![]() Sein oder nicht seinUSA 1942 |
Regie: Ernst Lubitsch; Darsteller: Carole Lombard, Jack Benny, Robert Stack; 98 min |
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Die Welt scheint in Warschau noch in Ordnung. Doch das innig geprobte und von den Schauspielern geliebte antinationalsozialistische Stück wird von der Regierung nicht geduldet und darf nicht aufgeführt werden - die Enttäuschung unter den Darstellern ist groß. Es heißt, man möchte Adolf Hitler nicht verärgern, so wird eben ein weiteres Mal "Hamlet" aufgeführt. Plötzlich marschieren die Deutschen in Polen ein und es herrscht Krieg! Die Theaterwelt ist davon natürlich nicht unbetroffen, die Intellektuellen begeben sich in den Untergrund und "kämpfen" gegen die deutschen Besatzer. Bühnengöttin Maria Tura (Carole Lombard) hatte zuvor die Bekanntschaft mit einem englischen Bomberpiloten gemacht, ihr Mann, Josef Tura (Jack Benny) ist davon nur wenig begeistert. Sie können in Erfahrung bringen, dass sich ein gewisser Professor Alexander Siletsky (Stanley Ridges) auf den Weg nach Warschau befindet, um der Gestapo Unterlagen zu überreichen, die den Widerstand aufzulösen drohen. Zusammen mit den anderen Mitgliedern des Theaters planen die Schauspieler ein gefährliches Spiel mit den Deutschen. Ausgestattet mit genügend Kostümen aus der Requisite des Spielhauses ziehen sie deutsche Spione aus dem Verkehr und führen die Gestapo und Regierungsmitglieder der Deutschen Besatzer in die Irre. Dabei verstricken sie sich immer weiter und nähern sich dem Ende dieses "Stücks"... . Die Schauspieler müssen sich nun sehr anstrengen, denn es geht nun tatsächlich um Sein oder Nichtsein. |
Ernst Lubitsch, geboren am 28. Januar 1892 in Berlin, trat mit 19 Jahren dem Max-Reinhardt-Ensemble am Deutschen Theater bei und arbeitete sich schnell vom Komparsen zum Hauptdarsteller hoch. Nebenbei agierte er als Slapstick-Komiker für die Berliner Bioscope-Filmgesellschaft und versuchte sich gelegentlich als Regisseur. Den Durchbruch schaffte er jedoch erst 1918 mit dem Melodram "Die Augen der Mumie Ma". Hollywood wurde auf ihn aufmerksam, als seine Monumental-Epen "Carmen" (1917) und "Madame Dubarry" (1918), beide mit Pola Negri, in den USA anliefen. Mit "Die Ehe im Kreise" (1924), seinem zweiten amerikanischen Film, schuf sich Lubitsch einen Ruf als Meister der eleganten Gesellschaftskomödie. Zu Beginn der Tonfilm-Ära drehte er einige bezaubernde Musicals, darunter "Die lustige Witwe" (1934). Es folgte eine Reihe raffinierter Salonkomödien, in denen er sein Gespür für die ideale Besetzung von Hollywoods größten Stars bewies: "Engel" (1937, mit Marlene Dietrich), "Blaubarts achte Frau" ((1938, mit Claudette Colbert, Gary Cooper und David Niven) und "Ninotschka". 1937 wurde Lubitsch mit einem Ehren-"Oscar" ausgezeichnet, ein Jahr später in die französische Ehrenlegion aufgenommen. "Sein oder Nichtsein" war seine satirische Abrechnung mit dem Nationalsozialismus. Lubitsch starb 1947, bei der Arbeit an "Die Frau im Hermelin", an einem Herzschlag. |