22. Arbeitstagung des AKS
an der TU Chemnitz
Integration-Interdisziplinarität-Internationalität

Arbeitsgruppen

In sechs Arbeitsgruppen sollten zu unterschiedlichen Aspekten der hochschulspezifischen Fremdsprachenausbildung gemäß dem Motto der Tagung Konzepte vorgestellt und Empfehlungen erarbeitet werden. Kurzbeiträge (10 bis 20 Minuten) dienten dazu, die Thematik der jeweiligen Arbeitsgruppe aufzugreifen und die Diskussion in Gang zu bringen. Ausformulierte Langfassungen konnten in der Dokumentation der Tagung veröffentlicht werden.

AG 1 Zulassungen und Zertifizierung
AG 2 Fachsprache: zwischen Sprache und Fach
AG 3 Fremdsprachen im Studiengang
AG 4 Internationale Studiengänge
AG 5 Internationalisierung der Fremdsprachenausbildung
AG 6 Weiterbildung durch Sprachenzentren
 
 

AG 1 Zulassungen und Zertifizierung
 
Leitfrage:  Welche/s Niveau/s der Sprachkenntnisse sollten Studierende bei der Zulassung haben; was sollten sie während des Studiums erreichen?
Stichworte: Sprachtests, Zertifikate und Zertifizierungssysteme (national/inernational)... 

Koordinator:
Bernd Voss,
Institut für Anglistik, TU Dresden
01062 Dresden,
Tel. 0351 / 463 3023/2347,
Fax: 0351 / 463 7132
E-Mail: voss-b@rcs1.urz.tu-dresden.de
 
 

Bericht Arbeitsgruppe 1: Zulassung und Zertifizierung

Es ging in der Arbeitsgruppe um Sprachtests, Zertifikate und/oder Zertifizierungssysteme vor dem Hintergrund der Frage, welche Niveaus der Sprachkenntnisse Studierende bei der Zulassung haben sollten und welche Niveaustufen sie während des Studiums erreichen können oder sollen.
Es wurden in der Arbeitsgruppe drei Projekte vorgestellt, die umfangreich diskutiert werden konnten, aber auch zu weiteren gemeinsamen Überlegungen Anlass gaben. Jill Schneller (Hannover) stellte vor, wie ein bestimmtes Ergebnis im TOEFL-Test zur (zusätzlichen) Zulassungsvoraussetzung für die Aufnahme eines Anglistikstudiums gemacht werden kann. Alexander Berges, Heiner Pürschel und Tobias Voigt (Duisburg) erläuterten Hintergrund und derzeitigen Stand der Umsetzung der Bemühungen, den Duisburger DELTA-Placement-Test in computer-basierter Form anzubieten. Ulrike Arras und Rüdiger Grotjahn (Hagen/Erfurt/Bochum) informierten über Konzeption und aktuelle Entwicklungen des Test-DaF-Projektes, insbesondere über die Korrektur des Testteils "schriftlicher Ausdruck" sowie den Einsatz von C-Tests zur Aufgabenskalierung.
Aus den Präsentationen und Diskussionen der Arbeitsgruppe lassen sich die folgenden Schwerpunkte und Ergebnisse ableiten:
Wenn bestimmte (im Gegensatz zu unbestimmten) Zielniveaus in der Fremdsprachenausbildung an Hochschulen erreicht werden sollen, führt an der möglichst genauen Feststellung des Eingangsniveaus kein Weg vorbei. Damit ist zwangsläufig verbunden, dass bestimmte Eingangsniveaus zur Zugangsvoraussetzung gemacht werden können und müssen, wenn innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit definierte Ziele erreicht werden können sollen. Das Test-DaF-Projekt ist dabei ein Beispiel, wie so etwas differenziert und studiengangsbezogen gestaltet werden kann.
Aus den Präsentationen und Diskussionen wurde deutlich, dass die Verfahren zu Erhebung des sprachlichen Ausbildungsstandes zu Beginn eines Studiums einen erheblichen Einfluss auf das Ausbildungsprogramm haben und damit viel bewusster miteinander in Verbindung gebracht werden sollten. Anzustreben ist darüber hinaus auch die komplementäre Einbeziehung einer präzisen Zielbestimmung.
Soweit aus den Beiträgen und Diskussionen ablesbar, wird derzeitig ein grosser Anteil der Bemühungen in diesem Bereich vor dem Hintergrund notwendiger Praktikabilität und Ökonomie in die Frage der Computerisierung investiert, also die Umsetzung in den Computerbereich als Trägermedium für Sprachstandsfestellungen.
Um es den Hochschulen zu erleichtern, vergleichbare Maßstäbe anzulegen, wird angeregt, C-Test-Items als Ankertests zu entwickeln. Frau Becker und Herr Draxel (Münster) erklären sich bereit, die Federführung für ein solches Projekt zu übernehmen.

Bernd Voss (Dresden)

ABSTRACTS

Der TOEFL-Test als weiteres Zulassungskriterium des Englischen Seminars der Universität Hannover

Jill Schneller (Universität Hannover)

„Seminare sollten ihre Studierenden selber aussuchen“ klingt wie Zukunftsmusik, aber diese Vorgehensweise wird im Wintersemester 2002 am Englischen Seminar der Universität Hannover zur Realität. Um die Sprachkenntnisse der zunehmenden Zahl der Studierenden zu gewährleisten, wird der bisherige nicht obligatorische „Placement Test“ (Michigan Test of English Language Proficiency) durch den TOEFL-Test ersetzt. Eine Mindestpunktzahl von 200 wird von allen Studierenden, deren Muttersprache nicht Englisch ist, zusätzlich zu den regulären Zulassungsvoraussetzungen verlangt. In meinem Kurzbeitrag werde ich erläutern, warum der TOEFL-Test als Zulassungstest gewählt wurde. Darüber hinaus wird der Genehmigungsprozess geschildert, und die möglichen positiven sowie negativen Auswirkungen aufs Englische Seminar werden besprochen.

TestDaF: Konzeption und aktuelle Entwicklungen

Ulrike Arras (TestDaF-Institut Hagen)
Rüdiger Grotjahn (Universität Erfurt / Ruhr-Universität Bochum)

In dem Vortrag soll zunächst eine kurze Beschreibung der Zielsetzungen, der theoretischen Grundlagen und des Formats des Tests Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) gegeben werden. Daran anschließend werden wir auf einige ausgewählte aktuelle Probleme eingehen, wie z.B. die Korrektur des Testteils „schriftlicher Ausdruck“ und den Einsatz von C-Tests zur Aufgabenskalierung. Im letzten Teil sollen dann einige Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung einer computer-basierten Testversion angesprochen werden.
 
 

AG 2 Fachsprache: zwischen Sprache und Fach
 
Leitfrage:  In welchem Verhältnis stehen Vermittlung von sprachlichen Fertigkeiten und Fachkenntnisse im Fachsprachenunterricht?
Stichworte: Unterrichtsmodelle, Fachsprachendidaktik, Curriculumentwicklung, fachsprachliches Lehrmaterial, Fachsprachen und UNIcert, das Profil des Fachsprachenlehrers...

Koordinatoren :
Peter Nübold,
Sprachenzentrum, TU Braunschweig,
38023 Braunschweig,
PF 3329,
Tel. 0531 / 391 5085,
Fax: 0531 / 391 8228;
E-Mail: p.nuebold@tu-bs.de

Thomas Vogel,
Sprachenzentrum der Europa-Universität Viadrina,
15207 Frankfurt/O.,
PF 776,
Tel. 0335 / 5534 711,
Fax: 0335 / 5534 719;
E-Mail: vogel@euv-frankfurt-o.de

ABSTRACTS

Die Aufgabe als konzeptionelle Vermittlung zwischen Sprache und Fach

Eamon Kiernan (Universität Hannover)

Aufgabenorientiertes Lernen (TBL) ist seit den 1970ern ein wichtiges Konzept in der Fremd- und Fachsprachendidaktik. Das Konzept der Aufgabe eignete sich nicht nur, den innerhalb des kommunikativen Ansatzes entwickelten Schwerpunkt der natürlichen Kommunikation zu implementieren, sondern auch den innerhalb des English for Specific Purposes (ESP) entwickelten Schwerpunkt der Wirklichkeitskontrolle anzustreben und methodisch zu steuern. In dieser Präsentation wird versucht, darzulegen, dass ein Begriff der Aufgabe nicht nur zwischen Sprache und Fach vermitteln kann, sondern darüber hinaus einen bildungstheoretischen Zugang zum Fachsprachenlernen eröffnet.

How science subject teachers and language teachers can co-operate - the experience in HERMES, a European project in LSP

Etain Casey (Kings College London)

This paper identifies some of the reasons popularly understood for the lack of interaction and cooperation between subject area specialists (SAS) in Agricultural Sciences and language teachers in Universities across Europe. The results will be given of a survey carried out as part of a European Project, of the attitudes and activities of the two groups of teachers. The presenters will go on to identify the likely causes of the current situation and to describe how different forms of more positive interaction should be possible using examples from their current project work with agricultural students and teachers in Universities in Britain and Germany.

Fachwissenschaftler und Applied Linguist: Team-teaching in fachspezifischer Englischausbildung für Mathematik, Physik und Computer Science am SZ der Universität Potsdam

Wolfgang Lüer (Universität Potsdam)

Fachspezifisches Englisch; HaF am SZ der Uni Potsdam; optionale UNIcert III-Kurse je zwei Semester alternierend für Mathematik, Physik und Computer Science; TeamTeaching; Erfahrungsbericht. Die Erfahrungen vorangegangener Semester zeigten die Notwendigkeit eines gezielteren Eingehens auf die tatsächlichen, spezifischen Bedürfnisse der Studierenden aus naturwissenschaftlichen Fächern.  Als Lösungsmöglichkeit wurde  Team-teaching gewählt, d.h. Subject Specialist plus Applied Linguist in direkter Zusammenarbeit. Mein Beitrag stellt dar, daß durch diese Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Lehrveranstaltungen sowohl ein Materialkorpus erarbeitet werden konnte, der akademischen Anforderungen entspricht, als auch eine stark motivierende 'Workshop'-Unterrichtssituation geschaffen wurde, die den Teilnehmern Skill übergreifend und task-based die Möglichkeit eröffnet, die fachspezifische Terminologie, die gemeinschaftstypischen Genres und kommunikativen Mechanismen ihrer zukünftigen Target Discourse Community zu erarbeiten und erfolgreich anzuwenden.

