| Voraussetzung: | in der Regel allgemeine Hochschulreife; Englischkenntnisse auf Abiturniveau und Kenntnisse in einer weiteren Fremdsprache; Lateinkenntnisse sind bis spätestens 3. Fachsemester nachzuweisen |
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| Regelstudienzeit: | 6 Semester | |
| Abschluss: | Bachelor of Arts (B.A.) | |
| Studienbeginn: | Wintersemester |
Zum Selbstverständnis einer modernen Germanistik
Angesichts der zunehmenden sozialen Ausdifferenzierung der heutigen Gesellschaft stellt sich die Frage, was diese zusammenhält. Zugleich wächst das Bewusstsein dafür, dass ohne funktionierende Kommunikation keine tragfähige Gemeinsamkeit zwischen divergierenden Gruppeninteressen hergestellt werden kann.
Germanistik als Wissenschaft von der deutschen Sprache, Literatur und Kultur im europäischen Kontext einer industriellen Wissensgesellschaft und Medienwelt stellt deshalb einen zentralen und nach vielen Seiten hin impulsgebenden Bereich dar. Im Blick auf zukünftige Entwicklungen in den kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen Europas kommen der Erforschung und Vermittlung sprach-, literatur- und kulturwissenschaftlicher Themenfelder wichtige Schlüsselaufgaben zu. Im Prozess der europäischen Integration werden Vielfalt und Eigenart nationaler und regionaler Kulturen in neuer Breite und auf neue Weise erfahrbar. Da Deutsch in Europa die Muttersprache mit den meisten Sprechern ist, verstärkt sich die Bedeutung der Deutsch-Sprachkompetenz.
Die Explosion der Wissensbestände und die Ausdifferenzierung der fachlichen Domänen wirkt sich auf die kommunikativen und literarisch-kulturellen Kompetenzen aus: Diese werden nicht mehr selbstverständlich und für alle Aufgaben ausreichend von der jeweiligen Trägerschicht erworben. In jüngster Zeit ist der Schwund einer fundierten sprachlichen, literarischen und kulturellen Bildung bewusst geworden; in einer sich technisierenden und globalisierten Welt erhält deshalb die Frage nach den sprachlichen und kulturellen Kompetenz des Einzelnen sowie der miteinander kommunizierenden Teile einer Gesellschaft einen wachsenden Stellenwert.
Germanistik als „angewandte Wissenschaft“
In fast jedem Beruf muss man heute in der Lage sein, überzeugende Gespräche zu führen oder ansprechende Texte zu produzieren. Sprachwissenschaftliche Studien können hier die „kommunikative“ Kompetenz beträchtlich erhöhen, da sie die Regeln der menschlichen Kommunikation und des angemessenen Formulierens von Texten untersuchen und deren Reflektion fördern.
Wir leben heute zum größten Teil in einer (massen)medial vermittelten Welt. Telefon, Presse, Hörfunk, Fernsehen, Computer und andere Medien haben die Kommunikation verändert und verändern sie weiter. Dieser Wandel wird im Germanistikstudium an der TU Chemnitz wissenschaftlich reflektiert.
Textproduktion und Medienkompetenz sind nur zwei Bereiche von vielen, in denen angewandte Germanistik eine gesellschaftlich relevante Rolle spielen kann.
Germanistik studieren in Chemnitz
Die Entwicklung und Vermittlung von sprachlich-kommunikativen und literarisch-kulturellen Kompetenzen in ihrer jeweiligen historischen Bedingtheit bilden die Achsen der Chemnitzer Germanistik.
Text- Kommunikations-, Literatur- und Kulturexperten werden arbeitsweltbezogen ausgebildet.
Neben der fachlichen Ausbildung zeichnet sich das Studium zudem durch eine hohe Vernetzung mit anderen Fächern und Instituten (wie etwa dem Institut für Medienkommunikation und interkulturelle Kommunikation, Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft) aus.
