modulprüfungen und der Bachelor-Arbeit (wissenschaftliche Hausarbeit) zusammensetzt.
Die Bachelor-Prüfung bildet den ersten berufsqualifizierenden Abschluss des Studienganges Europäische Geschichte.
Die Leistungsevaluation erfolgt studienbegleitend durch das ECT-System (European Credit Transfer System) sowie anhand der Zwischen- und Bachelor-Prüfungen und der Bachelor-Arbeit am Ende des Studiums.
Der Studiengang Europäische Geschichte ist nach dem Modulprinzip geordnet. Als Module gelten Lehrveranstaltungen aus einem fachlich zusammengehörigen Bereich, die mit einer bestimmtem Anzahl von Credit Points (CP) belegt werden müssen.
Das Kernstudium umfasst das Basismodul:
- Theorie, Methoden, Europaideen
die Profilmodule:
- Europäisierung Europas - langfristige kulturelle und wirtschaftliche Integration,
- Nationsbildung, Nationalstaaten, Staatensysteme,
- Herrschaft und soziale Ungleichheit,
- Wissenstradierung und Technikentwicklung,
- Europa und seine Nachbarn/Europa in der Welt
und die Ergänzungsmodule:
- Kultur- und Länderstudien Westeuropa,
- Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropa.
Das Vertiefungsstudium umfasst:
die Profilmodule:
- Regionen und Grenzen,
- Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert/Europäische Integration
und die Ergänzungsmodule:
- Europäische Politik,
- Europäische Institutionen/Verwaltung/Recht.
Weitere Bestandteile des Vertiefungsstudiums sind:
- die Teilnahme an einer mehrtägigen Exkursion
- ein 8-wöchiges Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit zwischen 4. und 5. Semester
| Die Bewerbung ist Online unter | https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew möglich. |
| Weitere Informationen zur Immatrikulation: | www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php |
Fachstudienberatung
Technische Universität Chemnitz
Philosophische Fakultät
Institut für Europäische Geschichte
Dr. Hendrik Thoß
09107 Chemnitz
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Tel.: (0371) 531-32615
E-Mail: hendrik.thoss@phil.tu-chemnitz.de
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