Juristische Fachsprache: (k)ein Problem!?

Bianca Wieland (Marburg)

Seit den letzten Jahren ist die Erforschung der juristischen Fachsprache in den Vordergrund getreten. So vielschichtig die Facetten des Rechts und der Sprache sind, so vielfältig sind auch die Tätigkeitsfelder in der Fachsprachenforschung des Rechts.

In der Regel wird die Rechtssprache im Laufe einer juristischen Ausbildung, durch die Erlernung des Faches, gelernt und verstanden. Dies lässt ein Problem erkennen: wie viel Sach- und Fachkenntnisse sind notwendig, um das "Juristendeutsch" zu verstehen?

Im Vortrag soll dem Problem der Unverständlichkeit der Rechtssprache - dem häufigsten Vorwurf gegen sie - auf den Grund gegangen werden. Der Vortrag möchte einen Beitrag zum Abbau der Verständnisbarriere in der Kommunikation zwischen Juristen und Laien leisten.

Spracharme Textsorten im Wirtschaftsdeutschunterricht

Jitka Pracharová (Tschechische Landwirtschaftliche Universität Prag)

Die Textauswahl spielt im allgemeinen wie im fachsprachlichen Unterricht unbestritten eine grundsätzliche Rolle. Dabei müssen nicht nur inhaltliche, sondern auch sprachdidaktische Kriterien berücksichtigt werden. Gut ausgewählte spracharme Textsorten haben gewöhnlich viele erwünschte Texteigenschaften, wie vor allem Prägnanz, sprachliche Einfachheit, Übersichtlichkeit, Anschaulichkeit,Verständlichkeit, zusätzliche Stimulanz usw. Gerade dank der letztgenannten Eigenschaft sind diese Textsorten sowie auch außersprachliche Informationsträger besonders für den Einstieg in ein neues Thema gut geeignet, weil sie Aufmerksamkeit und Interesse des Lerners am Thema wecken können.
Im Bereich des Wirtschaftsdeutsch kommen diese spracharmen Textsorten , wie  z.B. Tabellen, Schemata, Diagramme (vor allem Linien-, Säulen- und Kreisdiagramme), Flussdiagramme, usw.  sehr häufig vor. Diagramme verschiedener Art dienen einer ziechnerischen Darstellung von Daten der Statistik in bildlicher Form. Flussdiagramme sind schematische Darstellungen der wichtigsten Etappen in einem schriftlichen oder mündlichen Text, die deren innere Struktur veranschaulichen und die Kernbegriffe herausarbeiten. Einen breiten Anwendungsbereich haben in Wirtschaftstexten auch außersprachliche Informationsträger, wie z.B. Bildsymbole, Piktogramme, Formeln,Gleichungen, Karikaturen, Cartoons, Karten, Fotos usw., die vor allem themenvorbereitende, kommentierende, resümierende oder kreativitätsfördernde Funktionen haben.
Es ist also ganz offensichtlich, dass diese Textsorten nicht nur bei Anfängern, sondern in allen Unterrichtsstufen eingesetzt werden können. Es geht dabei nicht nur um die erwähnte Einführungsphase einer Unterrichtseinheit, sondern auch um weitere Etappen des Unterrichts, d.h. Präsentation, Semantisierung, Festigung (reproduktive und produktive Aufgaben)  einschließlich Leistungsmessung und -Bewertung.
In dem Beitrag werden konkrete Beispiele der Verwendung in einzelnen Unterrichtsphasen präsentiert und analysiert.

Fachsprachliche Lehrmaterialien

Olaf Lenders (Fachhochschule Konstanz)

In dem Beitrag werden Möglichkeiten der zusätzlichen Materialerstellung für vorlesungsbegleitende Sprachlehrveranstaltungen besprochen. Bei den Teilnehmern handelt es sich um Studenten der Angewandten Weltwirtschaftssprachen, einem Studiengang, der den Erwerb der Chinesischen/Indonesischen Sprache mit betriebswirtschaftlichen Veranstaltungen kombiniert. Die Fachvorlesungen werden teilweise in englischer Sprache durchgeführt. Als Grundlage für die Begleitveranstaltung dienen die Materialien der Fachvorlesung sowie ähnliche, alternative Texte. Dadurch können sich die Studenten die relevante Fachsprache in anderen Kontexten aber dennoch ähnlichen Zusammenhängen aneignen. Dem möglichen Nachteil, dass Studenten sich auf fachliche Inhalte statt sprachliche Eigenheiten konzentrieren, kann durch geeignete Übungs-formen wie Cloze-Exercises, Textwiedergaben oder problem-basierte Gruppendiskussionen entgegengewirkt werden. Abschließend wird empfohlen, nicht zuletzt aus praktischen Gründen, für diese Art der Sprachlehrveranstaltung eine Mischung aus gegebenen und maßgeschneiderten Unterrichtsmaterialien zu wählen.

Interkulturelles Kursprojekt auf UNICERT III Niveau

Steffen Skowronek (Universität Potsdam)

Nach unterschiedlichen Erfahrungen bei der Integration von Projekten in die Arbeit in Sprachkursen wird am Sprachenzentrum der Universität Potsdam im Sommersemester 2002 in einem UNICERT III/1 Kurs ein Projekt mit dem German Department der University of Berkeley durchgeführt. In dem relativ kurzen Zeitraum, der dafür zur Verfügung steht, sollen Deutschlernende aus Kalifornien mit Potsdamer Englischlernenden intensiv zusammenarbeiten. Parallel zur Vermittlung von Sprachfertigkeiten, dem  traditionellen" Ziel von UNIcert Kursen und Prüfungen, soll in diesem Projekt auch interkulturelles Lernen stattfinden.
Folgende mit der Vorbereitung und Durchführung des Projekts zusammenhängende Fragen werden in dem Beitrag aufgeworfen:

Was ist interkulturelles Lernen (Arbeitsdefinition)?
Woran wird der Erfolg von interkulturellem Lernen gemessen (Beispiele)?
Wie verzahnt man die Entwicklung von Sprachfertigkeiten mit den interkulturellen Lerninhalten (Ideen)?
Wie können die modernen technischen Kommunikationsmöglichkeiten (ICT) effektiv genutzt werden (Kriterien)?

Mit welchen Mitteln kann man die Ergebnisse eines solchen Projekts sichern und dabei sowohl das Sprachenlernen als auch das interkulturelle Lernen gezielt evaluieren (Herangehen)?

Eine Auswahl der konkreten Aufgabenstellungen, die im Rahmen des Projekts von den Studierenden zu bearbeiten sind, wird abschließend zur Diskussion gestellt.
 
 

AG 3 Fremdsprachen im Studiengang
 
Leitfrage:  Was erreicht man durch die Integration in Studiengänge und welche Wege kann man gehen?
Stichworte: Curricula, Inhalte, Zeitmanagement, Wertigkeit der Fächer, Koordination und Verzahnung der Studienfächer, Studium oder Praktika im Ausland, (Mehrfach-) Zertifizierung...

Koordinatoren :
Angelika Grigor,
FB Sozial-und Kulturwissenschaften, FH Frankfurt/M
60318 Fankfurt am Main,
Nibelungenplatz 1,
Tel. 069 / 1533 3005;
Fax: 069 / 1533 2700;
E-Mail: grigor@fbsuk.fh-frankfurt.de

Liane Fijas,
Sprachenzentrum, TU Bergakademie Freiberg,
09699 Freiberg,
Lessingstr. 45,
Tel. 03731 / 392 602;
Fax: 03731 / 394 301;
E-Mail: lfijas@sz.tu-freiberg.de
 
 

BerichtArbeitsgruppe 3: Fremdsprachen im Studiengang

1. Die Vorträge beschrieben:


2. Wichtige Fragen der Diskussion

3. Ergebnisse 4. Probleme
  Fazit: Es liegt an uns, uns unabkömmlich zu machen!
 

ABSTRACTS

Englisch in integrierten technischen Studiengängen

Renate Rudat (HTWD)

In der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) ist die obligatorische Fremdsprachenausbildung in die Studienprogramme fast aller Fachbereiche integriert. Die Studenten können eine der vier angebotenen Fremdsprachen auswählen. In Russisch, Spanisch und Französisch bieten wir fachübergreifende Kurse auf unterschiedlichen Niveaustufen an. Hierfür werden von der  Stundenplanung hochschulweit Blockzeiten für den Fremdsprachenunterricht fixiert, die die Fachbereiche in der Regel  respektieren.

Die "klassische" Englischausbildung ist in die Stundenpläne der einzelnen Studiengruppen fest integriert, so dass ein studiengruppenübergreifendes, leistungsdifferenziertes Kursangebot ohne zusätzliche Personalkosten nicht möglich ist. Aufgrund des knappen Haushalts konnten seit September 2000 keine studiengruppenübergreifenden Leistungskurse für Fortgeschrittene mehr angeboten werden. Ein neues Konzept des Sprachenzentrums für leistungsdifferenzierten Englischunterricht auf modularer Basis ist in Erprobung.

In den meisten technischen Studiengängen ist die Fremdsprachenausbildung mit je 6 SWS vom ersten bis zum dritten Semester im Studienplan verankert. Unser Curriculum sieht eine Ausbildung vor, die in den ersten  2 Semestern  hauptsächlich studien- und berufsbezogen und im dritten Semester fachsprachlich orientiert ist. Unser Ziel ist es, die Studierenden zu befähigen, selbst mehr Verantwortung für ihren Lernfortschritt zu übernehmen,  eigenverantwortlich ihre sprachlichen Fertigkeiten auszubauen und ihren (berufsbezogenen und fachsprachlichen) Wortschatz zu erweitern.