Das Chemnitzer Schreibzentrum vermittelt Methodenkompetenzen (z.B. Präsentieren und Moderieren, Referieren, Textproduktion), das interdisziplinäre Projekt Sprache-Medien-Praxis gewährt durch eine Vortragsreihe und Workshops, die von "Praktikern" angeboten werden, Einblicke in potenzielle Arbeitsfelder. Die studentische Online-Zeitschrift LEO ermöglicht es den Studierenden, sich bereits im Studium journalistisch zu üben.
Ein auf dem Abschluss Bachelor of Arts aufbauender Master-Studiengang ist in Vorbereitung.
Das Studium der Germanistik bildet Text-, Kommunikations-, Literatur- und Kulturexperten aus und öffnet vielseitige Berufsmöglichkeiten: von hoch spezialisierten Berufen bis hin zu Berufen, bei denen eher die erworbenen Methodenkompetenzen und berufsbezogenen Qualifikationen im Vordergrund stehen.
Den vermeintlichen Mangel eines bestimmten beruflichen Abschlusses sehen wir als Stärke des Modells: die große Freiheit bei der Gestaltung des Studiums mit der Schwerpunktsetzung und Interdisziplinarität, der Anstoß zur Eigeninitiative und zum Blick über den Tellerrand. Die dadurch gewonnene Flexibilität eröffnet Germanisten in zunehmendem Maße Chancen auf dem ausdifferenzierten Arbeitsmarkt.
Bevorzugte Betätigungsfelder finden sich in den Bereichen:
Der Studiengang ist nach dem Modulprinzip geordnet. Als Module gelten Lehrveranstaltungen aus einem fachlich zusammengehörigen Bereich, die mit einer bestimmten Anzahl von Leistungspunkten belegt werden, die einem bestimmten Arbeitszeitaufwand entsprechen.
Man unterscheidet Basis-, Vertiefungs- und Ergänzungsmodule. Hinzu kommen ein Profilmodul, die Bachelorarbeit, ein Praktikum und das Modul Kompetenztraining.
Insgesamt werden 180 Leistungspunkte erworben.
| Germanistische Fachteile: Basismodule (1. - 3. Semester) Vertiefungsmodule (3. - 6. Semester) |
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| Profilierung: (3. - 6. Semester) |
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| Interdisziplinarität: (4. - 6. Semester) |
zwei Ergänzungsmodule sind zu wählen: |
| Kompetenztraining: (1. - 2. Semester) |
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| Praktikum: (3. Semester) |
mindestens 4-wöchiges berufsorientiertes Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit |
Neben einer umfassenden fachwissenschaftlichen Ausbildung in den Bereichen Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Mediävistik und Deutsch als Fremd- und Zweitsprache vermittelt das Studium spezifische Methodenkompetenzen und berufsbezogene Qualifikationen. Zudem kommt im Bereich der Ergänzungsmodule eine interdisziplinäre Perspektive hinzu.
Die fachwissenschaftliche Ausbildung beinhaltet folgende inhaltliche Schwerpunkte in den Basis-, Vertiefungs- und Profilmodulen:
Zu den spezifischen Methodenkompetenzen gehören u.a.:
Die berufsbezogenen Qualifikationen umfassen u.a.:
Die interdisziplinäre Perspektive (Stichwort „Blick über den Tellerrand“) wird über die Ergänzungsmodule gesichert:
| Die Bewerbung ist Online unter | https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew möglich. |
| Weitere Informationen zur Immatrikulation: | www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php |
Fachstudienberatung
Technische Universität Chemnitz
Philosophische Fakultät
Fachgebiet Germanistik
Andreas Freidl M.A.
09107 Chemnitz
Sitz: Thüringer Weg 11, Zimmer 207 A
Tel.: 0371/531-39594
E-Mail:andreas.freidl@phil.tu-chemnitz.de
Zentrale Studienberatung
Technische Universität Chemnitz
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