Die Leistungsbewertung erfolgt in den technischen Studiengängen kontinuierlich über alle 3 Studiensemester im Rahmen von prüfungsrelevanten Studienleistungen. Für den Abschluss UNICERT® Stufe II müssen die Studierenden einen zusätzlichen Kurs aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften belegen, um die erforderlichen 8 SWS zu erreichen.

Fachkommunikation im Lichte der obligatorischen fachsprachlich-spezifischen Fremdsprachenausbildung unter besonderer Berücksichtigung des Studien-gangs Fachübersetzen an der Hochschule Anhalt (FH)

Winfried Lange (Hochschule Anhalt (FH))

Die Anforderungen in den einzelnen Studiengängen haben die Beschäftigung mit speziellen Fragen der angewandten Sprachwissenschaft, mit dem Fachtext, der Fachsprache und Fachkommunikation intensiviert. Die Konsequenzen sind weitrei-chend und wirken sich auf alle Facetten der Lehrkonzeption und der jeweils konkre-ten, studiengangbezogenen Ausgestaltung der fachspezifischen Bausteine aus. Trotz erheblicher Unterschiede der Ausbildungskonzepte für die Mehrzahl der technischen Studiengänge und für den Studiengang Fachübersetzen gibt es Faktoren, die in allenStudiengängen wirken, so dass sich Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte erge-ben, die sich „transferieren“ lassen. Dazu zählen beispielsweise textexterne und
–interne Faktoren wie Kommunikationssituation, der Gegenstand, das Thema, die Kom-munikationsmittel etc.. Die Berücksichtigung der Methodologie der Fachausbildung erweist sich hierbei sowohl für die Sprachstoffauswahl und –aufbereitung als auch für spezifische Kurse und den Einsatz von Lehrmaterialien bzw. Lehrtexten, die den jeweiligen fachspezifischen Erfordernissen entsprechen und die kulturell bedingten Determinanten berücksichtigen. Das wird am Beispiel der Bio- und Lebensmittel-technologie für die nichtphilologischen Studiengänge und an der Verfahrenstechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen für das Fachübersetzen dargestellt.

Business English at the Department of Business Administration and Economics at the TU Bergakademie Freiberg

Michael B. Hinner (TU Bergakademie Freiberg)

A brief introduction and a general outline of the Department of Business Administration and Economics at the TU Bergakademie Freiberg is followed by a description of the role of Business English within the department’s curriculum.
Business English is a Propaedeutikum in the Grundstudium, and all students need to pass the 120 minute written test. In accordance with the department’s rules and regulations, the Business English course in the Grundstudium encompasses four academic hours split into two parts with two hours each. The department’s academic timetable schedules the first part of the course for the first semester of studies and the second part for the second semester. The written test should be taken at the end of the second semester.
During the Hauptstudium, Business English is one of the three Wahlpflichtfaecher students of Business Administration may choose. In accordance with the department’s rules and regulations, the Wahlpflichtfach Business English offers three 90 minute written tests (Cultural Studies of the UK, Cultural Studies of the USA, and Intercultural Communications) as well as two seminars (Professional Business Communications and Scholarly Rhetoric). The students who have chosen Business English as their Wahlpflichtfach have to pass all three 90 minute written tests in order to be eligible for the Diplompruefung in Business English.
All students in the Hauptstudium need to also have some wilde Scheine which must come from subjects that are not Wahlpflichtfaecher. Consequently, some students either participate in a seminar or attempt to pass a test in English so that they might get a wilde Schein in English.

Erfahrungen mit dem Chemnitzer Modell der integrierten Fremdsprachenausbildung

Klaus Dieter John (TU Chemnitz)

Der Vortrag stellt die Konzeption der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung in Chemnitz vor und erläutert die Bedeutung, die die Pflichtsprachausbildung in diesem Ansatz hat. Ausgehend von den theoretischen Leitvorstellungen dieses "Chemnitzer Modells" wird aus Sicht der Wirtschaftsfakultät auf Realisierungsprobleme, Erfahrungen sowie positive und negative Punkte eingegangen. Dabei wird deutlich, daß die Sprachausbildung sich in mehrfacher Hinsicht in einem Spannungsfeld befindet, das alle Beteiligten zu Kompromissen zwingt, die oft schwer kommunizierbar sind.

Englisch in integrierten betriebswirtschaftlichen Studiengängen

Sylvana Krausse (FH Nordhausen)

Die Fachhochschule Nordhausen ist die jüngste Fachhochschule in Thüringen und seit der Aufnahme des Studienbetriebs im Wintersemeter 1998 sind die Fremdsprachen im Umfang von 2 SWS pro Woche Bestandteil eines jeden Studiensemesters, unabhängig davon, in welchem Studiengang man studiert. Ich werde in meiner kurzen Rede darstellen, wie diese ersten nunmehr 3 ½ Jahre integrierter Fremd- und Fachsprachenunterricht begonnen und sich über diesen kurzen Zeitraum entwickelt haben und was wir in den kommenden Jahren gestalten wollen.

Der Studiengang Betriebswirtschaft an der FH Nordhausen wurde auf Betreiben der Strukturkommission mit der Orientierung auf Internationale Wirtschaft und Osteuropa eingerichtet und durch diese Ausrichtung allein schon der Sprachausbildung eine hohe Priorität eingeräumt. Studienschwerpunktfächer im Hauptstudium sind Betriebliches Steuerwesen, Controlling, Finanzmanagement, Internationale Wirtschaft, Marketing, Personalmanagement, Umwelt- und Stoffstrommanagement und Wirtschafts- und Medieninformatik, was auch wiederum die Verzahnung mit anderen Studiengängen der FH Nordhausen zeigt, da eine weitere Maxime unserer Hochschule auf fachübergreifende Studienangebote abzielt.
Die internationale Ausrichtung des Studiengangs spiegelt sich neben dem intergrierten Sprachunterricht darin wider, dass die Studierenden einmal pro Sommersemester an unserer Internationalen Projektwoche teilnehmen, die bisher in Englisch, Russisch und Französisch stattfand, dass das Ablegen von UNIcert-Prüfungen in unsere Kurse integriert ist und unsere Hochschule die Studierenden besonders zum Studien- oder Praktikumsaufenthalt oder zu Sommersprachkursen im Ausland ermutigt und bemüht ist, diesbezüglich viele Möglichkeiten zu schaffen.

Die Konzeption der Sprachlehrveranstaltungen orientiert sich am Stand des Sprachwissens und -könnens der Studierenden und an den Anforderungen, denen sie im Studien- und Berufsleben, einschließlich des Studiums und Praktikums im Ausland begegnen werden. Studierende der Betriebswirtschaft werden nach einem Einstufungstest zu Beginn des 1. Semesters entweder in Wiedereinsteiger- oder in Fortgeschrittenenkurse eingeteilt. In den Wiedereinsteigerkursen werden die Studierenden in den ersten 4 Semestern zum Abschluss UNIcert II geführt, nach dem 4. Semester in den Fortgeschrittenenkursen ist das Ablegen von UNIcert III möglich. Die Wiedereinsteigerkurse sind über 6 Semester auf Sprache für den Beruf ausgelegt, da die Studierenden dort auch zusammen mit Studierenden aus anderen Studiengängen lernen. In den Fortgeschrittenenkursen baut die Fachsprachenvermittlung auf das 1. Semester Office Skills auf und wird bis zum 7. Semester fortgeführt.

“Kleinere” Sprachen in betriebswirtschaftlichen Studiengängen

Bernd Kleinheyer (FH Bielefeld)

Die Fachhochschule Bielefeld bietet einen internationalen Studiengang "European Studies in Management" an. Eingangsvoraussetzung für die Fremdsprachen ist mindestens eine 3,0 im LK oder 2,0 im GK im Schulabschluss. Der Studienverlauf ist z.T. identisch mit dem grundständigen Studiengang BWL, mit Ausnahme des anspruchsvolleren und umfangreicheren Fremdsprachenprogramms.
Es stehen Englisch, Französisch, Spanisch und (extern) Portugiesisch zur Wahl, nur eine Fremdsprache ist Pflicht, de facto werden aber zwei studiert. Die Sprachen werden im Verhältnis 4:1 zwischen Englisch und anderen Sprachen belegt. Französisch verzeichnet abnehmende, Spanisch zunehmende Tendenz. Insgesamt beobachten wir aber eine deutliche Abnahme bei der Wahl einer "kleineren" Fremdsprache. Folglich arbeiten wir mit sehr kleinen, aber gut motivierten Gruppen (4-10 Teilnehmer).
Die Fremdsprachenveranstaltungen sind stark an die obligatorischen Auslandsaufenthalte (3 Semester) geknüpft. Dementsprechend kommt Fertigkeiten wie Präsentieren, Recherchieren und Informationsentnahme, Gruppenkommunikation sowie Bewerben/Interview hohe Bedeutung zu.

Thematisch strukturieren wir nach dem Schema

1. Sem. 4 SWS   Einführung Wirtschaftssprache
2. Sem. 4 SWS   Landeskunde (z.B. Warenkorb) und Politik (Rolle in Europa)
3. Sem. 4 SWS   Landeskunde (z.B. Francophonie) und Wirtschaft (z.B. Unternehmen)

Quer dazu werden die Fertigkeiten erworben. In den Semestern 2 und 3 arbeiten wir zunehmend in Projektform, z.B. an einer realen Markterhebung in Spanien oder einer Fallstudie über die Einführung eines französischen Produktes auf dem deutschen Markt (in Planung). Dies wird z.T. mit Exkursionen nach Spanien oder Frankreich (geplant) verbunden.
Idealerweise werden die Ergebnisse dann dem deutschen oder ausländichen Unternehmen, für das die Arbeit durchgeführt wurde, präsentiert.
Dabei nutzen wir die Arbeit im englischsprachigen Teil des Studiengangs als Testfeld für neue Ansätze, so dass die Konzeption dort meist weiter entwickelt ist.

Schlagworte zu unserer Arbeit:
* Anwendung geht vor strukturiertem Lernprozess
* Fachwissen und -methodik werden integriert
* Team-, Projekt- und Produktarbeit als Zielsituation (erst anfänglich verwirklicht)
* Planung z.T. mit den Studierenden
* z.T. Auflösung des starren 4-SWS-Rhythmus
* Mündliche Prüfungen
* Einbeziehung der Partner- und Zielhochschulen
* Kleine aber sehr teamorientierte Fachgruppe Sprachen

Fachspezifische Fremdsprachenausbildung für Juristen, Universität Münster

Birgit Beile-Meister (Universität Münster)

An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster nehmen inzwischen mehr als ein Drittel der Jurastudentinnen und -studenten eines Jahrgangs an der Fachspezifischen Fremdsprachenausbildung für Juristen (FFA) teil, die die Rechtswissenschaftliche Fakultät in Kooperation mit dem Sprachenzentrum seit dem WS 1995/96 in den Sprachen Englisch und Französisch durchführt. Die Studierenden absolvieren - nach erfolgreich abgelegtem Einstufungstest - über vier Semester zusätzlich zu ihrem Studium des deutschen Rechts ein ausgewogenes Programm an fremdsprachlichen Fach-Vorlesungen sowie fertigkeitsorientierten Fachsprachkursen (Umfang insgesamt: 18 SWS). Sie erhalten so einen grundlegenden Einblick in das Common Law bzw. das französische Recht und können ihre bereits guten bis sehr guten Kenntnisse der Fremdsprache insbes. im Hinblick auf die fachsprachliche Ausrichtung weiter verbessern. Ein verbindliches Auslandspraktikum liefert erste Praxiserfahrungen und soll den Vergleich zwischen ausländischer und deutscher Rechtspraxis anregen. Das Sprachenzentrum ist an Konzeption und Durchführung dieses Studiengangs nahezu paritätisch beteiligt, wobei Aufgabenbereiche sowohl eigenverantwortlich als auch gemeinsam mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ausgefüllt werden.

Das Mikromodul Englisch innerhalb des Studiengangs „Bachelor of Laws (LL.B.)“ an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Dorthe G. A. Engelhardt (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)

Zunächst verdeutlicht ein kurzer Abriss die allgemeinen Zielsetzungen des LL.B.-Studiengangs. Dabei spielen Überlegungen zur Reform der Juristenausbildung ebenso eine Rolle wie zur „Ergebnisorientierung als Leitbild für Studium und Struktur“, so der Name des Aktionsprogramms „Studienreform – Profilbildung – Wettbewerb“ des Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft, innerhalb dessen das Projekt an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald gefördert wird.

Im Anschluss soll das Konzept des modularisierten Studiengangs, dessen Fächerkanon nicht nur Rechts-, sondern auch Wirtschaftswissenschaften und schließlich Schlüsselqualifikationen wie Rhetorik, Textkritik und Englisch umfasst, unter Zuhilfenahme des Musterstudienplans erläutert werden. Hierbei steht die Stellung der General Studies bzw. des Mikromoduls Englisch im Vordergrund.

Es folgt die Darstellung der Anforderungen und Inhalte des Mikromoduls Englisch, wie sie die Studien- und Prüfungsordnungen vorschreiben. Dabei wird deutlich, dass einerseits das Modul Englisch der BA-Studiengänge der Philosophischen Fakultät als Modell fungierte. Andererseits wurde das Modul des LL.B.-Studiengangs bewusst um das fachsprachliche Element ergänzt. Schließlich werden die konkreten Unterrichtsinhalte des Mikromoduls skizziert, wobei gezeigt werden soll, wie allgemeinsprachliche, allgemein berufsorientierte und fachsprachliche Kompetenzen gleichermaßen gefördert werden. Darüber hinaus werden die Anleitung zum autonomen Lernen und die Nutzung des Internets zum Fremd-/Fachsprachenerwerb thematisiert. Der Entwicklung der Fähigkeit zum Selbststudium kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil modularisierte Studiengänge mit ihrer Vergabe von ECTS-Punkten (entsprechend dem erbrachten Arbeitsaufwand) eine konkret in Zahlen ausgedrückte Selbststudienzeit neben die Kontaktzeit in den Seminaren stellen.

Ein Ausblick beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Curriculums und damit, wie Synergiepotentiale zwischen den Schlüsselqualifikationen Englisch und Rhetorik selbst sowie zwischen den General Studies und den Fächern Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften effektiv genutzt werden können.

Englischausbildung im modularisierten B.A. Studiengang an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Gerda Enter (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)

Im Studienjahr 1999/2000 startete die Universität Greifswald erstmalig einen Bachelorstudiengang für geisteswissenschaftliche Disziplinen. Das Greifswalder Modell ruht auf drei Säulen: Neben zwei gleichwertigen Fächern, steht als dritte Säule ein Modul General Studies, das einen Umfang von einem Drittel am Gesamtcurriculum einnimmt.
Diese Modul umfasst etwa zur Hälfte die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, zu denen schriftliche und mündliche Kommunikationskompetenz sowohl in der Muttersprache Deutsch als auch in der Fremdsprache Englisch gehören.
Die Qualifikationsziele, die im Englischen erreicht werden sollen, die damit verbundenen Herausforderungen an Unterrichtstätigkeit, Selbststudium, teilweise auch an autonomes Lernen werden im Vortrag erläutert. Darüber hinaus wird auf die Bedeutung von Modularisierung  und konsekutiven Studiengängen eingegangen sowie auf  die Erfassung der Studienleistungen mit Hilfe des European-Credit-Transfer-Systems. (ECTS).
 

AG 4 Internationale Studiengänge
 
Leitfrage:  Welche Kriterien zeichnen Studiengänge als Internationale Studiengänge aus?
Stichworte: Internationalisierung von Lehre, Studium und Forschung, Reform der Studiengänge (Bachelor und Master), Dienstrechtsreform (u.a. Einführung von Juniorprofessuren), Durchsetzung des Europäischen Referenzrahmens (a Common European Framework of Reference)...

Koordinatoren :
Monika Zielinski,
ZE Sprachenzentrum, Humboldt-Universität
10099 Berlin,
Dorotheenstr. 65,
Tel. 030 / 2093 5014/10 (Sekr),
Fax: 030 / 2093 5011;
E-Mail: monika=zielinski@zes.hu-berlin.de

Barbara Kühn,
Fremdsprachenzentrum der Hochschulen in Bremen,
28359 Bremen,
Bibliothekstr. 1,
Tel.: 0421 / 218 9593,
Fax: 0421 / 218 7563;
E-Mail: bkuehn@uni-bremen.de

Bericht  Arbeitsgruppe 4: Internationale Studiengänge
Monika Zielinski (Berlin)

Die Arbeitsgruppe 4  hat sich mit folgenden Schwerpunkten befasst:

- Was bedeutet Internationalisierung des Studiums?
- Wird die Durchsetzung von Bachelor- und Masterstudiengängen an deutschen Hochschulen zu mehr Internationalität und Interdisziplinarität führen?
- Berücksichtigt der DAAD-Kriterienkatalog zur Anerkennung von Studiengängen als „Internationale Studiengänge“ alle Aspekte von  Internationalität?

Die o. g. Themenkreise wurden  insbesondere auf der Grundlage thematischer Vorträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und der Hochschulen im Lande Bremen diskutiert. Am Beispiel  der an der HU geltenden Grundsätze  zur Einführung gestufter Bachelor- und Masterstudiengänge und der zur Akkreditierung eingereichten Studien- und Prüfungsordnung des Bachelor- und des Masterstudienganges Erziehungswissenschaften der HU legten Reinhard Möhlmann (Berlin) und Karl-Franz Göstemeyer (Berlin) u. a. dar, dass die Reform der Studiengänge und die damit verbundene Auslandsorientierung von Studiengängen in Deutschland nur gelingen kann, wenn parallel zu den neuen BA/MA-Ordnungen auch bestehende Magister-, Diplom- und Lehramtsstudiengänge modularisiert werden. Nach kontrovers geführter Debatte  in Bezug auf die Bachelor-Studiengänge bestand  in der AG 4  Einigkeit darin, dass kein BA-Studiengang  ohne einen MA-Studiengang konzipiert werden sollte.
Denkanstöße zur Förderung der Internationalisierung des Studiums, zur Durchsetzung von Mehrsprachigkeit, zur Stärkung des Anteils interkultureller Curricula erhielt die AG in den Beiträgen von Frau Ingeborg Baldauf  (Berlin) und Kathleen Shanahan (Berlin),  die ihre Erfahrungen mit dem  regionalwissenschaftlichen Ergänzungsstudiengang der HU „Mittelasien/ Kaukasien“ (Baldauf) und den Euromasters- und Transatlantik-Masters-Programmen der HU (Shanahan) darlegten. Anregend und  weiterführend waren  auch die Beiträge von Bärbel Kühn (Bremen) zur Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, von Sabine Langhorst (Bremen) zur Durchsetzung des  TestDaF-Verfahrens, von Pavla Tišerová (Pilsen)  zur Stärkung des Anteils interkultureller Sprachvermittlung an der Westböhmischen Universität  und  von Monika Zielinski (Berlin) zur Erweiterung der vom DAAD definierten Kriterien für Internationale Studiengänge.

Der Begriff Internationalisierung wurde im Zusammenhang mit der Definition für Internationale Studiengänge kritisch hinterfragt. In der Arbeitsgruppe bestand mehrheitlich die Auffassung, dass er nicht allein auf die Englischsprachigkeit von Lehrveranstaltungen, auf Doppeldiplomabschlüsse,  auf obligatorische Auslandssemester, den Nachweis von Sprachkursen, auf mit Westeuropa kompatible Studienabschlüsse  beschränkt werden darf. Internationalität schließe einseitige Orientierung  aus, beziehe sich grundsätzlich auf Multinationalität. Das heißt, die Gesellschaft müsse den Strom ausländischer Studierender aus Asien  (China, Pakistan, Indonesien, Indien...) und Osteuropa zur Kenntnis nehmen,  auch wenn die Orientierung der Deutschen in umgekehrter Richtung nach Westen (USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich...) verlaufe. Erhebungen dieser Art müssten Rückwirkungen auf die Kriteriensetzung haben. Internationalisierung bedeute Zukunft für die eigene wie für die Nachbarsprachen, bedeute, dass die Aufnahmebedingungen  ausländischer Studierender durch Vereinfachung des Hochschulzugangs in Deutschland mit Hilfe von TestDaF erleichtert werden,  dass dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen auf allen Ebenen des schulischen, universitären, beruflichen und akademischen Lebens zum Durchbruch verholfen wird und auch, dass für ausländische Studierende wohlwollende Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen gesetzlich verankert werden.
Internationalisierung des Studiums bedeute ferner, dass auslandsorientierte Studiengänge auf das übrige Studienangebot ausstrahlen müssen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des akademischen Mittelbaus eigenverantwortlich lehren und forschen dürfen, um international konkurrieren zu können. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist die Einführung von Juniorprofessuren in Deutschland.
 

Quellenhinweise:

Auslandsorientierte Studiengänge (Ausschreibung WS 2001/2002) Hrsg.: DAAD und HRK.
Umsetzung der Bologna-Erklärung. Hrsg.: HRK. In: Drucksachen-Nr. S 90/8.
Bachelor- und Masterstudiengänge. In: Hochschulrahmengesetz (HRG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Januar (BGBl. I S. 18), zuletzt geändert gemäß Artikel 68 der Verordnung vom 29.Oktober 2001 (BGBl I S.2785).
Studienreform an der HU – Einführung von gestuften Bachelor- und Masterstudiengängen. In: Vorlage Nr. 129/2001 des Akademischen Senats der Humboldt-Universität zu Berlin.
www.hu-berlin.de/deutsch/stu  d.htm
Verbreitung, Förderung und Vermittlung der deutschen Sprache. Hrsg.: Deutscher Bundestag. In: Drucksache 14/5835 am 31.10. 2001.
Zukunft der deutschen Sprache. Hrsg.: Deutscher Bundestag. In: Drucksache 14/8203 am 07.02.2002.
TestDaF als Nachweis der Deutschkenntnisse. Hrsg.: DAAD und HRK. Bonn am 19.02.2002.
TestDaF im Überblick: s. www.testdaf.de
Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen. Hrsg.: Goethe-Institut Inter Nationes, Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK), Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und Öserreichisches Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMWK). Berlin.München. Wien. Zürich. New York 2001.
International Degree Programmes in Germany 2001. Hrsg.: DAAD.
Internationale Studiengänge an europäischen und außereuropäischen Hochschulen 2000/2001. (CD-Rom) DAAD
Internationalisierung = Evaluation + Akkreditierung? Hrsg.: HRK. In: Beiträge zur Hochschulpolitik 8/2001.
Internationalisierungsstrategie der HU und Maßnahmenkatalog. In: Vorlage Nr. 96/2001 des Akademischen Senats der Humboldt-Universität zu Berlin.
Einstellungsvoraussetzungen und dienstrechtliche Stellung der Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren. In: Hochschulrahmengesetz (HRG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Januar (BGBl. I S. 18), zuletzt gändert gemäß Artikel 68 der Verordnung vom 29. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2785).
Juniorprofessuren an der Humboldt Universität zu Berlin – Pilotprojekt.
www.hu-berlin.de


Referierende:

Prof. Dr. Ingeborg Baldauf /ingeborg.baldauf@rz.hu-berlin.de
Phil. Fak. III der Humboldt-Universität  zu Berlin (HU), Institut für Asien- und Afrikawissenschaften

Dr. phil. PD Karl-Franz Göstemeyer/ cosima.fanselow@rz.hu-berlin.de
Phil. Fak. IV der HU Berlin, Institut für Allgemeine Pädagogik

Dr. Bärbel Kühn / bkuehn@uni-bremen.de
Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen

Sabine Langhorst/ langhorst@uni-bremen.de
Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen

Reinhard Möhlmann/ reinhard=moehlmann@uv.hu-berlin.de
Leiter des Referats  Studium und Lehre der HU Berlin

Kathleen Shanahan Lindner/Kathleen.Shanahan@rz.hu-berlin.de
Phil. Fak. III der HU Berlin, Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

PhDr. Pavla Tišerová/ pavla.tiserova@phil.tu-chemnitz.de
Phil. Fak. der TU Chemnitz, Germanistische Sprachwissenschaft

Dr. phil. Monika Zielinski / monika.zielinski@rz.hu-berlin.de
Zentraleinrichtung Sprachenzentrum der HUBerlin
 

ABSTRACTS

Bachelor- und Master-Studiengänge - Grundsätze einer Reform von Studium und Lehre

R. Möhlmann (Berlin)
K.-F. Göstemeyer (Berlin)

Mit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes 1998 wurde die gesetzliche Grundlage für die Einführung von Bachelor-/Bakkalaureus- und Master-/Magisterstudiengängen als konse-kutive Studienprogramme empfohlen. Die Empfehlung steht im Zusammenhang mit der internatio-nalen Verflechtung im Hochschulbereich sowie der Veränderung in der Berufswelt.
Vor diesem Hintergrund stehen die Hochschulen vor der Aufgabe, die Qualität von Lehre, Studium und Studienabschlüssen unter Einbeziehung von Schlüsselqualifikationen (u.a. Sprachkompetenz) zu gewährleisten. Die fachlich-inhaltliche Prüfung von Studiengängen erfolgt durch unabhängige Agenturen, die vom Akkreditierungsrat der Hoch-schulrektorenkonferenz akkreditiert wurden.

Ziel des Vortrages ist es, Grundbedingungen für die "neuen" Studienabschlüsse vorzustellen, Realisierungsbedingungen zu benennen und mögliche Strukturen von BA- und MA-Studien-gängen zu skizzieren. Am Beispiel des Faches Erziehungswissenschaften werden die allgemeinen Überlegungen dann konkretisiert.

Internationalität mit Schlagseite? - Überlegungen zur Kriteriensetzung

I. Baldauf (Berlin)

"Internationalität" ist, nicht unähnlich dem "Internationalismus", ein Begriff, dessen Kriterien zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich gesetzt werden - nur wertungs- oder gar zweckfrei ist er nie. Nicht alle Setzungen, von denen wir derzeit ausgehen, können eine allgemein anzuerkennende Triftigkeit beanspruchen, sondern einige erhalten ihren Sinn erst durch (unausgesprochene) Prämissen ideologischer Natur. Im Sinne der Praktikabilität von Studienprogrammen können sie eine behindernde, hinsichtlich der Zugänglichkeit der Programme eine diskriminierende Wirkung entfalten. Wichtige Aspekte von Internationalität bleiben unbeachtet oder unterschätzt, Chancen ungenutzt. - Einige Gedanken aus der Praxis eines bisher nicht internationalen Studienganges.

Planung und Organisation von Sprachlehrangeboten mit dem Europäischen Referenzrahmen

Bärbel Kühn (Universität Bremen)

Für Studierende, Lehrende und Organisatoren dient der Europäische Referenzrahmen der grenzüberschreitenden curricularen Begründung und europaweit lesbaren Festlegung von Sprachkompetenzbeschreibungen. Aus seiner Anwendung, vor allem auch im Kontext neu entwickelter Test- und Selbstevaluierungsinstrumente, ergeben sich neue Wege für Kursbeschreibung, Kursorganisation und Lernberatung.
In Verbindung mit dem Europäischen Sprachenportfolio dient er zur Dokumentation vonSprachlernzielen und -erträgen. Darüber hinaus stellt er ein pädagogisches Instrument dar zur Förderung der Lernerautonomie und der Reflexion von Sprachlernerfahrungen.
Der Beitrag geht aus vom Stand seiner curricularen Umsetzung am "Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen".

Vereinfachung des Hochschulzugangs durch TestDaF

Sabine Langhorst (Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen)

Im Unterschied zur DSH wird TestDaf zentral erstellt und an drei zentral festgelegten Terminen in bisher 35 Ländern duchgeführt, in Deutschland unter anderem auch am Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen in Kooperation mit dem Goethe-Institut Bremen. Der Beitrag diskutiert die Gründe, die die Hochschulen in Bremen dazu bewogen haben, ab Herbst 2002 die DSH vollständig durch TestDaf zu ersetzen.

ENGLISCH = INTERNATIONAL?
Ist die englische Sprache die einzige Bedingung für einen Internationalen Studiengang? Zur Struktur und Funktionsweise internationaler Studiengänge am Beispiel der Euromasters- und Trans-Atlantic Masters-Programme an der Humboldt-Universität zu Berlin.
 

K. Shanahan (Berlin)

Englischsprachige Studiengänge werden nicht automatisch internationale Studiengänge. Die Bedingungen für einen internationalen Studiengang sind viele: die Sprache(n), die Akteure (Studenten, Dozenten, Universitäten), das Curriculum, ein Orts-Wechsel während des Studiums und die Karrieremöglichkeiten für Absolventen auf einem internationalen Arbeitsmarkt.

Seit jeweils 1995 und 1998 werden die Euromasters- und Trans-Atlantic Masters-Programme von einem Konsortium (European American University Consortium) von elf Universitäten in sechs europäischen Ländern und den USA durchgeführt. Am Ende dieser einjährigen politikwissenschaftlichen Studiengänge wird ein Master of Arts in European- oder Trans-Atlantic-Studies verliehen.

Die Programme sind in vier Module aufgeteilt. Nachdem alle Studenten gemeinsam das Kernmodul in Bath, England oder Chapel Hill, North Carolina, USA absolvieren, können sie noch zwei andere Universitäten besuchen, auf beiden Seiten des Atlantiks auswählen (Universidad Carlos III de Madrid; Charles University, Prague; Freie Universität Berlin; Humboldt-Universität zu Berlin; Sciences Po, Paris; Università degli Studi di Siena; University of Washington, Seattle). Es wird in der jeweiligen Landesprache unterrichtet und gearbeitet (Prag bildet eine Ausnahme - hier wird in Englisch gelehrt). Von den Studierenden wird erwartet, dass sie Englisch und eine andere Programmsprache beherrschen. Sie werden auf eine nationale oder internationale Laufbahn in der europäischen Administration, in transatlantischen Einrichtungen, in der Forschung oder der Politik durch Vermittlung von Praktika, Jobberatung und Diskussionen mit Gastreferenten aus Parteien, der Wirtschaft und NGOs vorbereitet.

Die Euromasters- und Trans-Atlantic Masters-Programme erfüllen die zu Beginn genannten Kriterien, um als "international" bezeichnet zu werden. In meinem Vortrag werden die praktischen und politischen Themen diskutiert, die eben diese Programme betreffen, die sich als "international" bezeichnen wollen.

Das Pilsner Studienbegleitprogramm  als Modell interkultureller Sprachvermittlung

Pavla Tiserová (TU Chemnitz)

In Grenzregionen, wo Kulturen, Sprachen, Ethnien, Staaten und Systeme aufeinandertreffen und das alltägliche grenzüberschreitende Handeln eine Notwendigkeit ist, kommt den Sprachen und den Sprachkenntnissen eine herausragende Funktion zu. Das Grundanliegen einer interkulturell ausgerichteten Sprachvermittlung ist, Sprache, Sprachen und Sprachkenntnisse so zu konzipieren und einzusetzen, dass ein erfolgreiches Handeln besonders in den Grenzregionen möglich wird.
In zehn Jahren des Bestehens des sog. Pilsner Studienbegleitenden Programms an der Westböhmischen Universität in Pilsen ist es gelungen, ein spezielles Studienprogramm ins Leben zu rufen, das tschechischen Studierenden ermöglicht, an deutschen und österreichischen Universitäten und Bildungsinstituten zu studieren, während sie an einer tschechischen Universität immatrikuliert sind. In den Genuss dieser grenzüberschreitenden Studien kommen in erster Linie Studierende des Lehramts Deutsch als Fremdsprache an Pädagogischen Fakultäten und Studierende der Sprachen für betriebliche Kommunikation an "nichtpädagogischen" Fakultäten. Das Programm  zielt auf Vermittlung und Ausbau interkultureller, landeskundlicher, gesellschaftlicher, politischer und sprachlicher Kompetenzen während kurzfristiger sowie längerfristiger Aufenthalte zu jeweils fest formulierten Themen und Aufgabenstellungen. Die Studierenden gewinnen somit nicht nur die einmalige Chance, das Zielland ihres Studiums regelmäßig zu besuchen, sondern sie können sich außerdem auf eine kontinuierliche und themenbezogene Betreuung verlassen. Mit gefestigter Fach- und Auslandserfahrung beteiligen sie sich auch an wissenschaftlichen und kulturpolitischen Projekten im In- und Ausland und vertreten ihr Land mit eigenen Beiträgen auf verschiedensten Symposien.
Das Pilsner Programm entspricht den modernen Konzepten einer Fremdsprachendidaktik, die bemüht ist, Inhalte und Fertigkeiten in Form von event-Unterricht erfolgreich zu vermitteln.

Internationale Studiengänge und Internationalisierung von Studium, Lehre, Forschung und Dienstleistungen an deutschen Hochschulen

Monika Zielinski (Humboldt-Universität Berlin)

In Deutschland bestehen derzeit weit über 1000 internationale Studiengänge, die einen bedeutenden Anteil an der alle Bereiche der Hochschulen umfassenden Internationalisierung haben.
Im 1. Teil des Beitrags möchte ich zeigen, welche Kriterien einen Studiengang als einen internationalen hervorheben. So werden Angaben zu allgemeinen und sprachlichen Zulassungsvoraussetzungen gemacht, zum Qualitätsmaßstab der Studieninhalte, zur geforderten Unterrichtssprache, zu studienbegleitenden Sprachkursen, zu möglichen Abschlussgraden, zu Bedingungen ihrer öffentlichen Förderung und Finanzierung.
Im 2. Teil des Vortrags wird Internationalität als Qualitätsmaßstab für Studium, Lehre,
Forschung und Dienstleistungen im üblichen Studienbetrieb am Beispiel ihrer Umsetzung an der Humboldt-Universität zu Berlin demonstriert.
 
 
 

AG 5 Internationalisierung der Fremdsprachenausbildung
 
Leitfrage:  Welche Chancen bietet die zunehmende Internationalisierung für die Fremdsprachenausbildung und welche Rolle spielt diese in einem solchen Kontext?
Stichworte: "neue" Ziele der Fremdsprachen-ausbildung, "neue" Formen der Fremdsprachen-aneignung (Portfolio, Tandem, Selbstlernen international), die Rolle von Auslandsstudien, der Umgang mit Kultur(en) im FSU, Internationalisierung 
der Berufspraxis und Berufsausbildung von Fremdsprachenlehrkräften, die Einbeziehung ausländischer HSL einzelner Fachdisziplinen in die Fremdsprachenausbildung...

Koordinator :
Wolfgang Streubel,
Universität Bremen, Fachbreich 10
28334 Bremen,
Tel. 0421 / 2184343,
Fax: 0421 / 2184283;
E-Mail: wstr@zfn.uni-bremen.de
 
 

Zusammenfassung AG 5
Internationalisierung der Fremdsprachenausbildung

Leitfragen:
 


Schlagworte/Themen:

1. "neue" Ziele der Fremdsprachenausbildung der Referenzrahmen des Europarats und die Hochschulen

2. "neue" Formen der Fremdsprachenaneignung:

  • Portfolio
  • Tandem
  • Selbstlernen international    .....
  • 3. die Rolle von Auslandsstudien

    4. vom Umgang mit Kultur(en) im FSU

    5. Internationalisierung der Berufspraxis und Berufsausbildung von Fremdsprachenlehrkräften

    6. Die Einbeziehung ausländischer Hochschullehrer einzelner Fachdisziplinen in die Fremdsprachenausbildung

    7. Kompetenzzentren, Netzwerke, Vereinigungen, Kontakte
     
     

    Beiträge:
     

    Milena Dvorakova
    Fremdsprachenausbildung und Internationalisierung am Beispiel der Landwirtschaftlichen Universität Prag
     

    Einer doppelten Aufgabe sehen sich die KollegInnen in Prag gegenüber: Inhalte reformieren und Internationalisierung  konzipieren und integrieren.

    Steffen Skowronek
    Interkulturelles Kursprojekt auf Unicert III Niveau

    Die konkrete Integration interkulturellen Lernens in Projektform in Kooperation zwischen Potsdam und Berkeley stand im Mittelpunkt des Beitrags von Steffen Skowronek

    Ulrike Senger
    Ein europäisches Sprachlernkonzept

    Erste Ansätze eines auf Sprachenprofilen  der Lerner ausgerichteten Konzepts  zur Erreichung von Mehrsprachigkeit stellte Ulrike Senger aus Heidelberg vor.

    Michael Langner
    Das Selbstlernzentrum der Universität Freiburg/Fribourg, CH

    Die konkrete Umsetzung von Selbstlernen hin zur kompetenten Lernberatung war der Schwerpunkt der Ausführungen Michael Langners von der zweisprachigen Universität Freiburg/Fribourg
     

    Wolfgang Streubel
    Vorstellung des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens

    Streubel gab einen Abriß zu den Parametern, Kategorien und Kriterien sowie eine Analyse der sprachpolitischen Grundannahmen und kam zu dem Ergebnis, daß der Referenznahmen in seinem Anspruch den Akteuren auf den Feldern Fremdsprachenlehren und -lernen, Lehrplanentwicklung, Evaluation etc. eine wertvolle Terminologie als Verständigungswerkzeug an die Hand zu geben, sehr erfolgreich ist. Allerdings ist das zu Grunde liegende Modell von Sprache und Kultur auf sehr traditionelle Weise konzipiert, so daß auf den höheren Niveaustufen und einer Reflektionsebene wie sie im tertiären Bereich, insbesondere in den Philologien zu Grunde gelegt werden muß, der Anspruch (noch) nicht eingelöst werden kann.
     

    Southampton:
    Languages, Linguistics and Area Studies Subject Centre

    Wie ein Sprachenzentrum zu einem national anerkannten Kompetenz- und Ressourcenzentrum werden kann, unterstrichen die Materialien aus Southampton.

    www.lang.ltsn.ac.uk

    Lancaster:
    The Interculture Project

    Die Rolle des Auslandssemesters für das interkulturelle Lernen untersucht das Interculture Project der Universität Lancaster in einem Verbund mit anderen britischen Hochschulen.

    www.lancs.ac.uk/users/interculture

    Hull:
    Language Teaching/Language Advising

    Auch in Hull steht das Konzept der Lernberatung als Komponente zum autonomen Lernen im Vordergrund.
    www.hull.ac.uk
    Weitere Materialien zum Portfolio insbesondere aus Fribourg und Lausanne wurden der Gruppe zur Kenntnis gegeben. Siehe dazu die Internetseiten beider Hochschulen.

    Fazit:
    Die Internationalisierung der Fremdsprachenausbildung führt zu Konsequenzen, die sich u.a. in folgenden Bereichen niederschlagen:

    ABSTRACTS

    Die Konzeption des fachbezogenen Fremdsprachenunterrichts mit Fachvorlesungen von ausländischen Gastprofessoren

    Milena Dvoráková (Tschechische Landwirtschaftliche Universität Prag)

    Im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung und Globalisierung von Wissenschaft, Forschung und Studium wecken Lehrangebote ausländischer Gastprofessoren steigendes Interesse bei Studierenden, Hochschulleitungen und Bildungspolitikern. Die Studenten haben großes Interesse an einer internationalen Ausrichtung ihres Studiums. Unter den zur Wahl gestellten Lehrveranstaltungstypen stieß die Gastvorlesung ausländischer Hochschullehrer in englischer deutscher und französischer Sprache im Rahmen des Erasmus-Programms an unserer Universität auf die größte Akzeptanz. Das Interesse der Bildungspolitik in unserem Land belegt die Bereitstellung von Fördermitteln. Die finanziellen Mittel für die Hochschulen und Universitäten werden nicht nur  nach der Zahl von aufgenommenen Studenten zugeteilt, sondern auch nach der Zahl von Studiengängen in den Fremdsprachen.
    Fachvorlesungen in den Fremdsprachen eröffnen grundsätzlich die Möglichkeit, den Lehr- und Studienbetrieb an unserer Betriebsökonomischen Fakultät der Tschechischen Landwirtschaftlichen Universität in Prag zu internationalisieren, sei es als Teil von international ausgerichteten Studiengängen (wie z. B. MSc – Agricultural Economics and Management in englischer Sprache, MSc – Agrarwissenschaften in deutscher Sprache oder zur Ergänzung von Lehrveranstaltungen in der Muttersprache, z. B. erweiterter fachbezogener Fremdsprachenunterricht – in englischer, deutscher und französischer Sprache. Das Erweiterte fachbezogene Sprachstudium an der Fakultät fr Agrarkonomie und Management der Tschechischen Landwirtschaftlichen Universität in Prag beginnt ab dem 3. Jahrgang. Das Sprachstudium beinhaltet im Durchschnitt 6 Stunden intensiven Sprachstudiums wöchentlich in einer Dauer von 3 Jahren. Den Sprachunterricht sichern tschechische Pädagogen, ausländische Lektoren und Fachleute, welche die jeweilige Ingenieurfachrichtung im Ausland studiert haben oder im Ausland Vorlesungen gehalten haben.

    Ein europäisches Sprachlehr- und -lernkonzept für Europa-Studiengänge

    Ulrike Senger

    Die zunehmende Internationalisierung der deutschen Hochschulen erfordert über die Beherrschung des Englischen hinaus eine möglichst breite Mehrsprachigkeitskompetenz. Insbesondere europäische Studiengänge, auf denen der Schwerpunkt dieses Vortragsliegt, setzen als wichtigen Bestandteil des Studiums den Erwerb mehrerer Fremdsprachen voraus. Hier muß vor dem Hintergrund der Mehrsprachigkeits- und Mehrkulturalitätsdidaktik ein "europäisches" Sprachlehr- und -lernkonzept erarbeitet werden, das auf den studentischen Lerner zugeschnitten ist. Denn dieser soll sich ja so effizient und schnell und damit so lernökonmisch wie möglich verschiedene Fremdsprachen aneignen können, wobei gleichermaßen sowohl die Ausgangssprache Deutsch als auch andere Herkunftssprachen bei der Erstellung eines hochschuldidaktisch tragfähigen Konzepts und den entsprechenden Curricula berücksichtigt werden müssen.
    Infolgedessen müßte ein "europäisches" Sprachlehr- und -lernkonzept den folgenden Desiderata gerecht werden:
    - Definition eines "europäischen" Sprachenprofils im Hinblick auf das Sprachenvorwissen   des schulischen und bisherigen universitären Werdegangs, die Sprachenwahl und die   angestrebten Kompetenzniveaus;
    - Erarbeitung einer sprachen- und kulturenübergreifenden Didaktik, in dem Sinne, daß   Fremdsprachenlehrer über ihre Einzelsprachen hinweg mit ihren Kollegen kooperieren   und Lehreinheiten sprachen- und kulturenübergreifend aufeinander abstimmen;
    - Vernetzung von Sprachenlernen und Erwerb von Europakompetenz durch spezifische   Lehreinheiten zur interkulturellen Kompetenz, insbesondere für außereuropäische      Studierende;
    - Verzahnung des Sprachen- und Fachstudiums in den Curricula auf der Grundlage
      einer interdisziplinären Kooperation;
    - Integration und Anerkennung von Studienaufenthalten im europäischen Ausland;
    - Konsequente Evaluation nach den Richtlinien des Europäischen Referenzrahmens.

    s. a. Forschung&Lehre 2002/1, S.29-30

    Die Mediathek - Das Selbstlernzentrum der Universität Freiburg /CH

    Michael Langer (Universität Freiburg /CH)

    In einem einleitenden Teil möchte ich kurz die spezifische Situation der zweisprachigen Universität Freiburg/Fribourg skizzieren, vor deren Hintergrund die eigentlichen Ausführungen zu unserem Selbstlern-zentrum erst verständlich werden.
    Stichworte: Zwei-/Mehr-sprachige Studien und Abschlüsse; Fremdsprachliche Fachsprachenkurse, ECTS und Bologna, Mobilität.
    Im zweiten Teil werde ich dann das Konzept unserer Mediathek als in ein Sprachenzentrum integriertes Selbstlernzentrum vorstellen und dabei auf die folgenden zentralen Bereiche zu sprechen kommen: a) autonomiefördernde Arbeitsformen, b) Einstufung - Evaluation – Lernkontrollen, c) Materialien - Hilfsmittel - Medien.
    Stichworte: Europäisches Sprachenportfolio, Dialang, UNITandem.
    Auf ein Konzept zu Lernberatung möchte ich im dritten Teil näher eingehen.
    Stichworte: Evaluation, Lernplanung - Lernvertrag, Anerkennung von Lernberatung, Lernberatung als Ausbildungsziel.
    Im abschliessenden Teil will ich dann die ersten Teile resümierend über ein neues Kurskonzept “Autonomes Sprachenlernen – unterstützt” berichten, welches wir derzeit dabei sind zu erproben.
    Stichworte: Kreditierung, Selbständigkeit, Lernmanagement.

    Der Allgemeine Referenzrahmen für das Lernen und Lehren von Sprachen des Europarats.

    Wolfgang Streubel (Universität Bremen)

    Das Common Framework of Reference for language learning and teaching (Straßburg 1996) des Europarats beinhaltet eine umfassende Beschreibung der Ziele und Methoden für das Fremdsprachenlernen, die Lehrplanentwicklung, Kurs- und Materialentwicklung sowie für die Evaluation von Fremdsprachenkompetenz. Nach einer kurzen Vorstellung der Parameter, Kategorien und Kriterien soll eine Einordnung und die Anwendung auf den Sprachunterricht diskutiert werden.
    U. a. soll gefragt werden, welche Konsequenzen dieses Instrument für den universitären FSU haben kann.
     

    AG 6 Weiterbildung durch Sprachenzentren
     
    Leitfrage:  Welche Weiterbildung übernehmen Sprachenzentren (hochschulintern und extern); welche Weiterbildung (fachlich und didaktisch) bieten Sprachenzentren ihren Mitarbeitern ?
    Stichworte: die Konzipierung von Weiterbildungs-programmen für Lehrkräfte, Weiterbildungsangebote für Industrie und Wirtschaft, die möglichen Auswirkungen (Übernahme von Erfahrungen) auf den Sprachunterricht für die Studierenden, Beispiele aus dem Ausland...

    Koordinatoren :
    Johann Fischer,
    Sprachenzentrum, Universität Tübingen,
    72074 Tübingen,
    Nauklerstr. 2,
    Tel: 07071 / 2977408,
    Fax: 07071 / 29 5105,
    E-Mail: johann.fischer@uni-tuebingen.de

    Bericht der Arbeitsgruppe 6: Weiterbildung durch Sprachenzentren
    (Johann Fischer und Brigitte Krefting)

    Ziel der Arbeitsgruppe „Weiterbildung durch Sprachenzentren“ war es, eine Bestandsaufnahme zu machen: Welche Fort- und Weiterbildungsangebote werden an Sprachenzentren angeboten? Inwieweit sind diese Angebote institutionalisiert? In welchen Bereichen bestehen Bedarf und Möglichkeiten?
    Die eingegangenen Abstracts ließen jedoch sehr schnell erkennen, dass die Fort- und Weiterbildung für Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer an den Hochschulsprachenzentren selbst bisher kaum etabliert ist. Sie befassten sich in erster Linie vielmehr mit Projekten, d.h. dem Aufbau eines entsprechenden Angebots. Fortbildungsangebote für Sprachlehrer an Sprachenzentren werden z.T. von externen Anbietern durchgeführt; andererseits bieten Sprachenzentren Fortbildungsseminare für externe Interessenten an, während Fortbildungsangebote von Sprachenzentren für Sprachenzentren noch relativ selten sind. So erscheint die Finanzierung von Fortbildungsprojekten für Partnereinrichtungen der Normalfall zu sein, wie bei der Entwicklung eines Curriculums für eine Partneruniversität der Universität Münster in Tbilissi (Bunn), während für hausinterne Projekte wohl nur schwer Fördermittel eingeworben werden können.
    Die Inhalte der vorgestellten Projekte waren sehr breit gestreut und reichten von der Vermittlung von Medienkompetenz (Neuhoff) über die Anleitung zum kommunikativen Fachsprachenunterricht (Casey und Fischer) bis hin zur Erstellung von Selbstlernmaterialien und -konzepten (Lang-Melcher). Dabei stellt sich jedoch die Frage nach der Fortführung und Weiterfinanzierung der angestoßenen Fortbildungsprogramme nach Projektende. Ein weiteres Problem stellt die Weitergabe an andere Institutionen dar. Dabei sind die Erfahrungen aus dem Fernstudienprojekt der Universität Kassel (Asche) oder neue Organisationsformen wie die Gründung einer dem Sprachenzentrum angegliederten GmbH (Vogel) von Interesse.
    In der Diskussion zeigte sich immer wieder der Bedarf für ein Fortbildungsangebot für Sprachlehrer an Hochschulen, wie dies der AKS derzeit mit der Einrichtung einer Sommerschule plant, obwohl über Bedarf, Inhalte, Bedingungen und Möglichkeiten z.T. sehr kontrovers diskutiert wurde und der Bedarf von Leitern, Lektoren bzw. Lehrkräften für besondere Aufgaben und Lehrbeauftragten unterschiedlich gesehen wird. Deutlich zeigte sich jedoch in der Diskussion, dass ein derartiges Angebot praxisorientiert sein sollte und eine Kombination aus Fernstudium (z.B. über eine Internetplattform) und Kontaktseminar von den Teilnehmern der AG favorisiert wurde. Als fruchtbar wird auch die Schaffung eines Verbundes von Sprachenzentren angesehen, der mit seinem Angebot wie ein „Wanderzirkus“ von Hochschule zu Hochschule wechselt und zugleich das Netzwerk des AKS weiter fördert.
     
     

    ABSTRACTS

    Vermittlung von Medienkompetenz für Lehrende: Medienpass I und II

    Antje Neuhoff (Technische Universität Dresden)

    Die breite Integration neuer Medien in den Sprachunterricht, in die Lehre und das Lernen, ist ein wichtiges Ziel am Lehrzentrum Sprachen und Kulturen (LSK), um eine hohe Qualität der Lehre zu sichern und dazu beizutragen, den Studierenden die heute notwendigen Schlüsselquali-fikationen Sprach- und Medienkompetenz zu vermitteln.
    Eine unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung dieses Ziels ist die allgemeine Medienkompetenz der Lehrenden selbst. Die Befähigung der Lehrenden zur Integration neuer Medien in den Unterricht ist auch ein wichtiges Ziel im vom BMBF geförderten Drittmittelprojekt des LSK, „Multimediales und vernetztes Lernen - Studierplatz Sprachen“. Die notwendigen fachlichen Kompetenzen als auch die finanziellen Ressourcen dafür stehen bis zum Projektende 2003 bereit.
    Das Konzept des Medienpasses ist entwickelt worden, um bis Dezember 2003 alle Lehrenden des LSK zur notwendigen Medienkompetenz zu befähigen. Der Medienpass gliedert sich in eine Grund- und eine Aufbaustufe (entspricht Medienpass I und II). In der Grundstufe werden die Grundtechniken des Arbeitens mit dem Computer und dem Internet vermittelt; in der Aufbaustufe geht es um konkrete Anwendungen für den Sprachunterricht.
    Die Zertifikate „Medienpass I“ bzw. „Medienpass II“ werden für die erfolgreiche Ausarbeitung eines kleinen Projektes, bei dem das Gelernte angewendet wird, ausgestellt.
    In dem Beitrag für die Sektion 6 werden die einzelnen Bestandteile des Medienpasses und das Verfahren der Fortbildungsveranstaltungen vorgestellt sowie über erste Erfahrungen nach einem Semester Laufzeit berichtet.

    Projektkooperation als Weiterbildungsmöglichkeit für Lehrkräfte: DIE-Projekt VeSuF Verbund Selbstlernen und Fremdsprachenunterricht für seltener gelernte Sprachen mit Unterstützung der neuen Technologien

    Christina Lang-Melcher (DIE Frankfurt)

    Das VeSuF-Projekt ist am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) angesiedelt und wird vom BMB+F gefördert. Ziel des Projekts ist es, an Sprachenzentren und Volkshochschulen selbstgesteuertes und angeleitetes Lernen in einem didaktisch begründeten Verbund zu erproben. Das heisst, herkömmliche Sprachkursstrukturen neu zu organisieren in Selbstlern- und Gruppen- bzw. Präsenzphasen. Dabei sollen die neuen Technologien zum Einsatz kommen (CD-Rom, Autorenprogramme, Internet) und meist schon vorhandene Ressourcen (Lehrmaterialien, Selbstlernzentren) effizienter zum Sprachenlernen genutzt werden. Die Einführung einer neuen Lehr-Lernorganisation erfordert ein neues Aufgaben- und Rollenverständnis von seiten der Lernenden (Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen), der Lehrenden (Motivation, didaktisches Neuland zu betreten) und der Institutionen (strukturelle Flexibilität und Support).

    Im Rahmen des VeSuF-Projekts wurde für Lehrkräfte der Zielsprachen (z.Z. Portugiesisch und Tschechisch) ein Fortbildungsmodell mit folgenden Zielsetzungen angeboten:

    - Vorbereitung der Lehrkräfte auf ihre Tätigkeit als Lernberaterinnen
       und   Lernorganisatorinnen
    -  Konzeption und Erstellung von Selbstlernmaterialien und Selbstlernaktivitäten
       (unter Einbezug der neuen Technologien)
    -  Erprobung und Evaluation der erstellten Materialien im Fremdsprachenunterricht

    In den Fortbildungsveranstaltungen erwarben die Lehrkräfte didaktisch-methodische Kenntnisse (z.B. über neuere Lehr-Lerntheorien, Übungsformen, Projektarbeit, Selbstevaluation, Sprachstandmessung etc.); Kenntnisse zum selbstgesteuerten Lernen (Lernstrategien, Lerntechniken, Lernertypen, Nutzung von Ressourcen) und eine spezifische Medienkompetenz, nämlich den Umgang mit Sprachlernsoftware, Internet, Übungsgeneratoren (HotPotatoes, Quia) und dem Autorenprogramm KLEA.

    Die erstellten (Selbstlern-)Materialien werden in den Lernverbünden im laufenden Wintersemester (2001/2002) erprobt, wobei die Lehrkräfte in Form von Arbeitssitzungen begleitet werden.
    In den verschiedenen Projektphasen kooperieren Sprachenzentren der Universitäten und Volkshochschulen und Lehrkräfte tauschen Materialien  und Erfahrungen ebenso in einem Verbund via Computer aus.

    A different approach to professional development for language teachers: results of a new design for teachers at universities of agriculture & related sciences

    Etain Casey (Kings College London)
    Johann Fischer (Universität Tübingen)

    Within AFANet, a Thematic Network Project in the area of agriculture, the working group called HERMES is aiming at the improvement of language teaching at universities of agriculture & related sciences. Its focus is on professional development, assessment and certification, ICT and co-operation between subject specialists and language teachers. The professional development group has produced a broad range of training modules that have been piloted in various parts of Europe and central Asia. Unlike traditional further training courses our professional development course emphasizes the combination of theory and practice, using “real” students in our afternoon sessions.
    In our presentation we will present the content of our programme and the results of our studies. These show consistent differences between young and inexperienced teachers and more experienced teachers, although the structure is interesting for both. There is realistic time pressure, the chance to see a variety of teaching styles in action and a realistic materials preparation exercise. We will also comment on the interference of domestic circumstances on residential courses and how to overcome this, and the reluctance of teachers to undertake “risky” activities.

    Weiterbildung per Fernstudienkurs - Von der individuellen Selbst- und Weiterbildung zum strukturierten Kursangebot im Fach Deutsch als Fremdsprache

    Monika Asche (Universität Kassel)

    Die Fernstudieneinheiten, seit 1991 nach und nach als Verlagsfassungen publiziert, sind im Inland seit 1995 Basis unterschiedlicher Modelle, sich fachlich in Deutsch als Fremdsprache oder in germanistischen Themenbereichen individuell, in Lerngruppen bzw. in einem Kurs als eingeschriebene(r) Teilnehmer fort- und weiterzubilden. Abgesehen davon werden Fernstudieneinheiten in Ausbildungskontexten an in- und ausländischen Universitäten im Bereich der fremdsprachendidaktischen Ausbildung verwendet.
    In diesem Vortrag  werden zum einen  kurz die Spezifika der Textsorte Fernstudieneinheit an Beispielen erläutert und wird gezeigt, wie man damit als Leser/Lerner arbeiten kann. Ausführlicher werden danach die Kursmodelle vorgestellt, die zur Zertifizierung führen (Hochschulzertifkat der Universität Kassel bzw. gemeinsames mit dem Goethe-Institut Inter Nationes vergebenes Zertifkat/ Zertifikat des Instituts für Weiterbildung in Deutsch als Fremdsprache an der Universität Kassel). Die Kursangebote ermöglichen die Fort-und Weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache, ohne ein Präsenzstudium aufnehmen zu müssen, und stellen für  unserer Teilnehmer aufgrund ihrer beruflichen und/oder familiären Situation die einzig realisierbare Form von Weiterqualifizierung dar.
    Eingegangen wird auf die Zulassungsvoraussetzungen, den Umfang, zeitlichen Rahmen, die Form der Leistungsnachweise, die Kosten und die Perspektiven nach dem Zertifikat: Anerkennung durch Institutionen und Arbeitgeber; Fortsetzung der Qualifizierung durch Aufnahme eines Aufbaustudiums an der Universität Kassel (Anerkennung der Leistungen aus dem Fernstudienkurs mit 16 SWS).

    Vorgestellte Modelle:

    Individuelle Selbst-, Fort- und Weiterbildung in Deutsch als Fremdsprache
    Basis: Fernstudieneinheiten, publizierte Verlags- und verfügbare Erprobungsfassungen  - die Fernstudieneinheiten als "Steinbruch"

    Fernstudienkurs "Fremdsprachlicher Deutschunterricht in Theorie und Praxis"
    Angebot der Universität Kassel bzw. der Universität Kassel und des Goethe-Institut Inter Nationes: individuelle Weiterbildung bzw. Lerngruppen; Kursmodell Inland, Abschluss Hochschulzertifikat

    Fernstudienkurs "Methodik und Didaktik Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache"
    Angebot des Instituts für Weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache an der Universität Kassel, Abschluss: Zertifikat